Fußbodenheizung verlegen: In Eigenleistung Dämmung und Rohre verlegen

Nachdem wir die Estrichdämmung im gesamten Haus verlegt haben, ging es daran die Fußbodenheizung zu verlegen. Zunächst hatten wir uns diese vom Heizungsbauer anbieten lassen und separat bei einem Spezialisten für Fußbodenheizungen ein Angebot angefordert. Allerdings waren die Angebote deutlich zu teuer, so dass wir das selbst in Angriff genommen haben.

1. Angebote zur Verlegung der Fußbodenheizung

Vom Spezialisten für Fußbodenheizungen hatten wir ein Angebot für das Verlegen der Fußbodenheizung, der Estrichdämmung (eine Lage 70 mm EPS im EG und 30 mm EPS im OG) und die Verbindung mit zwei Heizkreisverteilern (ebenfalls inklusive). Als Gesamtpreis kamen 8.600 Euro heraus. Neben dem hohen Preis sprachen aber noch einige Punkte dagegen:

  • Auf die von uns zugesandte Heizlastberechnung wurde nicht eingegangen. Die Verlegeabstände wurden mit 65 mm, 130 mm und 195 mm geplant. Dabei wollten wir ausdrücklich überall 100 mm Verlegeabstand, um später mit einer niedrigen Vorlauftemperatur zu arbeiten.
  • Im Angebot enthalten waren nur das EG und OG. Der Spitzboden wäre damit immer noch nicht beheizt. Da er aber innerhalb der Gebäudehülle liegt, bräuchten wir auch hier eine Heizung.
  • Die angebotene Estrichdämmung hätten wir herausnehmen können (und damit etwas sparen können). Diese wurde übrigens auch deutlich dünner geplant als es uns der Estrichleger vorgeschlagen hat. Klar – eine Lage EPS lässt sich auch schneller und günstiger verlegen als drei Lagen alukaschierte PUR-Dämmung.


Von unserem Heizungsbauer wurde uns ebenfalls das Verlegen der Fußbodenheizung angeboten. Hier lag der Preis bei knapp 7.000 Euro. Allerdings standen hier keine genauen Angaben. Irgendwann stellte sich heraus, dass unser Heizungsbauer die Heizung nicht hätte selbst verlegt, sondern den Spezialisten von dem wir separat ein Angebot eingeholt haben, beauftragt.

2. Dämmung für Fußbodenheizung verlegen

Die Dämmrollen ließen sich ohne Probleme verlegen. Dazu rollt man eine Dämmrolle im Raum an einer langen Seite aus und schneidet sie am Ende ab. Nebenan setzt man das Verlegen dann fort und verklebt die einzelnen Reihen mit dem Klebestreifen. An einem Tag schafft man alleine das ganze Haus. Als sorgfältiger Heimwerker habe ich (alle Stunden zusammen gerechnet) zwei Tage gebraucht.

Fußbodenheizung Dämmrolle

Fußbodenheizung Dämmrolle: Verlegt diese in Richtung der langen Raumseite

Fußbodenheizung Dämmung schneiden

Die Dämmung bis zur Wand ausrollen und mit einem Cutter schneiden

An den Wänden muss bei einem Anhydritestrich die Dämmrolle mit dem Randdämmstreifen verklebt werden, so dass der Estrich nicht entlang der Dämmung herunterlaufen und sich mit der Wand verbinden kann. Zementestrich ist zwar nicht so flüssig, dennoch habe ich die Folie des Randdämmstreifens mit der Dämmrolle verklebt – sicher ist sicher!

Fußbodenheizung Dämmung verlegt

Fußbodenheizung Dämmung verlegt

Fußbodenheizung Faltbahnen verlegt

Fußbodenheizung Faltbahnen verlegt

3. Planung der Heizrohrverlegung

Bei der Verlegung von Heizrohren wird viel Mist gemacht. Oft werden trotz des Einsatzes einer Wärmepumpe pauschal mit 15 cm Abstand die Rohre in jedem Raum gleich verlegt. Welchen Nachteil hat das? Als Bauherr habe ich später hohe Heizkosten und das Jahr für Jahr. Das wollte ich vermeiden habe daher früh genug eine Heizlastberechnung durchführen und mir gleichzeitig die Fußbodenheizung auslegen lassen. In ihr steht geschrieben wie groß der Verlegeabstand in den jeweiligen Räumen ist. So sieht das dann aus:

Heizlastberechnung Auslegung der Fußbodenheizung

Heizlastberechnung Auslegung der Fußbodenheizung

Ziel ist es eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur zu haben und dennoch die Wunschtemperaturen in den jeweiligen Räumen zu erreichen. Auch wenn die Materialkosten bei einem Verlegeabstand von 10 cm in allen Räumen etwas höher sind, habe ich mich dafür entschieden. In den Bädern habe ich den Verlegeabstand so eng wie möglich gewählt, da in den Räumen eine höhere Temperaturen von 24°C erreicht werden sollen und die Bodenfläche vergleichsweise gering ist.

3.1 Fußbodenheizung unter der Badewanne?

Stellen wir die Badewanne auf die Betonplatte und legen wir die Fußbodenheizung drumherum oder kommt die Badewanne auf den Estrich (inkl. Fußbodenheizung). Wir haben uns für letztere Variante entschieden aus drei Gründen:

1.) Ist die erforderliche Heizlast in Bädern hoch. Hier kommt es auf jeden Quadratmeter Fußbodenheizung an. Unter der Badewanne verlegte Heizrohre bringen zwar nicht die volle Leistung, aber tragen immer noch gut zum Beheizen des Badezimmers bei.

2.) Wie sieht das Badezimmer nach einer Sanierung aus? Nach den Erfahrungen unseres Heizungsbauers wird die Badewanne oft weggelassen. In dem Fall ist es von Vorteil, wenn dann an dieser Stelle Heizrohre sind.

3.) Zuletzt ist die Wanne durch die Fußbodenheizung etwas vorgewärmt, was wir im Winter ganz nett finden.

Natürlich hat die Badewanne auf dem Estrich nicht nur Vorteile. Als Nachteile sind zu nennen, dass der Siphon bei Nichtbenutzung der Wanne schneller austrocknet und dass man durch die höhere Badewanne etwas unbequemer ein- und aussteigt.

3.2 Fußbodenheizung in einer begehbaren Dusche?

Sollen wir Heizrohre in der bodengleichen Dusche verlegen? Diese Frage war recht schnell beantwortet: Ja! So sind die Füße beim Duschen immer schön warm und das Wasser verdunstet bei eingeschalteter Fußbodenheizung auch schneller. Wir haben daher die Heizrohre in die Dusche gelegt (so eng wie möglich). Mit dem Estrichleger hatte ich abgesprochen, dass dieser das Gefälle in der Dusche zur Duschrinne hin legt. Das hat er ohne Mehrkosten sehr gut hinbekommen. Dass dies nicht immer so läuft, habe ich im Gespräch mit einem Nachbarn erfahren. Da läuft das Wasser beim Duschen nämlich in den Raum. 🙁

3.3 Heizkreise planen mit Inkscape

Natürlich haben wir nicht einfach die Heizrohre genommen und drauf los getackert. Stattdessen habe ich mich am PC hingesetzt und das Rohrsystem in beiden Etagen geplant. Planung ist hier (mehr) als die halbe Miete! Gerade in Räumen mit vielen Wänden und Ecken kann es sonst passieren, dass man einen Fehler beim Verlegen macht. Laut unserem Estrichleger hat er es sogar schon gesehen, dass dann Heizrohre übereinander verlegt wurden, weil man sich selbst eine Sackgasse gebaut hat und irgendwie zum Heizkreisverteiler zurück musste. 🙂

Vorbereitung

Die gesamte Rohrplanung habe ich mit Inkscape gemacht. Inkscape ist ein kostenloses Programm mit dem man Vektorgrafiken zeichnen kann. Hier kamen meine guten Kenntnisse mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen zugute. Vom Prinzip her öffnet man seinen Grundriss und legt über diesen ein Gitter (geht im Menü unter “Ansicht->Gitter”). Unter “Datei->Dokumenteinstellungen” kann man im Reiter “Gitter” die Abstände definieren. Diese muss man so wählen, dass ein richtiger Maßstab entsteht. Ich habe es so eingestellt, dass die einzelnen Kästchen genau 10 cm – meinen Verlegeabstand – auseinander liegen.

Positionierung des Heizkreisverteilers

Unsere Heizkreisverteiler habe ich möglichst zentral auf jeder Etage platziert. Dabei habe ich beachtet, dass in man in alle Richtungen (also auch durch die Wand nach hinten) mit den Heizrohren in einem Rohr gehen kann. Man muss nämlich nicht zwingend nach vorne mit allen Rohren raus, um durch eine Tür in einen Raum hinter den Verteiler zu kommen. Wichtig ist das vor allem, weil sonst alle Heizrohre (Vor- und Rücklauf) im Flur die gesamte Fläche ausmachen. Der Verlegeabstand würde hier (besonders bei enger Verlegung im gesamten Haus) an dieser Stelle noch enger – bei 5 cm – liegen und den Flur unnötig aufheizen. Ihr könnt die Google-Bildersuche mal bemühen wie es bei einigen im HWR oder Flur zugeht. Das wollte ich vermeiden.

Rohrplanung

Die Rohrplanung an sich ist eigentlich ein einfaches Ausprobieren mit etwas Fleißarbeit. Ihr beginnt also am Heizkreisverteiler und zeichnet mit dem Linienwerkzeug (Shortcut ist UMSCHALT+F6) den Rohrverlauf. Die Heizrohre werden schneckenförmig verlegt. Ihr geht also möglichst mittig durch eine Tür in den Raum und gleich rechts/links an einer Wand mit doppeltem Verlegeabstand entlang immer im Kreis. Sobald ihr bei eurem Heizrohr angelangt seid, geht ihr mit erneut doppeltem Verlegeabstand vom Heizrohr weiter im Kreis bis ihr den Mittelpunkt erreicht habt. Hier macht ihr eine letzte Schlaufe und geht direkt zwischen den Heizrohren zurück. So habt ihr mit dem Rohr den gewünschten Verlegeabstand (bei mir 10 cm). Gut an so einem Vektorprogramm ist, dass ihr jederzeit die Rohre an den Pfadpunkten hin und her schieben könnt.

So sieht die Rohrplanung (EG) unserer Fußbodenheizung in Inkscape

So sieht die Rohrplanung (EG) unserer Fußbodenheizung in Inkscape aus

Tipp: Rohrlänge pro m² Fußbodenheizung

Um abzuschätzen wie viele Heizkreise pro Raum erforderlich sind, können folgende Angaben helfen:

  • bei 10 cm Verlegeabstand werden ca. 10 Meter Rohr benötigt
  • bei 15 cm Verlegeabstand werden ca. 6,6 Meter Rohr benötigt
  • bei 20 cm Verlegeabstand werden ca. 5 Meter Rohr benötigt

Beachten musste ich hier lediglich pro Heizkreis niemals 100 Meter zu überschreiten. Ist ein Raum zu groß, erhält er eben mindestens einen weiteren Heizkreis. Flur und andere kleine Räume wie z.B. das Gästebad packt man natürlich trotz der kleinen Flächen nicht in einen Heizkreis, da die gewünschten Raumtemperaturen sich unterscheiden. Die Rohr- bzw. Pfadlänge lässt sich in Inkscape anzeigen: Klicke den Pfad an und gehe dazu auf “Erweiterungen->Pfad visualisieren->Pfad ausmessen”.

4. Heizrohre verlegen: Tackersystem

Sollte man Fußbodenheizungrohre verlegen lassen? Wir haben angefragt – für 2 Etagen hätten wir 200 Euro zzgl. 19% MwSt. alleine für das Verlegen der Heizrohre bezahlen müssen. Drei Mann hätten dies an einem Tag gemacht. Ich war auch kurz davor die Arbeit abzugeben, weil wir noch genug andere Dinge zu erledigen hatten. Letztendlich haben wir es aber doch selbst gemacht. Mit zwei Freunden haben wir an einem Samstag und am Sonntag (halber Tag) auf beiden Etagen in allen Räumen die Fußbodenheizung verlegt.

4.1 Werkzeug zum Verlegen der Heizrohre

Rohrschere: Um PE- oder/und Aluverbundrohre schneiden zu können braucht ihr eine Rohrschere. Ich bin einige Baumärkte abgefahren, um diese zu finden. Entweder war sie nicht vorrätig oder keiner der Mitarbeiter kannte das Werkzeug. Am besten ihr bestellt es daher einfach online oder kauft es im Fachhandel für Heizung/Sanitär. So ein Rohrschneider kostet um die 10 EUR und ermöglicht es das Rohr sauber abzuschneiden.

Rohrkalibrierer und Entgrater: Ist das Rohr abgeschnitten, werdet ihr feststellen, dass es leicht deformiert ist. Mit einem Rohrkalibrierer bringt ihr es wieder in Form. Achtet beim Kauf darauf den Kalibrierer passend zum Rohrdurchmesser zu wählen. Manche haben einen Entgrater bereits mit dabei. Bei mir muss ich sagen, dass die Rohrschere so sauber abgeschnitten hat, dass keine Entgratung nicht erforderlich war. Kostenpunkt: Unter 10 Euro

Fußbodenheizung Tackergerät

Bauherr “bewaffnet” mit dem Tackergerät

Tackergerät: Zur Befestigung der Rohre an den Dämmrollen braucht ihr ein Tackergerät. Dieses als Bauherr zu kaufen macht natürlich keinen Sinn. Ich habe einfach direkt dort nachgefragt, wo ich mein gesamtes Material für die Fußbodenheizung gekauft habe – im Großhandel. Da ich dort einen Mitarbeiter kenne, hat man mir das Gerät sogar leihweise für unbestimmte Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Maulschlüssel: Für die Steckmuffen braucht ihr einen passenden Maulschlüssel. Ein 25-Teiliges Set kostet knapp 23 Euro.

PE-RT Alu-Verbundrohr

PE-RT Alu-Verbundrohr (16×2 mm)

4.2 Fußbodenheizung verlegen: So geht man vor

Beginnt am besten mit einem einfachen Raum ohne viele Ecken. In komplizierten Räumen würde ich vorab den Verlauf der Rohre auf den Dämmrollen mit einem Filzstift kennzeichnen. Das erleichtert das Verlegen. Ihr startet am Rücklauf (unten) des Heizkreisverteilers. Längt zunächst das Rohr sicherheitshalber mit der Rohrschere ab. Mit dem Entgrater werden abstehende Reste entfernt und mit dem Rohrkalibrierer bringt ihr euer Rohr wieder in die runde Form. Jetzt wird die Überwurfmutter übergeschoben und dann der Klemmring. Der Stützkörper wird danach bis zum Anschlag in das Rohr geschoben. Die Rohrmutter wird dann ohne zu verkanten mit dem Anschluss des Rücklaufs verschraubt.

Fußbodenheizung verlegen in Eigenleistung

Fußbodenheizung verlegen in Eigenleistung – zu Dritt war es kein Problem

Geht nach eurem Verlegeplan mit dem Rohr in den Raum. Beim Verlegen wird die Rolle mit den Heizrohren von einer Person abgerollt wie man es auch mit Kupferkabeln macht. Da Alu-Verbundrohre nach dem Verlegen relativ stabil liegen, sollte diese Person gute Vorarbeit leisten, indem sie die Kurven bereits gut vorlegt. Eine zweite Person formt die Rohre und legt sie ziemlich genau im geplanten Abstand auf die Tackerplatten, während kurz darauf eine zweite Person die Rohre an die Matten tackert. Bei uns war es so, dass ich die Rohre in Form gebracht habe. Begonnen habe ich zunächst auf allen Vieren. Im Laufe des Verlegens haben wir dann festgestellt, dass man im Stehen die Rohre auch mit Händen und Füßen gut biegen und in Form bringen kann. Irgendwann hat man den Dreh – wie bei allem – halt raus und dann geht es richtig schnell. Sobald ihr am Verteiler angekommen seid, kontrolliert ihr die Rohrlänge. Sie sollte wie bereits geschrieben nicht über 100 Meter liegen. Das Rohr wird nun großzügig abgeschnitten. Um es dann wieder am Vorlauf anzuschließen, längt ihr es erneut und genauer ab. Macht das Rohr nicht zu stramm und lasst es lieber etwas länger, so dass es in den Rücklauf mit einem kleinen Bogen geht.

Tipp

Das Tackern und Verlegen ging sehr schnell. Länger hat es gedauert die Rohre am Heizkreisverteiler anzuschließen. Hier würde ich mir aber an eurer Stelle Zeit lassen und sorgfältig arbeiten. Wenn man z.B. das Rohr zu kurz abschneidet, geht das Gepfusche los. Bei uns hat allerdings alles super funktioniert.

Bei Türdurchgängen und Wanddurchbrüchen müssen die Heizrohre mit einem Schutzrohr versehen werden. So umschließt an diesen Bereichen der Estrich das Rohr nicht. Wozu? Zwischen den Räumen wird der Estrich getrennt. Es kommt zu Bewegungen, dem das Heizrohr so besser standhalten kann. Es gibt spezielle Schutzrohre für Fußbodenheizungen. Diese schneidet ihr mit dem Cutter längs ein und umschließt (nach dem Verlegen der Rohre) damit das Heizrohr. Wir haben einfach Reststücke von Kabelschutzrohr genommen, welche der befreundete Elektriker mir freundlicherweise gegeben hat.

Was sollte man beachten – Hier einige weitere Tipps?

  • Muss im Bereich der Treppe gebohrt werden? In unserem Fall wurde nach der Verfliesung durch den Estrich gebohrt, um Bolzen unserer Bolzentreppe zu befestigen. Vom Treppenbauer habe ich mir daher Maße geben lassen in denen keine Heizrohre verlegt wurden. Hier sollten übrigens auch keine Kabel entlang laufen. Das war bei uns zunächst der Fall. Zusammen mit meinem Schwager habe ich die aber noch rechtzeitig umgelegt.
  • Wird ein Treppengeländer aufgestellt? Muss hier gebohrt werden? Wir haben daher 15 cm Abstand zum Rand gelassen. So konnte der Treppenbauer in dem Bereich gut stemmen bzw. bohren.
  • Heizkreis Längen

    Heizkreis Längen – die Tabelle

    Fotos, Fotos, Fotos! Macht von jedem Raum Fotos. Uns hat das sehr geholfen – etwa als der Treppenbauer da war. Da die Dämmrollen mit Gitterlinien bedruckt ist, kann man am Foto ziemlich genau den Abstand der Heizrohre bestimmen.
  • Für die Verlegung selbst würde ich eine Excel-Tabelle vorbereiten in der ihr euren Heizkreisen bereits Namen gebt, die Positionen im Verteiler notiert und die Länge des Heizkreises festhaltet. Diese Heizkreislängen braucht später der Heizungsbauer für seinen hydraulischen Abgleich (wenn ihr ihn nicht selbst macht). Meine Tabelle könnt ihr unten sehen.

5. Druckprobe: Fußbodenheizung auf Dichtheit überprüfen

Zuletzt wird die Fußbodenheizung auf Dichtheit geprüft. Das solltet ihr unbedingt vor dem Estrich machen, um spätere Stemmarbeiten zu vermeiden. Im Bekanntenkreis musste bereits jemand seinen Estrich aufstemmen, hat das Leck dann gefunden – es war natürlich mit viel Arbeit und Ärger verbunden.

Geprüft werden kann mit Luft- oder Wasserdruck. Wir haben es mit Wasser gemacht, obwohl dies länger dauert als mit Luft. So konnten wir bereits das Heizrohrsystem gut spülen und einen Großteil der Luft darin heraus bekommen. Konkret habe ich mir von einem Verwandten einen Kompressor geliehen. Vorteil davon ist, dass man das Wasser nicht verschwendet. Viele Heizinstallateure machen es nämlich so, dass sie Wasser in den Heizkreis pumpen und auf der anderen Seite das Wasser direkt in den Abfluss ablaufen lassen, um das System zu spülen. Die Verschwendung ist dabei natürlich enorm.

Fußbodenheizung Druckprobe zum Prüfen auf Dichtheit

Fußbodenheizung Druckprobe zum Prüfen auf Dichtheit

Wir haben also eine Mülltonne mit Wasser befüllt. Von da aus haben wir Wasser in die Fußbodenheizung gepumpt – alle Heizkreise nacheinander. Zum Abschluss haben wir auf das Rohrsystem einen Druck von 4 Bar gegeben. Der Druck durfte in den nächsten Stunden nicht abfallen. Zum leichten Druckabfall kam es trotzdem. Das Problem war schnell gefunden: Eine der Muffen am Heizkreisverteiler war nicht richtig angezogen. Nachdem wir diese nachgezogen und den Druck erneut drauf gegeben haben, blieb er dann auch weitgehend erhalten. Einen Druckabfall oder Druckanstieg kann es immer auch geben wegen Temperaturschwankungen. Gerade in Zimmern mit großen Fenstern kann der Druck stark variieren. Macht euch also nicht verrückt, wenn der Druck leicht abfällt. Unser Heizungsinstallateur meinte, dass der Druck nur nicht nach einer halben Stunde auf etwa 1 Bar oder weiter fallen darf.

6. Fazit: Fußbodenheizung in Eigenleistung

Insgesamt muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit dem Ergebnis. Das Aufheizprogramm ist bereits ohne Probleme durchgelaufen. Gespannt sind wir vor allem auf den ersten Winter. Das Verlegen in Eigenleistung ist kein Problem. Das was lange dauert und komplizierter ist, ist die Rohrplanung. Hier sollte man sich Gedanken machen und einen Fachmann zur Seite haben. Wer aus Gründen von Mängelhaftung sich nicht traut die Rohre selbst zu verlegen, kann das natürlich abgeben. Zumindest die Dämmrollen verlegen würde ich immer selbst, weil man es als Bauherr oft ordentlicher macht, Geld spart es keine große Aufgabe ist. Was folgt: Ihr müsst nun noch die Stellantriebe aufstecken. Die Verkabelung würde ich einem Elektriker überlassen.

Zum Abschluss habe ich euch noch ein paar Fotos unserer Fußbodenheizung ausgesucht:


Heizrohre durch die Wand

Heizrohre durch die Wand

Treppe - keine Fußbodenheizung

Im Anfangsbereich der Treppe – keine Fußbodenheizung

Heizkreise im Arbeitszimmer

Zwei Heizkreise im Arbeitszimmer

Fußbodenheizung im Schlafzimmer

Fußbodenheizung im Schlafzimmer

Heizrohre bodengleiche Dusche

Heizrohre in der bodengleichen Dusche

Fußbodenheizung Heizkreisverteiler

Fußbodenheizung Heizkreisverteiler: Hier bereits mit allen Rohren, Stellantrieben und Verkabelung


Was kommt als nächstes? Es folgt der Estrich.

Hier weiterlesen...

19 Kommentare

  1. Endlich geht es weiter 🙂

    Wir sind grad bei der Grobinstallation von Elektro- und Sanitär, das Dach wird ebenfalls momentan gedeckt.

    Dosen senken kann ich kaum noch sehen – wir müssten so ca. 240 Dosen nun gebohrt haben – plus die Schlitze. Die Kabel verlegen macht ein befreundeter Elektriker.

    Tackern werde ich wohl auch selbst, aber verlegen wird der Fachmann – dem vertraue ich da.

    Übrigens wird es bei uns wirklich nun die Flexotherm von Vaillant – bin sehr gespannt.

    Steht denn derzeit wirklich der Estrich noch an oder seid Ihr schon im realen Leben weiter?

  2. Hallo, ein toller Post! Wir haben uns nun auch entschieden, dass wir die Tackerplatten für die Fußbodenheizung selbst verlegen. Auch soll unsere Dusche eine FBH bekommen 🙂
    LG, Eva

  3. Hi Sebastian,

    wir sind mittlerweile schon eingezogen und waren vor kurzem im Urlaub, um Kraft zu tanken. 🙂 Innen gibt es zwar noch kleinere Baustellen aber das Gröbste ist geschafft. Du kannst übrigens im Bauablaufplan ganz gut sehen was wir wann geschafft haben. https://www.hausbauen24.eu/plane/bauablaufplan/

    Haha, ja geschlitzt und gestemmt habe ich bei uns teilweise auch mit. Das ist echt keine schöne Arbeit. Die kannte ich aber auch schon vor dem Hausbau ganz gut, weil ich einem Kumpel auf der Baustelle geholfen hatte.

    Warte mal bis die Schleiferei und Spachtelei kommt – falls du die selbst machst. Die fand ich noch schlimmer.

    Das Verlegen ist nicht so schwer, wenn der Plan steht. Aber klar – mit Fachmann ist man gelassener.

    Wegen der Flexotherm Wärmepumpe bin ich auch gespannt. 🙂 Kannst mich vielleicht ja auf dem Laufenden halten.

  4. Hallo 🙂 ich bin zufällig auf euren Blog gekommen, ich find das super das ihr den erstellt habt:) die meisten waren immer mit irgendwelchen Baufirmen und da sieht man nicht auf einen zukommt 😀
    Wir wollen demnächst auch bauen, genau wie ihr mit viel Eigenleistung 😀
    aber wenn ich den Blog so lesen, habt ihr ja ziemlich lange gebraucht oder täuscht das, wir planen so grob 10 Monate (ist aber schon recht großzügig geplant, hat man uns gesagt 🙂 )

    Gruß

    Galina

  5. Hallo Galina,

    danke. Es kommt immer drauf an wie viel man selbst macht und wie es läuft. Wir haben wirklich viele Eigenleistungen eingebracht vom Betonieren der Bodenplatte bis hin zu Trockenbau und Malerarbeiten – das machen die wenigsten. Außerdem haben wir bei fast jedem Gewerk (Heizung, Estrich, Sanitär, Fliesenleger, Treppenbauer) mitgewirkt und geholfen. Dann dauert der Bau nun mal. Ich denke kaum, dass ihr in 10 Monaten mit so vielen Eigenleistungen durch sein werdet. Das kommt natürlich auch immer drauf an wie viele Helfer man hat und wie viele (helfende) Handwerker am Bau mitwirken.

    Hinzu kam bei uns, dass der (Klinker-)Maurer fast 6 Monate bei uns beschäftigt war.

  6. Hallo Konstantin,

    vermutlich seid ihr erst eingezogen wenn alle Räume fertig waren. Ja das mit den Klinker war natürlich ärgerlich 🙁 ich wäre bestimmt durchgedreht 😀 ich bin in solchen Sachen immer schnell reizbar… 😀
    Wir möchte natürlich nur Gäste-WC und Schlafzimmer machen und dann einziehen, damit wir nicht eine Doppelbelastung haben 😀 natürlich werden wir noch nicht komplett durch sein in 10 Wochen, wir machen alles selber außer Fenster, Haustür, Klinker und Verputzen…das sind die Sachen die wir abgeben möchten, den Rest erledigen wir in Eigenleistung

    Gruß
    Galina

  7. Hallo Galina,

    dann ist das sehr knapp bemessen mit der Zeit. Bei uns waren auch nicht alle Zimmer fertig. Es gibt immer noch kleinere Baustellen. Wir hatten auch nur ein Gäste-WC fertig (das andere Bad nehme ich demnächst in Angriff). Ansonsten hatten wir in allen Zimmern (einschließlich die im Spitzboden) Laminat verlegt und die Malerarbeiten abgeschlossen.

    Von eurem Eigenleistungen her sieht es fast wie bei uns aus. Nur wir hatten die Fliesenarbeiten auch noch abgegeben an einen Bekannten.

    Natürlich kann man sich ärgern…haben wir auch zeitweise. Bringt nur leider nicht viel. Vielleicht ist es anders, wenn man die doppelte Belastung hat und es finanziell drückt sieht das bestimmt anders aus. Wir haben es eher gelassen gesehen und sind jetzt dafür umso zufriedener mit der Ergebnis.

    Viele Grüße und starke Nerven,
    KonstantinM

  8. Hallo Konstantin,

    naja ich hoffe natürlich nicht das wir länger brauchen 😀 aber da wir nur ein Bungalow bauen, gehst vllt etwas schneller 😀
    Wir benötigen auch keine Baugenehmigung (die ja meistens bis zu 3 Monate an Bearbeitungszeit benötigt), bei uns reich eine Bauanzeige und die Bearbeitungszeit hierfür ist 2 Wochen. Nun wir werden es sehen wenn es soweit ist 😀 wenn wir natürlich auch so Pech haben wie ihr mit dem Klinker…zieht sich das natürlich alles in die Länge…Wann kommt endlich ein neuer Bericht?:D
    Leider gibt es nicht viele Blogs die es über Hausbau mit Eigenleistung geht:( und die mit Firmen sind nicht so interessant, zu mindestens für mich 😀

    Gruß
    Galina

  9. Ein Bungalow sollte natürlich etwas schneller gehen. Bei uns hat vor allem der Ausbau des Spitzbodens sehr lange dauert. Gefühlt hat man an dem doppelt so lange gewerkelt wie am Dachgeschoss. 🙂

    Der nächste Artikel kommt bestimmt. Ich kann nur nicht versprechen wann genau, weil im Haus immer noch viel zu tun ist und das vor geht. Ich werde aber heute oder morgen zumindest damit anfangen. Es wird übrigens um den Estrich gehen.

    Viele Grüße,
    KonstantinM

  10. 10 Monate ist ja selbst ohne EL bei Einzelvergabe eine normale zeit – das wird wohl eher schwer. Und wollt Ihr wirklich auf einer Baustelle leben? Bauen zerrt schon so an den Nerven – das kann dann noch schlimmer werden ;).

    Wir machen ja auch viel und ich merke jetzt schon, dass es da oft zeitliche Probleme mit Beruf & Familie gibt – die Zeit rennt meist nur so weg und man hat nicht viel geschafft bzw. muss auch schon wieder weg.

    Will damit nur sagen: Stellt es Euch nicht so einfach vor, kalkuliert eher mehr zeit und weniger EL ein, dann habt Ihr nachher keine bösen Überraschungen.

    Wir wohnen derzeit bei meinen Eltern, da ist es natürlich finanziell etwas stressfreier…

  11. Das von Sebastian kann ich nur bestätigen. Es dauert meistens alles länger als man plant/denkt. Da fehlt etwas an Material, hier an Werkzeug und dann muss man teilweise auf jemanden warten. Großartig Familienleben und Hobbys kann man meistens in der Bauzeit vergessen. Beruflich muss ich sagen, hatte ich das “Glück” mir die Zeit frei einzuteilen. So konnte ich am Tag einige Erledigungen für den Bau machen, teilweise auch viel auf der Baustelle arbeiten und nachts oder am späten Abend meinem Beruf nachgehen.

    Ich würde auch lieber weniger Eigenleistungen einplanen und etwas mehr Geld bei der Bank aufnehmen. So wird das Bauen meiner Meinung nicht ganz so stressig.

    Gut, jetzt aber wieder zum Thema des Beitrags: “Fußbodenheizung verlegen”. 🙂

  12. Hallo Konstantin,

    dein Blog ist die Wucht. 🙂

    Bisher habe ich keinen professionelleren und ausführlicheren Hausbau-Blog gelesen, wie deinen.

    Mich würde interessieren, wie der Standby Stromverbrauch der eingesetzten FBH-Stellantriebe (Modell?) aussieht.
    Kannst da vielleicht noch etwas zu schreiben?

    Vielen Dank.

    Felix

  13. Hallo Felix,

    dankeschööön. 🙂

    Zum Standby-Verbrauch konnte ich jetzt nichts in den technischen Daten finden. Zumindest verbraucht einer im Betrieb nur 1 Watt.

    Viele Grüße,
    KonstantinM

  14. Hallo Konstantin,

    wieder ein toller hilfreicher Beitrag. Kannst Du vielleicht verraten, wo die die Materialien für den Bodenaufbau und Fußbodenheizung gekauft hast? Ich komme nämlich auch aus Hannover. Danke.

    Viele Grüße

    Tom

  15. Hi Tom,

    die Estrichdämmung hatte ich bei IDV-Dämmstoffe bestellt. Die waren am günstigsten. das gesamte Material rund um die Fußbodenheizung haben wir im Fachgroßhandel für Sanitär und Heizung über einen Bekannten gekauft.

    Schöne Grüße,
    Konstantin

  16. Hallo Konstantin.
    Ich finde deinen Hausbaublog sehr informative. Bin selber zur Zeit am Bauen und nutze deinen Blog um mein Wissen beim Hausbau zu erweitern und was man alles in Eigenleistung selber erledigen kann.
    Ich habe eine Frage zu der Duschrinne. Von welcher Hersteller ist die?
    Welchen Dämmungshersteller habt ihr für die Bodendämmung genommen?
    Gruss Carsten

    • Hi Carsten,

      die Duschrinnen sind von KESSEL. Wir haben im Gästebad die Linearis Compact und im großen Bad die Linearis Comfort gekauft. War ein Tipp vom Heizungsinstallateur (Chef selbst), weil sich die KESSEL-Duschrinnen sehr leicht und gut reinigen lassen. Können wir seit dem Einzug bestätigen. Du kannst die Rinne befliesen oder umdrehen und hast eine schöne Edelstahloberfläche mit KESSEL-Schriftzug. Sieht beides ganz schick aus. Einbau ist mit der beiliegenden Anleitung ganz gut möglich. Unbedingt die Manchette zur Abdichtung mit montieren! Außerdem auf die korrekte Platzierung achten! Bei uns ist die im großen Bad um ca. 5 mm seitlich verschoben. Da wir bis an die Wandfliesen mit der Duschrinne rangehen, sieht es 1.) etwas unsymmetrisch (wahrscheinlich nur für mich, weil ich es weiß 😉 ) aus und 2.) ist die Versiegelung auf einer Seite schlecht möglich.

      Viele Grüße,
      Konstantin

  17. Hallo Konstantin,

    vielen Dank für Deinen guten Beitrag über den Einbau der FBH, zu dem ich 2 Fragen habe.
    Hat sich Deine Meinung zum Verlegen der Rohre unter der Dusche geändert?
    Hast Du den Estrich kompl. Raum und Dusche eingebracht oder eine, wie überall propagiert, Nische gelassen, mit Randdämmstreifen verkleidet und nachträglich mit Estrich gefüllt, würdest Du es wieder so bewerkstelligen?

    Viele Grüße
    Jürgen

  18. Hallo Jürgen,

    wir haben das Gefälle in der Dusche vom Estrichleger machen lassen. Die Fußbodenheizung in der bodengleichen Dusche würde ich erneut genau so verlegen. Unsere Dusche im großen Bad ist z.B. 2 Meter lang. Wenn du zum Abtrocknen nach vorne trittst, bleiben die Füße auch im Winter schön warm, weil der Boden erwärmt ist. Das weiß besonders meine Frau zu schätzen.

    Außerdem trocknen die Fliesen nach dem Duschen im Winter sehr schnell…einmal abziehen, Fenster für 10 bis 15 Minuten auf und alles ist trocken. Wenn du niedrige Vorlauftemperaturen bei deiner Heizung anstrebst, kommst du nicht drumherum auch in der Dusche und unter der Badewanne eine Fußbodenheizung zu verlegen. Gerade im Bad sind nämlich etwas höhere Temperaturen gewünscht. Wenn dann die Fläche mit Fußbodenheizung zu knapp ist, erreicht man die Wunschtemperatur nur über eine erhöhte Vorlauftemperatur.

Schreibe einen Kommentar

Send this to friend