Sanitär-/Heizungsinstallationsarbeiten: Verlegen der Rohre vor dem Innenputz

Auf einem der Fotos aus dem Artikel zum Fenstereinbau habt ihr vielleicht bereits ein Fahrzeug eines Heizungsinstallateurs erkannt. Parallel zu den Elektroinstallationsarbeiten waren nämlich auch 2 Heizungsinstallateure vor Ort und haben fleissig Rohre in unserem Neubau verlegt, die eingeputzt werden. Es wurde quasi alles vorbereitet, was Unterputz ist.

Die lange Suche nach einem Heizungsbauer

Schwierig erwies sich die Suche nach einem kompetenten Heizungsbauer. Während der Informationssammlung zu unserem Grabenkollektor hatte ich auch viele Sachen gelesen, die für die Heizung wichtig sind. Daher wusste ich bereits sehr genau was ich wollte und was nicht. Wer sich in Foren etwas umschaut wird schnell nachlesen können welche Probleme Bauherren immer wieder haben, weil der Heizungsbauer keine Ahnung hat. Es sind oft die gleichen Fehler, die gemacht werden und später zu hohen Heizkosten führen.

Es standen bei uns daher viele Eckpunkte schon fest. So wusste ich bereits genau welches Modell Wärmepumpe (VAILLANT geoTHERM plus VWS 62/3 ) mit welcher Heizleistung bei uns installiert werden sollte. Das schränkte die Auswahl an Heizungsinstallateuren stark ein. Zwar konnte jeder die Wärmepumpe theoretisch installieren, viele wollten dies aber nicht, weil Sie generell mit anderen Herstellern arbeiten oder erhielten schlechte Konditionen vom Großhandel.

Folgende Probleme gab es immer wieder:

  • Heizungsinstallateur versucht mir eine andere Heiztechnik anzudrehen: Einer wollte mir sogar ein Mini-Blockheizkraftwerk einbauen
  • Heizungsinstallateur baut keine Vaillant-Wärmepumpen ein
  • Heizungsinstallateur hat keine Zeit
  • Zu hoher Preis
  • Heizungsinstallateur zu weit weg
  • Heizungsinstallateur hat keine Erfahrungen mit Wärmepumpen/Erdkollektoren
  • Heizungsinstallateur baut Wärmepumpe nur mit Pufferspeicher, hydraulischer Weiche und/oder zu hoher Leistung ein

Nun hatte ich also mehrere Termine vor Ort und viele Telefonate hinter mir. Auf Messen hatte ich vorher bereits mit einigen Unternehmen gesprochen. Irgendwann habe ich das Vaillant Kundenforum in Hannover besucht. Man kann sich dort die verschiedenen Heizungen vor Ort anschauen und beraten lassen. Mir hatte die Beratung sehr gut gefallen – auch weil die nette Frau Ahnung vom Fach hatte. Dort wurden mir auch erneut einige Adressen geben => Gleich das erste Unternehmen war ein Volltreffer: Der Chef hatte mir am Telefon als bisher einziger gesagt, dass ein zu komplexes Heizungssystem oft nur Probleme mit sich bringt. Auch er hatte die Ansicht, dass ein Pufferspeicher das System nur unnötig teuer (für den Bauherren) und gleichzeitig die Stromkosten in die Höhe treibt. Telefonisch und per E-Mail hatten wir die wichtigsten Dinge bereits geklärt. Es folgte ein Angebot – das gefiel mir schon fast. Einige Dinge mussten aber noch geklärt werden. Also machten wir einen Termin aus: Ich bot von mir aus an in die Firma zu fahren.

Termin: Was wurde abgesprochen? Was war wichtig?

Ich hatte alle für die Heizung/Sanitärinstallation wichtigen Unterlagen dabei. Hier eine kleine Checkliste:

  • Grundriss, Ansichten, Entwässerungsplan
  • Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (hatte ich vorher bereits in Eigenregie in Auftrag gegeben)
  • Wärmeschutznachweis
  • Grabenentwurf
  • Angebot für Sanitär und Heizung mit markierten Positionen über die gesprochen werden muss
  • Checkliste: Was ist uns wichtig?
  • Fragen: Das ist noch unklar

Änderungen des Angebots

  • Wärmepumpe: Ursprünglich wollten wir die Vaillant mit Kühlfunktion für den Sommer haben. Allerdings sind wir davon schnell wieder abgekommen. Das hatte zum einen den Grund der höheren Kosten und zweitens ist im Internet oft zu lesen, dass davon abgeraten wird (kalte Füße im Sommer, Taupunkt). Die Position wurde daher geändert.
  • Hydraulische Weiche: herausgenommen
  • Fußbodenheizung: Diese Leistung gibt unser Heizungsinstallateur grundsätzlich an ein Unternehmen ab, welches auf Fußbodenheizungen spezialisiert ist. Der Preis war dann allerdings für uns bei einer Fußbodenheizung im EG und OG deutlich zu hoch. So entschieden wir uns das Gewerk in Eigenleistung zu machen. Das Unternehmen sollte daher lediglich die bereits gekauften Heizkreisverteiler anschließen. Die Heizrohre würden wir selbst verlegen.
  • Heizung im Spitzboden: Auch ein Punkt: Bei einer Wärmepumpe machen herkömmliche Heizkörper keinen Sinn. Da die Vorlauftemperatur so niedrig ist, würden diese den Raum nicht warm bekommen. Wir fanden daher 3 Möglichkeiten: ZWei Gebläsekonvektoren oder eine Fußbodenheizung mit Trockenestrichsystem. Wir entschieden uns für letztere. Mehr dazu aber in einem separaten Posting zur Fußbodenheizung.
  • Zirkulationspumpe: Zirkulationsleitung – ja/nein? Wir entschieden uns für eine Zirkulationsleitung aus Komfortgründen. Zwar sind wegen der laufenden Zirkulationspumpe damit höhere Stormkosten verbunden, allerdings wollten wir in der Küche oder im Bad nicht ewig auf warmes Wasser warten.
  • Außenzapfstelle: Statt einer Zapfstelle, haben wir noch eine weitere Zapfstelle an der anderen Hausseite gewünscht.
  • WC-Unterspülkästen: Im ersten Angebot waren Leichtbaukästen für die WCs eines anderen Herstellers eingeplant. Da wir Geberit-WCs bereits geplant haben, wurden diese getauscht.

Installationsarbeiten

4 Tage waren zwei Handwerker vor Ort und haben die gesamte Roh-Installation gemacht. Abgemacht hatten wir, dass diese die Verteiler montieren und die Rohre anschließen. Im Hauswirtschaftsraum wurden die Verbundrohre bis zum späteren Standort der Wärmepumpe geführt. Sie schauen später aus dem Estrich. Gut gefallen hat mir die Dämmung der Rohre. Sie war quadratisch – so muss später bei der Estrichdämmung nicht so viel geschüttet werden.

Vor- und Rücklauf der Heizung

Vor- und Rücklauf der Heizung sieht man hier ganz gut an der roten Dämmung

Heizung- und Sanitärrohre

Hier laufen Heizung- und Sanitärrohre in den HWR – gekreuzt von jede Menge Kabeln


Hier war es ganz gut vorab mit den Handwerkern vor Ort nochmal einige Dinge abzusprechen. So etwa die Platzierung der beiden Duschrinnen in den Bädern, wo die Badewanne hin kommt und welche Arten von Duscharmaturen wir haben. Außerdem bat ich diese an einigen Stellen den Beton wegzustemmen – nämlich genau da wo die Rohre für Vor- und Rücklauf die geplanten Zentralstaubsaugerrohre kreuzen. Abgesprochen wurden auch die Höhen der WC-Leichtbaukästen bzw. der WC-Sitze. Diese haben wir etwas höher als Standard platziert, um sich später bequemer zu setzen und wieder aufzustehen.

Geberit Spülkasten im Gästebad

Geberit Spülkasten im Gästebad, außerdem auch die Rohre für den Spülkasten

Geberit Spülkasten und links auch die Entlüftung über das Dach

Geberit Spülkasten und links auch die Entlüftung über das Dach


Die Duscharmatur im Bad wollten wir Unterputz haben, so dass wir daran direkt eine Regendusche anschließen können. Hierfür haben die Handwerker alle Rohre >Unterputz verlegt.

Grohe Unterputz Thermostat

Grohe Unterputz Thermostat

Grohe Unterputz Dusche

Grohe Unterputz Dusche – hier „vorgeputzt“


Tipp: Vor dem Gewerk Innenputz selbst spachteln

Wie ihr auf einigen Fotos erkennen könnt, sind einige Rohre bereits eingeputzt. Das hatte ich in Eigenleistung vor dem Gewerk Innenputz gemacht. Elektriker und Heizungsinstallateure stemmen einiges vom Mauerwerk weg. Jetzt könnt ihr zwar den Putzer alles mit einputzen lassen, allerdings fällt der Putz an den Stellen wo viel Putz ist später etwas ein und ist nicht mehr gerade. Daher vorher selbst mit Putz und einer Kelle bewaffnet alles zuspachteln. Das muss nicht besonders ordentlich aussehen. Genommen habe ich hierfür günstigen Gipshaftputz vom Baustoffhändler.

Wasserleitung für Dusche und Entwässerung für Waschtischarmaturen

Wasserleitung für Dusche und Entwässerung für Waschtischarmaturen

HT-Rohre: Abfluss in der Wand

HT-Rohre: Abfluss in der Wand zwischen Poroton-Steinen und Klinker – so haben wir keine zu verkleidenden Rohre im EG


Abgemacht hatten wir also, dass wir alles machen lassen was Unterputz ist und die Installation und Inbetriebnahme der Wärmepumpe. Bei der Sanitärinstallation lassen wir ebenfalls alle Rohre verlegen und die Anschlüsse (Küche, Waschmaschine, Außenzapfstellen) machen lassen (Ventile montieren – wichtig wegen Gewährleistung/Haftung bei Wasserschäden). Die Lieferung und Monatage der Sanitärobjekte wollen wir in Eigenleistung machen.

Fußbodenheizung Verteiler abgeklebt

Die Verteiler der Fußbodenheizung habe ich vor dem Innenputz abgeklebt

Hier sieht man die Vorbereitung der Waschtische im Bad (Rohbau)

Hier sieht man die Vorbereitung der Waschtische im Bad (Rohbau)


Thema Grabenkollektor: Die Einführung der Grabekollektorrohre in den HWR hatten wir bereits gemacht. Ab hier sollte alles der Heizungsinstallateur übernehmen. Das heißt: Er führt das Spülen des Grabenkollektors und eine Druckprobe durch. Zwei Sondenverteiler sowie die Sole-Flüssigkeit habe ich bereits über das Internet besorgt.


Was kommt als nächstes? Vor dem Verputzen müssen noch die Innenfensterbänke rein. Ansonsten kann der Innenputz kommen. Übrigens sind die Fotos hier alle vom Dezember 2014.

Hier weiterlesen...

7 Kommentare

  1. Vaillant hat vor ein paar Tagen seine neue geoTherm präsentiert, die ab Juli 2015 erhältlich sein soll. Wollen auch unbedingt Vaillant und bei uns passt es – bei Euch wohl schon zu spät, oder?

    Einzelraumregelung habt wohl nicht, oder? Wieviel Warmwasserspeicher habt Ihr?

  2. Hallo Sebastian,

    Juli 2015 wäre uns zu spät. Das stimmt. Naja, irgendwann kommen immer neuere Geräte raus.

    Einzelraumregelung war ebenfalls ein Thema (was ich hier im Beitrag nicht aufgeführt habe). Am liebsten hätte ich sie auch weggelassen und die Temperatur über den Durchfluss geregelt. Sie wurde mir von mehreren Heizungsbauern doch empfohlen und ist auch laut ENEV vorgeschrieben – ja ich weiß – was man dann selbst macht ist einem überlassen. Wir haben jetzt die ERR mit rein genommen, Kabel verlegen lassen und ich habe mir schicke&günstige Raumthermostate aus dem Internet bestellt. Wenn was kann ich sie auch später deaktivieren.

    Unser Warmwasserspeicher ist in dem Kombigerät mit 170 Litern dimensioniert. Auch dieses Thema hatte ich in Gesprächen mit Heizungsbauern mehrmals. Der Warmwasserspeicher soll für 4 Personen ausreichen – hängt natürlich mit der Wahl der Armaturen (Regendusche, Whirlpool, …?) und dem eigenen Nutzungsverhalten zusammen.

    Viele Grüße,
    Konstantin

  3. Moin,

    wir lassen sie weg – einmal aus Kostengründen (von GIRA kosten die Teile ja richtig was), dann halt weil es eher unsinnig bei der Wärmepumpe und dem gedämmten Standard ist.

    170 Liter – mmmmhh…ich hab da echt Bedenken, dass das bei uns reicht. Wir sind jetzt zu dritt und irgendwann zu viert – und Regenwaldduschen werden wir zwei Stück haben. Da muss ich echt mal schauen…

    Aber schön, dass „mein“ Lieblingsblog wieder weitergeht 🙂

  4. Hi Sebastian,

    ja – ich wollte die Raumthermostate auch aus den gleichen gründen weglassen. Allerdings haben die meisten Heizungsinstallateure wirklich davon abgeraten. Wenn die von Gira nimmst, kannst du wirklich ordentlich was auf den Tisch legen. Die Raumthermostate oder zumindest die Kabel würde ich wenigstens in den Räumen verlegen wo du später tatsächlich mal die Temperatur runter regeln wirst.

    Mit 170 Liter hatte ich auch bedenken. Wir haben auch 2 Regenduschen. Mein Heizungsbauer meinte, dass man beim Kauf der Regendusche auf den Durchfluss achten soll. Wenn man sich da keinen Duschkopf mit halbem Meter Durchmesser und Massagestrahl kauft und auch nicht gleichzeitig Wanne füllt und duschen geht, soll es ausreichen. Im Netz habe ich ähnliche Erfahrungswerte gefunden.

    Wird der Warmwasserspeicher mit 45°C geladen, dann hast du am Ende ca. 240 Liter gemischtes Wasser mit 36°C. Unsere Badewanne nutzt 180 Liter. Bleiben noch 60 Liter. Wenn du gleichzeitig eine Regendusche mit 20Liter/Minute nutzt, dann kannst du 3 Minuten duschen. Es gibt aber z.B. von Hans Grohe auch sparsame Regenduschen mit einer Durchflussmenge von unter 10 Liter/min bei einem Duschkopf von 30 cm. Und dann muss man noch berücksichtigen, dass die WP während dem Wasser kaufen lassen den Warmwasserspeicher auch wieder erhitzt.

    Viele Grüße

  5. Hallo,

    Darf man Fragen was man so ungefähr für die Kosten Der Vorbereitungsarbeiten Sanitär/Heizung vor dem Innenputz kalkulieren muss? 4 Tage mit 2 Mann waren es ja bei euch richtig?

    Gruß
    Jakob

  6. Falk Schettler Reply

    Hallo Konstantin,
    ich melde mich mal wieder, weil ich eine Frage habe. Ich stehe auch gerade vor der Entscheidung welche Wärmepumpe ich einbaue, deshalb fand ich deinen Beitrag hochinteressant.
    Bist du mit deine Heizung zufrieden? Wie hoch ist der Verbrauch?
    Viele Grüße,
    Falk

  7. Hallo Falk

    mit meiner Entscheidung bin ich zufrieden. Bei uns ist lediglich gleich zu Beginn ein Kabel angeschmorrt. Wurde natürlich von Vaillant sofort behoben und lag wahrscheinlich daran, dass einer die entsprechende Klemme nicht voll angezogen hatte. Seitdem alles ohne Probleme und der Verbrauch auch wie geplant.

    Viele Grüße,
    Konstantin

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