Hausbau Kosten: Was kostet es ein Haus zu bauen?

Hausbau Kosten berechnen

Wir bauen ein Haus! Die Entscheidung für den Bau des Eigenheims ist schnell getroffen. Doch der größte Traum vieler Menschen ist mit einem großen finanziellen Akt verbunden. Daher ist es wichtig sich vorab genau mit den Hausbau Kosten zu beschäftigen. Wer bauen möchte, muss genau wissen, welche finanziellen Kosten für den Bau gewuppt werden müssen. Welche Kosten solltest du als Bauherr(in) im Blick haben? Du bekommst Kostenspannen und Richtwerte, so dass du einen Überblick über die Baukosten erhältst. Mit unserem Hausbau-Kosten Rechner kannst du eine erste Kalkulation durchführen.

 WERBUNG 

Meine Empfehlungen für Bauherren

Einleitung: Mit welchen Durchschnittswerten kann ich beim Hausbau rechnen?

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass die Kosten für den Hausbau von vielen Faktoren abhängen. In diesem Beitrag werden daher verschiedene Blickwinkel beleuchtet, damit du einen guten Überblick über anfallende Kosten erhalten kannst. Du bekommst Beispiele und kannst mit dem Rechner mögliche Szenarien durchgehen.

Hausbau-Kosten pro Quadratmeter: Wie viel kostet das Haus je Wohnfläche?

Es ist wahrscheinlich eine der am Meisten gestellten Fragen beim Hausbau, die Bauinteressenten stellen: Wie viel kostet der Bau eines Hauses pro Quadratmeter? Solche Werte solltest du mit Vorsicht genießen. Es handelt sich dabei um Schätzungen und Durchschnittswerte. Für die Errichtung eines Einfamilienhauses mit mittlerer Ausstattung kannst du in etwa mit 1.800 € pro Quadratmeter rechnen.

1.800 €/m²

Die Baukosten sind in der DIN 276 (siehe Kostengruppen auf Bauprofessor) geregelt und die enthält folgende Punkte:

  • 100 Grundstück
  • 200 Kosten für Vorbereitende Maßnahmen
  • 300 Kosten für Bauwerk – Baukonstruktionen
  • 400 Kosten für Bauwerk – Technische Anlagen
  • 500 Kosten für Außenanlagen und Freiflächen
  • 600 Kosten für Ausstattung und Kunstwerke
  • 700 Baunebenkosten
  • 800 Finanzierung

Was kostet ein Neubau in Deutschland?

Die Kosten für ein identisches Einfamilienhaus sind in Deutschland nicht überall gleich. In Großstädten oder auf Inseln kannst du mit höheren Kosten als im ländlichen Raum rechnen. Je nach Bundesland gibt es ebenfalls Unterschiede, was die Baukosten pro Quadratmeter angeht. Je nach Region kannst du zwischen 1.396 und 2.176 € pro Quadratmeter zahlen.

Baukosten für Neubau-Wohnhäuser in Deutschland 2019

Baukosten für Neubau-Wohnhäuser in Deutschland 2019 (Quelle: Statistisches Bundesamt, Grafik: Hausbauen24.eu)

Folgende beide Tabellen zeigen dir mit welchen Kosten du für den Neubau eines Wohnhauses du in 2019 laut dem statistischen Bundesamt nach Bundesland rechnen konntest.

Bundesland €/m²
Bayern 2.176 €/m²
Baden-Württemberg 1.987 €/m²
Saarland 1.867 €/m²
Rheinland-Pfalz 1.862 €/m²
Hamburg 1.763 €/m²
Berlin 1.756 €/m²
Hessen 1.752 €/m²
Schleswig-Holstein 1.700 €/m²
Bundesland €/m²
Thüringen 1.630 €/m²
Nordrhein-Westfalen 1.630 €/m²
Mecklenburg-Vorpommern 1.609 €/m²
Sachsen 1.591 €/m²
Brandenburg 1.573 €/m²
Niedersachsen 1.494 €/m²
Bremen 1.405 €/m²
Sachsen-Anhalt 1.396 €/m²

Dabei ist Sachsen-Anhalt das Bundesland in dem du für einen Neubau am wenigsten gezahlt hast – nämlich nur 1.396 € pro Quadratmeter. Vergleichsweise am teuersten ist es in Bayern zu bauen: Hier kostete das Haus im Durchschnitt 2.176 € pro Quadratmeter.

Was kostet ein fertiges Haus (Massivhaus) mit Grundstück?

An dieser Stelle haben wir noch die Umfrageergebnisse unserer Bauherren-Umfrage an der 82 Personen teilgenommen haben. Die meisten Personen (88 %) haben für Grundstück und Haus zwischen 250.000 und 750.000 € bezahlt.

4 % bis 150.000 €
1 % von 150.000 bis 200.000 €
2 % von 200.000 bis 250.000 €
11 % von 250.000 bis 300.000 €
15 % von 300.000 bis 350.000 €
23 % von 350.000 bis 400.000 €
18 % von 450.000 bis 500.000 €
21 % von 500.000 bis 750.000 €
4 % von 750.000 bis 1.000.000 €
1 % Über 1.000.000 €

Wie du siehst, variieren die Haus-Kosten stark, da sie von Bauweise, Größe, Lage des Grundstücks und Ausstattung abhängen. Folgendes Kostenbeispiel hilft dir dabei einen Überblick über die Durchschnittskosten für einen Hausbau zu erhalten.

Art der Kosten Annahme Kosten in €
Grundstück Kosten: 700 m², bundesweiter Durchschnittspreis von 213 €/m² 149.100 €
Hausbau Kosten: 160 m² Wohnfläche, 1.800 € je m², ohne Keller und Außenanlagen 288.000 €
Baunebenkosten: 15 Prozent der Gesamtkosten des Hausbaus 65.565 €
Gesamtkosten: 502.665 €
Tabelle: Bundesweiter Durchschnitt – regional Unterschiede möglich
Faustregel

Als Faustregel kannst du als Bauherr mit folgendem bundesweiten Durchschnitt rechnen: Für ein Grundstück mit 700 m² und ein Massivhaus mit 160 m² Wohnfläche fallen Kosten in Höhe von etwa 500.000 € an.

Hausbau-Kosten Rechner: Preis für Haus kalkulieren

Mit unserem Hausbau-Kosten Rechner kannst du den Preis deines Neubaus inklusive Grundstück berechnen. Wir gehen dabei von den Baukosten nach DIN 276 und den durchschnittlichen Kosten im Jahr 2021 aus.

Mit dem Baukostenrechner kannst du die Baukosten für deinen Hausbau überschlagen.

Hausbau-Kosten Rechner

 

Anleitung: So geht's
  1. Gehe zunächst alle Felder durch. Die mit ✏️ markierten Felder kannst du anpassen.
  2. Felder mit dem Euro-Symbol 💶 sind errechnete Werte aus deinen Eingaben und können nicht verändert werden.
  3. Ganz unten findest du beim Haus-Symbol 🏡 den Gesamtpreis für dein Haus.

Mit dem Rechner kannst du bereits grob kalkulieren. Alternativ kannst du auch bei Hausbau-Firmen informieren, Angebote einholen und ermitteln, was es kostet ein Einfamilienhaus zu bauen. Vorteil vom Hausfinder bei Fingerhaus ist, dass dir auch gleich passende Fertighäuser angezeigt werden.

Hausbau Kosten: Welche Baukosten entstehen beim Neubau?

Vor der ersten Planung müssen Kosten für deinen Hausbau genau aufgeschlüsselt werden. Nur so kannst du finanziell dein wahrscheinlich größtes Projekt richtig planen. Fehler können du zu führen, dass du dir mehr kaufst als du dir leisten kannst. Unserer Bauherrenumfrage nach war bei 41 % der Bauherren  der Hausbau teurer als geplant. 7 % der Bauherren mussten sogar nachfinanzieren.

Hausbau Kosten

1. Grundstück Kosten2. Baukosten3. Baunebenkosten4. Garten, Außenanlagen & Sonstige Kosten
  • Grundstück
  • Notarkosten
  • Grundbucheintrag
  • Grunderwerbssteuer
  • Maklerprovision

Mit den Baukosten (Hausbau-Kosten) im eigentlichen Sinne werden alle Arbeiten bezeichnet, die auf verschiedene Gewerke zurückzuführen sind. Diese lassen sich auf drei Kostenblöcke zusammenfassen.

Rohbau Kosten

Zu den Rohbau-Kosten gehört das Gießen der Bodenplatte, die Errichtung der Außen- und Innenwände, aufbringen der Wärmedämmung, eventuelles Verputzen (Innenputz) und die Herstellung der Geschossdecken. Für die Gestaltung der Fassade entstehen ebenfalls Kosten, die sich unterscheiden (Klinker oder Putz). So ist die verputzte Außenwand günstiger als eine Klinkerfassade. Dafür sind Klinkersteine haltbarer gegenüber Witterung. Eingebrachte Fugen halten oft mehr als 50 Jahre. Dagegen muss der Außenputz oft nach 15 bis 20 Jahren erneuert werden.

Kosten für das Dach

Für den Aufbau des Dachs und insbesondere die Dachkonstruktion ist ein Zimmerer zuständig. Er stellt die Sparren auf. Sobald das Grundkonstrukt steht, gibt es das Richtfest. Ein wichtiger Meilenstein für Bauherren. Ein Dachdeckermeisterbetrieb führt in der Regel die Dacheindeckung durch. Zur Auswahl stehen Tondachziegel, Schiefer, ein Zinkdach, Reetdach oder weit verbreitete Betondachziegel.

Kosten für Bauteile

Als Bauteile zählen beim Hausbau Fenster, Haustüren, Nebentüren und dazugehörige spezielle Vorrichtungen wie Rollläden und Fliegengitter. Gerade Fenster und Haustüren machen einen großen Teil der Baukosten aus.

Kosten für Heizung, Elektroinstallation und Sanitär

Einen hohen Kostenanteil hat die Elektroinstallation. Gerade wenn du Wert auf eine Hausautomatisierung legst, steigen die Kosten des Hausbaus stark an. Für die Elektroinstallation ist ein autorisierter Fachbetrieb erforderlich. Weiterhin fallen für sanitäre Anlagen Kosten an: Gäste-WC und Bad müssen mit Wasser- und Abwasserleitungen verbunden werden. Ein weiterer großer Kostenpunkt ist die Heizung. Bei den Heizungssystemen gibt es neben Öl- und Gasheizung auch ohne fossile Brennstoffe Wärmepumpen, Pelletheizungen, Blockheizkraftwerke und Solarthermieanlagen.

Innenausbau Kosten

Sind die Kabel und Rohre verlegt, geht es mit dem Innenausbau weiter. Diese Kosten setzen sich aus Trockenbauarbeiten, Bodenbelägen, Innentüren, Malerarbeiten und Treppen zusammen. Besonders die Malerarbeiten und Bodenbeläge machen einen großen Teil der Innenausbau-Kosten aus. Als Bauherr entscheidest du dich bei den Bodenbelägen oft zwischen Fliesen, Laminat, Vinyl oder Echtholzparkett. Bei den Treppen gibt es gemauerte Treppen, Bolzentreppen oder Holztreppen, die unterschiedliche Preise haben.

Kosten für Bauplanung und Bauüberwachung

Während des Hausbaus fallen für Überwachung und Planung deines Projekts weitere Kosten an, die zu berücksichtigen sind. Diese setzen sich zusammen aus:

  • Architektenkosten (Bauplanung)
  • Statikerkosten
  • Bauleiter (Koordination und Bauüberwachung)
  • Energieberater (EnEV/KfW)
  • Bauüberwachung (kaufmännisch)
  • Abnahme der Gewerke

Grundstückskosten, Erschließungs- und Baunebenkosten

Hast du die oben aufgeführten Hausbau-Kosten im Blick, hast du bereits einen großen Teil der Kosten in deiner Berechnung. Nicht zu vernachlässigen sind aber auch die Baunebenkosten, Erschließungs- und Herstellungskosten sowie die Grundstückskosten.

Wie hoch sind die Grundstückskosten?

Zu den Grundstückskosten zählen Grundbucheintrag, Notargebühren, die Grunderwerbssteuer und eventuelle Maklergebühren. Unabhängig davon, ob du neu baust oder eine Immobilie kaufst, fallen diese in jedem Fall an. Je nach Bundesland kannst du mit 11,5 bis 14 % deines Grundstückspreises rechnen.

Die Grundstückskosten werden gegliedert in:

11,5-14 %
Grundstückskosten Höhe / Prozent vom Grundstückspreis
Grundbucheintrag Kosten: 0,5 %
Notargebühren: ca. 1,5 %
Grunderwerbsteuer: je nach Bundesland zwischen 3,5 bis 6,5 %
Vermittlungsprovision für Makler(in): 5,95 bis 7,15 %

Wie hoch sind Erschließungskosten beim Hausbau?

Beim Neubau musst du dein Haus an das Ver- und Entsorgungsnetz anschließen. Die Erschließungskosten können 10.500 € bis 16.000 € ausmachen – je nachdem wie weit dein Haus von den Versorgungsleitungen entfernt ist.

Die Erschließungs- und Herstellungskosten setzen sich zusammen aus:

ca. 13.000 €
Erschließungs- und Herstellungskosten Höhe / Prozent vom Kaufpreis
Wasseranschluss Kosten: 2.000 bis 5.000 €
Kanalisationsanschluss Kosten: 4.000 bis 5.000 €
Stromanschluss Kosten: 2.000 bis 3.000 €
Gasanschluss Kosten: 1.500 bis 2.000 €
Telefonanschluss & Internet: ca. 1.000 €
Herrichten & Erschließen (Kostengruppe 200): ca. 10.500 € bis 16.000 €

Welche Baunebenkosten fallen beim Hausbau an?

Die Baunebenkosten sind alle Kosten, die in Zusammenhang mit Planung und Durchführung auf Grundlage einer Gebührenordnung oder Honorarordnung stehen. Sie können bis zu 33 % deiner Gesamtkosten ausmachen.

Die Baunebenkosten werden aufgeteilt in:

20-33 %
Baunebenkosten Höhe / Prozent der Hauskosten
Bauherrenaufgaben (710) 3 % bis 5 %
Vorbereitung und Objektplanung (720): 0 bis 2 %
Architekten- und Ingenieurleistungen (730): 12 bis 20 %
Gutachten und Beratung (740): 1 bis 3 %
Finanzierungskosten (760): 3 bis 5 %
Allgemeine Baukosten (770): 1 bis 3 %
Baunebenkosten gesamt (700): ca. 15 bis 20 %

Bei den Versicherungen ist die wohl wichtigste Versicherung die Bauherrenhaftpflichtversicherung. Optional kannst du als Bauherr(in) auch eine Baufertigstellungsversicherung, eine Feuer-Rohbauversicherung und eine Bauleistungsversicherung abschließen. Die Baunebenkosten erhöhen zusätzlich die Versicherung gegen Elementarschäden und eine Wohngebäudeversicherung.

Wie sind unsere Erfahrungen mit den Hausbau-Kosten?

Wenn es um unseren Hausbau geht, haben wir bei den Kosten viele Erfahrungen gemacht, die wir euch gerne auf den Weg geben würden. Schließlich haben unserer Bauherren-Umfrage nach 48 Prozent der Teilnehmer mehr bezahlt als geplant. 8 % mussten sogar nachfinanzieren. Zwar kann es beim Hausbau immer unerwartete Ereignisse geben, dennoch lassen sich mit der richtigen Planung viele Kostenfallen vermeiden.

Was treibt die Kosten eines Hauses hoch?

Unter der folgenden Klappliste findest du die typischen Kostentreiber beim Hausbau. Du kannst sie als eine Tipps sehen, die es zu vermeiden gilt.

Anzahl und Größe von Fenstern und Türen

Wohnräume mit großen und vielen Fenstern bringen viel Tageslicht in dein Eigenheim. Allerdings kosten die Fenster auch viel Geld. Das nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Einbau. Das gilt besonders bei Dachfenstern. Oft lohnt es sich wenige große Fenster einzubauen, statt auf viele kleine Fenster zu setzen. Außerdem brauchst du in Wohn- und Kinderzimmern mehr Tageslicht als im Bad und Schlafzimmer. Bei der Raumplanung lohnt es außerdem Wohnräume nach Süden und Westen zu legen und Schlafzimmer und Hauswirtschaftsraum nach Norden und Osten. So sparst du nicht nur Hausbau-Kosten, sondern auch Energie, wenn du im Haus lebst.

Für ein 1,3 x 1,3 m großes Wärmedämmfenster mit Dreifachverglasung kannst du je nach Material mit folgenden Kosten rechnen:

  • Kunststoff-Fenster: ca. 500 €
  • Holz-Alumium-Fenster: ca. 700 €
  • Alu-Fenster: ca. 800 €
Je mehr Quadratmeter Hausbau, desto teurer

Überlege dir bereits bei der Hausplanung wie die Familie in Zukunft aussehen wird. Werden deine Kinder bald ausziehen? Wird die Familie noch wachsen? Brauchst du künftig viel Platz und musst den Dachausbau mit einplanen? Wer unnötig groß baut, wird die Kosten stark in die Höhe treiben. Denn jeder Quadratmeter kostet durchschnittlich 1.800 € beim Bau eines Einfamilienhauses. Mit den Kosten ist aber noch nicht Schluss, denn auch nach dem Bau fallen Jahr für Jahr weitere Kosten an, die an die Größe gekoppelt sind: Heiz- und Nebenkosten.

Großes Grundstück in der Großstadt

Deutschlands Grundstücke haben einen durchschnittlichen Kaufpreis von 372 € pro Quadratmeter. Die teuersten Grundstücke (90 % Quantil) liegen sogar bei 912 €. Es gibt aber auch ländliche Regionen in denen du weniger zahlst: 30 €/m² (10 % Quantil). Daher macht der Grundstückspreis je nach Lage einen Großteil deiner Gesamtkosten aus. Du solltest dich fragen, ob du wirklich mehr als 800 m² Grundstücksfläche brauchst. Denn große Grundstücke sind nicht nur teuer, sondern erfordern in Zukunft eine umfangreiche Gartenpflege. Beachte, dass du heute etwa 60 Prozent mehr für Bauland zahlen musst, als noch vor 10 Jahren.

Mit Keller bauen

Ein Keller kann als Wohnraum genehmigt werden – wenn dieser eine Deckenhöhe von 2,40 m hat. Die meisten Bauherren bauen den Keller aber, um Stauraum zu schaffen. Beachte, dass die Unterkellerung sehr kostenintensiv ist. Im Vergleich zu einer Bodenplatte kannst du bei der Unterkellerung eines Einfamilienhauses mit Mehrkosten zwischen 200 und 450 € je Quadratmeter rechnen. Ein Keller erhöht deine Hausbau-Kosten um 50.000 € und mehr!

Kompliziertes Haus bedeutet hohe Kosten

Manch einer will sich mit dem Eigenheim verwirklichen und plant möglichst kompliziert. Doch beachte, dass jede Erweiterung Geld kostet. Muss es wirklich ein großer Balkon sein, wenn eine Terrasse vorhanden ist? Beachte auch, dass jede weitere Ecke Zusatzkosten verursacht. Wir haben dies mit dem Erker erfahren (siehe Grundriss). Ob Rohbau, Terrassenverlegung, Terrassenüberdachung, Klinker- oder Fliesenarbeiten – sie alle waren wegen den Ecken teurer und aufwändiger. Was haben wir gewonnen: Ein etwas schöneres Haus, bodentiefe Fenster in den Kinderzimmern und etwa 2,5 m² Wohnfläche. Aber hat es sich gelohnt – wir sind zwiegespalten.

Falsches Heizungssystem wählen verursacht langfristige Kosten

Beim Heizungssystem solltest du dich unbedingt mit den verschiedenen Varianten beschäftigen. Möchtest du auf fossile Brennstoffe setzen? Gas und Öl werden die Kosten perspektivisch weiter steigen. Ist eine sparsame Wärmepumpe vielleicht zunächst in der Anschaffung teurer, verursacht dafür aber langfristig die niedrigeren Heizkosten? Für unser Haus hatte ein „Heizungsfachmann“ ein Mini-Blockheizkraftwerk als beste Lösung angepriesen. Laut Recherchen lohnen sich diese (wenn überhaupt) aber nur bei größeren Bauten.

Komplizierten Dachtyp wählen

Wer wählerisch ist und ein kompliziertes Dach wählt, kann schnell Mehrkosten von 15.000 € und mehr verursachen. Dachgauben oder Dachterrasse lassen die Kosten explodieren. Grundsätzlich gilt: Je komplizierter die Dachkonstruktion, desto höher die Kosten für Dacheindeckung und Zimmerer.

Teure Werkstoffe und Materialien

Während der Gespräche mit deinem Bauplaner und bei den einzelnen Gewerken, musst du dich für verschiedene Ausführungen und Materialien entscheiden. Hochwertige Materialien sind oft robuster, langlebiger und schöner – vor allem aber eins: teurer. Wer eine Granittreppe haben möchte, muss mit höheren Kosten rechnen als jemand der eine einfache Holztreppe einbauen lässt. Wer unbedingt Designerfliesen braucht, wird auch eine Rechnung mit Designer-Preisen erhalten – garantiert schön und garantiert hoch.

Unbekannter Baugrund

Lehmiger Baugrund, der Regenwasser schlecht ablaufen lässt, ist genau so schlecht, wie Schuttreste früherer Gebäude. Denn diese unangenehmen Überraschungen sind im Nachhinein sehr teuer. Für Abdichtungen und Kellerabdichtungen, sowie Bodenaustausch, fallen schnell mehrere zehntausend Euro an. Ein umfangreiches Bodengutachten kostet dagegen bis zu 2.500 € und vermeidet teure Überraschungen.

Schwarzarbeit

Auf den ersten Blick spart der Bauherr, wenn auf der Baustelle etwas schwarz erledigt wird. Die Steuer fällt immerhin nicht an – sowohl für dich als Bauherr, als auch für den Handwerker. Aber Vorsicht: Aus Gründen der Gewährleistung können nach Fertigstellung Baumängel auftreten, deren Beseitigung mehrere tausend Euro kostet. Nur mit einer ordentlichen Rechnung kannst du nachweisen, wer den Fehler zu vertreten hat. Gleiches gilt übrigens bei Eigenleistungen. Wäge daher genau ab, ob es sich lohnt auf die Gewährleistung zu verzichten.

Schlechte Bauabnahme

Wer Gewerke einzeln beauftragt, sollte bei der Abnahme entweder dies einem erfahrenen Bauleiter durchführen lassen oder selbst ein detailliertes Abnahmeprotokoll machen. Schaue dabei genau hin, um Baupfusch möglichst früh aufzudecken. Mängel gilt es aufzuzeigen und im Protokoll aufzunehmen. Der Handwerker hat dann Zeit diese zu beheben. Alle Mängel, die nicht auffallen, können nach Jahren (wenn die Gewährleistungszeit abgelaufen ist) zu hohen Reparaturkosten führen.

Sparen beim Hausbau: Welche 10 besten Tipps können wir geben?

Tipp 1: Auf Keller verzichten!

Wenn du deine Hausbau-Kosten senken willst, solltest du daher auf den Keller verzichten. Plane stattdessen einen günstigen Anbau, um Stauraum zu erweitern. Das Heizungssystem kann auch in die Garage verlegt werden. Der Spitzboden lässt sich auch dämmen und ausbauen.

Tipp 2: Zuschüsse beantragen!

Informiere dich, ob du beim Einsatz von regenerativen Energien nicht staatliche Zuschüsse und von günstigeren Krediten der KfW profitieren kannst.

Tipp 3: Einfaches Dach wählen!

Der Dachtyp beeinflusst die Hausbau-Kosten. Zu den einfachen Dachtypen zählen das Pult- oder Satteldach. Auch ein Flachdach kann zu den günstigeren Dachformen gezählt werden. Alle anderen Dachformen solltest du eher meiden, wenn dir niedrige Baukosten wichtig sind.

Tipp 4: Eigenleistungen!

Wähle deine Eigenleistungen mit Bedacht aus. Wir konnten mit handwerklichen Geschick die Hausbau-Kosten stark senken. Unser Anteil betrug dabei etwa 22 % (laut Planung). In der Realität haben wir sogar noch mehr Eigenleistungen eingebracht. Das ist vergleichsweise viel. Du solltest dich aber nicht überschätzen, da dies die Bauzeit in den meisten Fällen verlängert. Es gibt kaum ein Gewerk bei dem du nicht sparen kannst, wenn du Muskelkraft einbringst. Frage daher bei jedem Handwerker bereits bei Angebotseinholung, was möglich ist.

Tipp 5: Wohnfläche nur so groß wie nötig!

Weniger Wohnfläche bedeutet niedrigere Hausbau-Kosten. Beachte, dass deine Baukosten ca. 1.500 bis 1.800 € je Quadratmeter im Durchschnitt betragen. Müssen üppige Flure, Eingangsbereiche und Treppenhäuser, die einen geringen Nutzwert haben, wirklich sein? Du kannst deine Baukosten um mehrere zehntausend Euro senken, wenn du statt 160 qm Nutzfläche nur noch 130 qm hast.

Tipp 6: Preisvergleich machen!

Egal, ob du ein Fertighaus kaufst oder es selbst ausbaust. Du solltest auf jeden Fall Preise vergleichen. Hole dir immer verschiedene Angebote ein, besuche Baumessen (sofern es wieder geht) und rechne auf Kosten je Quadratmeter um.

Tipp 7: Erfahrungen & Bewertungen checken!

Nicht nur günstig soll dein Baupartner sein. Informiere dich im Netz vor Vertragsunterzeichnung über deinen Bauunternehmer, deinen Handwerker usw. Wer gut und fair arbeitet, wird nichts zu verbergen haben und Referenzkunden nennen können. Denn Termintreue, Kostentreue und ein zuverlässiger Partner ist wichtig, damit die Kosten letztendlich nicht doch in die Höhe getrieben werden (Baumängel und Baupfusch).

Tipp 8: Handwerker-Preise vergleichen!

Handwerksbetriebe in Großstädten sind enorm ausgelastet. Wenn du kurzfristig einen Handwerker brauchst, zahlst du oft einen Aufpreis. Unternehmen können sich Auftraggeber aussuchen – vom Elektriker bis Rohbauer. Wenn du sparen willst, hole von Handwerkern aus dem Umland Angebote ein. Die sind auch oft gut und günstiger.

Tipp 9: Baue mit Architekten!

Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht die Gewerke einzeln zu vergeben und eine Bauüberwachung und -abnahme durch einen Architekten durchführen zu lassen. Fachkundige Personen können dein Bauvorhaben optimal betreuen und etwa die Rohbaukosten senken. Ein Architekt kann Kostenfallen ausmachen und sinnvolle Alternativen vorschlagen. Er hilft dir dabei die Gesamtkosten realistisch einzuschätzen und teure Nachfinanzierungen zu vermeiden.

Tipp 10: Kostenspiegel führen!

Damit du deine Hausbau-Kosten jederzeit im Blick hast, solltest du jede einzelne Rechnung prüfen und über die Gesamtkosten Buch führen. Es kann passieren, dass einzelne Arbeiten mehrfach in Rechnung gestellt werden oder zu viel Material berechnet wird. Daher nicht gleich überweisen, sondern genau checken. Damit du deine Gesamt- und Mehrkosten im Blick hast, empfiehlt es sich einzelne Posten, Beträge und Rechnungen in einer Kalkulation einzutragen. Hierfür haben wir Excel benutzt. So haben wir jederzeit einen Überblick über Mehrausgaben, die wir an anderen Stellen wieder hereinholen konnten.

FAQ: Wichtige Fragen und Antworten zu den Hausbau Kosten

💶 Wie viel Eigenkapital wird benötigt?

Als Faustregel kannst du mit mindestens 5,5 % des Kaufpreises rechnen, den du als Eigenkapital-Anteil für deine neue Immobilie planen und haben solltest. Dies macht in etwa den Anteil für Grunderwerbssteuer sowie Notar- und Gerichtskosten aus. Beachte, dass je höher dein Eigenkapital-Anteil ist, desto günstiger dir die Baufinanzierung von der Bank angeboten wird.

⚒ Was kostet ein Neubau 2021?

Seit 2010 sind die Baukosten stark gestiegen. Vor 11 Jahren lagen die durchschnittlichen Baukosten in Deutschland noch bei 1.450 €. Heute liegen die Baukosten für einen Neubau in 2021 bereits bei 2.000 € pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ergibt eine Steigerung um 38 Prozent. In unseren Nachbarländern Schweiz (3.000 €/m²) und Österreich (2.200 €/m²) sind die Baukosten sogar noch höher.

🚧 Was kostet ein Keller?

Ein Keller bietet einen gewissen Nutzen. Doch die Mehrkosten zu der Bodenplatte sind enorm und betragen zwischen 250 und 400 € je Quadratmeter. So kostet ein Keller schnell 50.000 € während eine vergleichbare Bodenplatte nur 20.000 € kostet. Den Preis beeinflussen neben der Grundfläche vor allem die Beschaffenheit des Bodens und des Grundwasserspiegels. Zum Vergleich:

Art Kosten
Gemauerter Keller (nicht im Grundwasser): ca. 50.000 €
Wasserdichter Betonkeller (Weiße Wanne, im Grundwasser): ca. 70.000 €
Bodenplatte: ca. 20.000 €

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

  • [1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/_inhalt.html
  • [2] https://gutachten.net/baugutachten/din-normen/neu-din-276-2018/kostengruppe-700.html
Welche Fragen rund um Hausbau-Kosten und deren Berechnung hast du?

Die Planung der Hausbau-Kosten ist wichtig. Je genauer, desto weniger Überraschungen gibt es. Eine Nachfinanzierung ist teuer und strapaziert die Nerven. Welche Tipps kannst du geben, wenn es um Baunebenkosten, Baukosten und andere Hauskosten geht?

Konstantin Unterschrift

blank

Wie würdest du den Artikel bewerten?

Durchschnittsbewertung: Keine Bewertungen abgegeben. Sei der Erste und bewerte den Artikel!

Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann teile ihn mit Freunden:

Konstantin Matern
Folge uns
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.