Dezentrale Lüftungsanlage im Test: Neues Modell Ambientika Wireless+

Ambientika Wireless Plus mit Abdeckung - Verschluss offen

Wie die treuen Leser unseres Blogs wissen, nutzen wir seit 2017 als dezentrale Lüftung die Ambientika Wireless von Südwind. Unsere Erfahrungen sind damit durchaus positiv gewesen. Allerdings gab es auch zwei Kritikpunkte. Da ich erfahren habe, dass es ein neues überarbeitetes Modell der Ambientika Wireless gibt, haben wir alle acht Geräte ausgetauscht und diese seit Mitte Dezember im Einsatz. Kleiner Spoiler: Für uns ist die Ambientika Wireless+ jetzt die perfekte dezentrale Lüftungsanlage.

Das Wichtigste zur dezentralen Lüftungsanlage

  • Die dezentrale Lüftungsanlage lässt sich einfach einbauen.
  • Die neue Ambientika Wireless+ hat viele Verbesserungen erhalten. So ist sie leiser, lässt sich einfacher reinigen und besser bedienen.
  • Ein Austausch ist mit Bohrarbeiten verbunden und bei 8 Geräten innerhalb von 4 Stunden erledigt.

Vorwort: Was waren die Nachteile der alten Lüftungsanlage?

Wir hatten über 3 Jahre die Ambientika Wireless im Einsatz. Ständig frische Luft im Haus zu haben, ohne Lüften zu müssen, war hervorragend. Daher haben wir auch immer in nur wenigen Stunden gemerkt, wenn eine Filterreinigung (alle 3 Monate) notwendig war. Dann nämlich schalteten sich im Haus automatisch die Lüfter aus.

Tipp

Du kannst den entsprechenden Bericht über den Einbau der Anlage hier lesen:

Insgesamt waren wir mit der alten dezentralen Lüftungsanlage sehr zufrieden, allerdings stellten wir schon am Anfang einige Kritikpunkte fest.

  • Langsamste Stufe noch laut: Die alten Lüftungsgeräte hatten 5 Stufen. Wir hatten die Geräte fast durchgehend auf der ersten Stufe betrieben. Der Luftaustausch war gut. Allerdings war die dezentrale Lüftungsanlage dann immer noch stark zu hören – besonders in der Nacht. Leider gab es auf der Fernbedienung auch keinen Knopf, um alle Geräte beispielsweise in der Zeit in der man schlafen geht, zu deaktivieren. Hierfür musste man einen Schalter an jedem Gerät betätigen, was man in der Praxis nicht gemacht hat.
  • Luftflusssteuerung nicht mit niedrigster Stufe möglich: Die Luftflusssteuerung finde ich an sich gut. Idee war per Hausautomatisierung sie im Sommer bei warmen Temperaturen Nachts zu nutzen, um die Räume abzukühlen. Allerdings hat sie einen Nachteil: Die Lüfter laufen gefühlt auf mittlerer Geschwindigkeit und sind dadurch zu laut.
  • Filter-Reset: Alle drei Monate schalten sich alle Geräte ab, um einen Filterwechsel anzuzeigen. Eine Benachrichtigung gibt es nicht. Wir haben meist einigen Stunden später gemerkt, dass die Luft schlecht wurde. Für den Filterwechsel brauchte ich immer einen Schraubendreher, um das Hauptgerät abzunehmen. Den Keramiktauscher und den Ventilator musste gereinigt werden, um anschließend wieder die Lüftungsanlage zusammen zu bauen. Damit war es das aber noch nicht. Nun musste der Filter (Timer) zurückgesetzt werden. Hierfür muss auf der Fernbedienung eine Tastenkombination (6 mal drücken) eingegeben werden. Da man diese nach 3 Monaten wieder vergessen hat, muss man sich diese notieren oder in der Anleitung raussuchen.

Welche Vorteile hat die neue Ambientika Wireless+ Lüftungsanlage?

Mit Einführung der neuen Ambientika Wireless+ hat Suedwind den Aufbau verändert. Statt den Lüfter im Haus (Innenwand) zu platzieren, befindet sich dieser jetzt hinter dem Keramiktauscher und damit weiter von den Innenräumen entfernt. Der Effekt: Die Lüftergeräusche sind im Haus weniger zu hören, dafür außen etwas mehr. Folgendes Schaubild zeigt den Aufbau im Vergleich.

Suedwind Ambientika Wireless Lüftung - Schaubild

Suedwind Ambientika Wireless Lüftung – Schaubild zeigt den Unterschied zwischen altem und neuen Modell

Eigentlich ist der Aufbau bereits ein großer Vorteil, der für die neue dezentrale Lüftungsanlage von Suedwind spricht. Es gibt aber noch weitere Verbesserungen, die ich dir nachfolgend aufliste.

Nachtmodus

Ein Dämmersensor erfasst, ob es gerade im Raum dunkel ist. Das bedeutet, dass Gerät automatisch in einen geräuscharmen Betrieb über geht. Zu beachten gibt es aber, dass die Leistung dadurch auch abnimmt. Wir nutzen den Dämmersensor nicht. Unsere Einstellung ist in allen Jahreszeiten außer im Sommer folgende:

  • 19 bis 24 Uhr: Nachtmodus (leisester Betrieb – perfekt zum Einschlafen)
  • 0 bis 19 Uhr : Manueller Normalbetrieb auf Stufe 1 (leiser Betrieb und ausreichender Luftaustausch)
Luftmodus-Geschwindigkeit einstellbar

Bei der alten dezentralen Lüftungsanlage konnte man beim Zu- und Abluftmodus die Leistung (Geschwindigkeit in m³/h) nicht regeln. Dadurch waren diese Modi, wenn man im Haus war, nur kurze Zeit nutzbar (da zu laut). Bei der neuen Ambientika Wireless+ kann bei jedem Modus die Lüftersteuerung individuell eingestellt werden. Dadurch können wir im Sommer folgendes konfigurieren:

  • Am Tag: Stufe 1 im manuellen Normalbetrieb
  • Nachts: Stufe 1 Luftflusssteuerung (Luftaustausch ohne Wärmerückgewinnung)

Es wird uns also ermöglichen Nachts frische Luft ins Haus zu bekommen, wenn es draußen heiß ist. Das kann man auch noch so programmieren, dass der Luftaustausch ohne Wärmerückgewinnung nur bei bestimmten Temperaturen aktiv wird.

Neue Funkfernbedienung

Mit dem neuen Gerät wird eine modernere Funkfernbedienung geliefert. Die hat eine glänzende Oberfläche und neuerdings auch einen Bildschirm auf der aktuelle Modus abgebildet ist. Ich habe die Fernbedienung zwar an der Wand angebracht, nutze sie aber nicht, da wir unsere Lüftungsanlage über die Hausautomatisation (Light-Manager Air) steuern.

Ambientika Wireless Plus Fernbedienung

Ambientika Wireless Plus Fernbedienung

Einfachere Reinigung

Nach 3 Monaten schaltet sich die Lüftungsanlage ab. Es wird eine Reinigung fällig. Die war bei der alten Ambientika Wireless aufwändig. Jedes Mal musste man einen Schraubendreher dabei haben. Das Hauptgerät klemmte häufig. Bei der neuen Version lässt sich der Keramiktauscher werkzeuglos herausnehmen und schnell reinigen.

Austausch: Dezentrale Lüftungsanlage erneuern

Damit die Geräte ohne Probleme miteinander kommunizieren können, mussten alle Geräte der dezentralen Lüftungsanlage getauscht werden. Ich habe auch die Außengitter gewechselt. Das Rohr im Mauerwerk konnte bleiben, da der Durchmesser gleich ist. Ein Gerät kostet 467 € – sollte man berücksichtigen. Es gab beim Austausch ein Problem (mehr dazu später). Gelohnt hat es sich dennoch.

Lieferumfang

Ambientika Wireless Plus Lieferumfang

Ambientika Wireless Plus Lieferumfang (Rohr für Bohrung nicht auf dem Foto)

Außengitter anbringen

Ich habe mich entschlossen das Außengitter auszutauschen. Die alte Abdeckung hatte aus Kunststoff kleine Nasen für den Halt. Allerdings sind einige bei bei einem Sturm abgeflogen, so dass ich diese in der Straße suchen musste. Die Abdeckungen haben schlecht gehalten. Daraufhin habe ich diese mit Silikon fixiert. Bei dem neuen Stopfen für das Einbaurohr ist die Befestigung besser gelöst und wirkt deutlich stabiler. Stand heute habe hat sie sich nicht mehr gelöst (bei Böen bis 70 km/h). Leider musste ich neue Bohrungen im Klinker durchführen, da die Bohrlöcher des neuen Stopfens nicht passten. Sonst musste nur auf die Abdeckung des Stopfens eine Schalldämmung geklebt werden.

Stopfen für Einbaurohr - dezentrale Lüftungsanlage

Stopfen für Einbaurohr – dezentrale Lüftungsanlage

Dezentrale Lüftungsanlage Außen - Abdeckung drauf

Dezentrale Lüftungsanlage Außen – Abdeckung drauf

Haupteinheit tauschen

Beim Tausch der Haupteinheit gab es aber ein Problem. Denn die Haupteinheiten der alten Lüftungsanlage haben einen bestimmten Bereich in dem die Zuleitung (Strom) aus der Wand geführt werden sollte. Die Verlief nun aber genau da wo die neue Ambietika Wireless+ unten rechts befestigt wird. Ich würde also genau in das Unterputz verlegte Kabel bohren. Ich habe mich daher entschieden die Haupteinheit nur mit 3 Schrauben (statt 4) zu fixieren. Sonst müsste ich bei jedem Gerät wieder die Wand aufkloppen und die Leitung anders verlegen.

Haupteinheit Ambientika Wireless Lüftungsanlage

Haupteinheit Ambientika Wireless Lüftungsanlage

Haupteinheit Ambientika Wireless verkabeln

Haupteinheit Ambientika Wireless verkabeln

Mit den Dip-Schaltern muss festgelegt werden, welches Gerät das Master-Gerät wird. Dieses leitet die über die Funkverbindung empfangenen Befehle an die anderen Geräte im Haus.

Ambientika Wireless Plus Lüfter einbauen

Ambientika Wireless Plus Lüfter einbauen

Lüfter anschließen - dezentral Lüftungsanlage

Lüfter anschließen – dezentral Lüftungsanlage

Auf dem Foto oben sieht man gut, dass der Lüfter jetzt nicht in der Haupteinheit sitzt, sondern tief im Einbaurohr. Dadurch ist er im Betrieb auch nicht mehr so stark zu hören. Erst dann wird der Keramiktauscher eingeschoben, wie nachfolgendes Foto zeigt.

Keramik Wärmetauscher-dezentrale Lüftungsanlage

Keramik Wärmetauscher-dezentrale Lüftungsanlage

Ambientika Wireless Plus mit Abdeckung - Verschluss offen

Ambientika Wireless Plus mit Abdeckung – Verschluss offen

Auf dem letzten Bild erkennst du wie die neue dezentrale Lüftungsanlage mit geöffnetem Verschluss aussieht. Die Klappe lässt sich ohne Werkzeug öffnen. Dann kann die Abdeckung abgenommen werden, um den Keramiktauscher zum Reinigen zu entnehmen.

Fazit: Warum ist die dezentrale Lüftungsanlage Ambientika Wireless+ für uns perfekt?

Abschließend ist festzuhalten, dass die dezentrale Lüftungsanlage für uns perfekt ist. Hier wurden viele Optimierungen in die neue Version integriert. Ich nehme an, dass hier Verbesserungsvorschläge von Kunden angenommen wurden. So ist die neue Ambientika Wireless jetzt wegen dem weiter außen sitzenden Lüfter deutlich leiser. Zusätzlich gibt es einen Nachtmodus bei dem das Gerät dank Dämmerungssensor noch weiter runterregelt und nahezu nicht hörbar läuft. Sehr gut ist jetzt auch, dass die einzelnen Luftmodi in verschiedenen Leistungsstufen betrieben werden können.

Ambientika Wireless Plus geschlossene Klappe

Ambientika Wireless Plus geschlossene Klappe

Die Reinigung ist auch deutlich vereinfacht worden. Bei der neuen Fernbedienung gibt es sogar eine Taste, um das Intervall für die Reinigung zurückzusetzen. Das geht mit einem Knopfdruck. Ich brauche daher nicht alle 3 Monate die Anleitung herauszukramen, um zu schauen mit welcher Tastenkombination ich den Timer zurücksetze.

Wichtige Fragen und Antworten zur dezentralen Lüftungsanlage

Wie funktioniert eine dezentrale Lüftungsanlage?

Da im modernen Neubau wegen der gut gedämmten Gebäudehülle und geschlossene Fenster kaum ein Austausch der Luft stattfindet, muss eine regelmäßige Fensterlüftung durchgeführt werden. Die geht aber mit einem Wärmeverlust einher. Moderne dezentrale Lüftungsanlagen schaffen es 80 bis über 90 % der Wärme aus verbrauchter Luft auf zugeführte Frischluft zu übertragen. Dadurch kann die Lüftungsanlage Heizkosten sparen und für eine angenehme Raumluft sorgen.

Während bei der zentralen Lüftungsanlage ein großes Gerät im Haus installiert wird zu dem Leitungen aus verschiedenen Räumen führen, wird bei der dezentralen Lüftungsanlage in jedem Wohnraum ein Lüfter mit einem Wärmetauscher (Keramik oder Aluminium) in die Wand gebaut. Bei der dezentralen Lüftungsanlage werden paarweise Lüfter im Raum oder in verschiedenen Räumen des Hauses eingebaut. Diese sorgen für eine effektive Wohnraumlüftung und Versorgung mit Frischluft.

  • Dabei arbeiten die Geräte im Gegentakt. 70 Sekunden lang wird auf einer Seite des Hauses die verbrauchte Luft nach Außen befördert. Dabei erwärmt die warme Luft einen Wärmetauscher.
  • Anschließend drehen die Lüfter für 70 Sekunden in die andere Richtung und befördern frische Luft von außen in den Wohnraum. Dabei durchströmt die Luft den Wärmetauscher und wird erwärmt.
  • Dieses Prinzip nennt sich Push/Pull-Prinzip.
  • Es kann dabei eine Wärmerückgewinnung von bis zu 93 Prozent erreicht werden.

Was ist besser – zentrale oder dezentrale Lüftungsanlage?

Bezüglich einem Vergleich zwischen zentraler und dezentraler Lüftungsanlage ergeben sich mehrere Vorteile und Nachteile. So ist der Geräuschpegel bei zentralen Lüftungsanlagen in der Regel geringer. Hierbei kommt es aber auf die Auslegung und Platzierung der Auslässe an. Auch können zentrale Lüftungsanlagen einen größeren Luftvolumenstrom befördern. Bei der zentralen Lüftungsanlage sind nur zwei Außenwanddurchführungen notwendig (Außen- und Fortluft). Bei der dezentralen Lüftungsanlage müssen dagegen mehrere dezentrale Geräte installiert werden, was den Arbeitsaufwand erhöht. Dafür kann eine dezentrale Anlage einfacher nachträglich eingebaut werden. Bei der zentralen Lüftungsanlage muss oft die Decke abgesenkt werden.

Folgende Tabelle zeigt die einzelnen Vorteile der Anlagen im Vergleich.

Vergleich Zentrale Lüftungsanlage Dezentrale Lüftungsanlage
Planung und Auslegung Din-Konform inkl. Intensivlüftung Je nach Geräteanzahl
Installationsflexibilität Grundrisse möglich Für Installation Außenwand erforderlich
Raumluftqualität Top Raumluftqualität Je nach Positionierung eingeschränkt
Raumakustik Nicht hörbar Je nach Positionierung
Außenlärm hörbar? Nein. Teilweise.
Funktionssicherheit Unabhängig von Witterung Bei starkem Wind Beeinträchtigung
Effizienz Sehr hoch. Hoch.
Luftverteilung Nein. Ist erforderlich. Ja. Automatisch.
Montageaufwand Rohre zum Gerät. Kernbohrung und Geräteeinbau.
Bedienung Hoher Komfort. Hoher Komfort.
Wartung Zentral am Gerät und an Filtern In jedem Raum.
Investitionskosten ab 5.000 € 2.000 bis 4.000 € – je nach Raumanzahl

Wie viel kostet eine Lüftungsanlage?

Eine pauschale Aussage zu Kosten ist schwierig. Es kann auch nicht gesagt werden, ob die zentrale oder dezentrale Lüftungsanlage günstiger ist. Beim Neubau kann aber das Luftverteilungssystem  direkt beim Rohbau installiert werden, weshalb das zentrale System hier den Kostenvorteil hat. Beim nachträglichen Einbau hat die dezentrale Wohnraumlüftung häufig geringere Kosten – vor allem, wenn man die Bohrungen selbst durchführt. Wie du der Tabelle oben entnehmen kannst, ergeben sich Kosten ab 2.000 € bis hin zu über 5.000 € für ein Einfamilienhaus.blank

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Konstantin Matern
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