Rauspund im Spitzboden in Eigenleistung selber verlegen (Anleitung & Tipps)

Leider verzögert sich das mit den Klinkerarbeiten bei uns. Mittlerweile haben wir unseren Maurer aufgegeben. Der hatte uns drei Wochen hingehalten und mehrfach versprochen anzufangen. Passiert ist nichts und erreichbar ist er auch nicht mehr. Daher habe ich mich daran gemacht und angefangen Rauspundbretter im Spitzboden zu verlegen. Andere Arbeiten sind erst mal nicht möglich bzw. machen keinen Sinn. In dem Beitrag geht es daher um den Start des Spitzbodenausbaus.

Bestellt habe ich im Baustoffhandel rund 59 m² Rauspundbretter mit Nut und Feder mit einer Dicke von 28 mm. 28 mm? Hier hätten es sicherlich auch 24er Bretter getan. Wir wollten aber etwas stabileren Untergrund, so dass man im Spitzboden auch schwere Gegenstände (wie Möbel) lagern kann ohne, dass sich die Bretter biegen. Von der Länge her habe ich 3,90 Meter lange Bretter bestellt. Da die Bretter in 30 cm Abständen (3,30 Meter bis 4,80 Meter) bestellt werden können, muss man selbst bei sich schauen wie der Balkenabstand ist und was am besten passt (Am wenigsten Verschnitt). Zu lange Rauspundbretter haben den Nachteil, dass man sie schlecht im Spitzboden drehen kann. Außerdem lassen sich Nut und Feder bei längeren Brettern schlechter in einander stecken.

Im Baustoffmarkt waren die Rauspundbretter übrigens günstiger als in den Baumärkten und im Holzfachhandel. Zunächst hatte ich mir Sorgen um die Qualität des Rauspunds gemacht. Alles unbegründet. Es handelte sich um nordische Fichte, die getrocknet war.

Rauspund vor dem Trocknen lagern oder nicht?

Einige empfehlen den Rauspund vor dem Verlegen zunächst ein bis zwei Wochen im zu verlegenden Raum zu lagern, um zusätzlich zu trocknen. Rauspund wird oft mit 18 bis 20 % Restfeuchte ausgeliefert. Bringt man den Rauspund direkt an, schrumpft dieser und man hat Fugen zwischen den Brettern. Da wir einen weiteren Belag auf dem Rauspund verlegen wollen, haben wir gleich mit dem Verlegen begonnen. Wenn ihr Rauspund trocknen wollt, solltet ihr einzelne Latten oder ebene Holzstücke zwischen die Schichten packen, um die Luft zwischen den Brettern zirkulieren zu lassen.

Tipp bei Lieferung: Bretter nach Ankunft sofort abdecken oder unter das Dach bringen. Sonst saugen sich die Bretter mit dem Regen voll und müssen getrocknet werden (verziehen sich dann).

OSB-Platte oder Rauspund – was ist besser?

Das kommt drauf an! Unterscheiden muss man, ob man ein Kalt- oder Warmdach hat – sprich, ob der Spitzboden beheizt wird oder nicht. Ich habe daher die Eigenschaften, Vor- und Nachteile der beiden Verlegemöglichkeiten kurz zusammengefasst.

OSB-Platte:

  • Lässt sich schnell verlegen
  • Geringere eigene Feuchtigkeit -> Dadurch geringeres Risiko der Rissbildung
  • Ist dampfdiffusionsdicht: Achtung bei kalten Spitzböden kann unterhalb der Platten sich Feuchtigkeit bilden und die Dämmung zum Schimmeln bringen, wenn die Dampfsperre (Decke OG) schlecht ausgeführt oder nicht vorhanden ist.
  • Etwas höherer Preis als für Rauspund
  • Ökologisch teilweise bedenklich

Rauspund:

  • Erhöhter Verlegeaufwand
  • diffusionsoffen und damit geringeres Risiko für Schimmelbildung
  • ökologisch besser
  • geringeres Gewicht (einfachere Handhabung)
  • etwas günstiger als OSB-Platten

Rauspund nageln oder schrauben?

Früher haben Zimmerer nur genagelt. Geschraubt wurde nie oder selten. Die Meinungen gehen da etwas auseinander, wenn es um die Entscheidung geht. Ich habe mich für das Schrauben entschieden. Das dauert zwar länger, allerdings sollen die Rauspundbretter später nicht quietschen. Wer Nägel verwendet, muss diese eventuell nach ein paar Jahren nach hämmern, weil sich diese ein wenig lösen. Vorteil der Nägel ist aber, dass sie nicht so schnell brechen wie verzinkte Schrauben. Nägel gehen mit dem sich bewegenden Holz mit. Probiert einfach mal einen halb versenkten Nagel von der Seite anzuschlagen und gleiches mit einer Schraube. Die Schraube wird schneller brechen.

Welche Schraube?

Die Länge ermittelt man indem man die Dicke des Rauspundbretts mit 2,5 multiplitziert. Bei uns sind das dann 0,28 x 2,5 und ergibt 0,7 cm. Ich habe daher 4,5 mm x 70 mm verzinkte Spax-Schrauben gekauft. Mein Tipp: Kauft hier vernünftige Spax-Schrauben mit Torx-Kopf. Diese ABC-Schrauben sind z.B. ganz gut.

Materialliste: Das braucht ihr

Folgende Materialliste hilft euch bevor ihr mit dem Verlegen loslegt.

  • Rauspundbretter
  • etwa 1.000 bis 1.500 Schrauben – je nach Fläche
  • ein paar Nägel
  • Holzkeile
  • (Zimmermanns-)Hammer
  • Akkuschrauber mit passendem Bit
  • Stichsäge
  • Optional: Kappsäge
  • Schnur (Maurer- oder Schlagschnur)
  • Holzstücke (massiv)
  • Zollstock


Rauspund verlegen – so geht’s

Trittschall (z.B. Kork) unter den Rauspundbrettern? Das macht keinen/wenig Sinn. 1.) wird Schall über die Schrauben oder Nägel weiterhin übertragen und 2.) erreicht man Trittschall nur über Masse. Besser ist es über dem Rauspund schwimmend einen Bodenbelag (Trockenestrich) zu verlegen und so zu entkoppeln.
  1. Rauspund selber verlegen: Der Anfang

    Rauspund selber verlegen: Der Anfang ist schwierig. Auf dem Foto könnt ihr die grüne gespannte Schnur noch gut erkennen

    Rauspund kann man alleine ganz gut verlegen. Bequemer ist es aber zu zweit. Zunächst sucht ihr euch eine lange Seite des Spitzbodens und spannt an der Fußpfetter (in unserem Fall) eine Schnur mit einem Abstand von etwa 1 cm. An dieser Schnur müsst ihr die erste Reihe Rauspundbretter ausrichten. Ihr legt das Brett mit der Nut (Nase) zur Fußpfette und der gehobelten Seite nach oben. Die gehobelte Seite erkennt man auch gut an der Feder bei der die Dicke Seite immer nach oben zeigen muss. Zum Ausrichten der Bretter kann eine Person das Brett ziehen oder drücken, so dass es an der Linie entlang läuft. Hier kann man auch mit Keilen arbeiten, um das Brett in gerade zu bekommen. Bei uns waren die Bretter so stark verzogen, dass wir jedes Brett einzeln an jedem Sparren mit Keilen ausrichten mussten.

    Wandabstand der Rauspundbretter beträgt ca. 1 bis 2 cm

    Wandabstand der Rauspundbretter beträgt ca. 1 bis 2 cm

    Der Abstand der Rauspundbretter zur Wand und Sparren/Balken sollte immer etwa 1 bis 1,5 cm betragen. Da sich das Haus noch setzt, ist genug Luft für Bewegung. Zum Sägen haben wir eine Kapp- und Gehrungssäge von Metabo (dieses Modell) verwendet. Alternativ könnt ihr das natürlich auch mit einer Stichsäge machen – dauert nur etwas länger und ist nicht ganz so genau.

  2. Geschraubt wird an jedem Sparren. Die Schrauben versenkt ihr etwa zwei Zentimeter vom Rand des Brettes, damit sich das Holz nicht spaltet. Alternativ kann man auch schräg in die Nut schrauben, so dass die Schrauben nicht von oben sichtbar sind. Da bei uns aber ein weiterer Belag auf die Rauspundbretter kommt, haben wir normal von oben verschraubt. Insgesamt sind das bei unserem Spitzboden etwa 1.200 Schrauben gewesen – eine mühsame Arbeit. Ein kleiner Tipp: Besorgt euch eine Arbeitshose mit Kniepolstern. Die sind hier gold wert. Ein guter Akkuschrauber mit Lithium-Ionen-Akku ist hierbei optimal. Mein Makita-Akkubohrschrauber (siehe Amazon) hat hier gute Dienste geleistet.
  3. Verlegt den Rauspund so, dass die Fuge der einzelnen Bretter nicht direkt an einem Sparren ist, sondern immer mindestens 2 Sparren zum nächsten Brett haben. So wird die ganze Konstruktion stabiler.
  4. Mit Keilen Fugen verkleinern

    Mit Keilen Fugen verkleinern

    Zwischen den Rauspundbrettern braucht ihr keine Dehnungsfuge lassen. Da Rauspund mit einer Restfeuchte von 18 bis 20% geliefert wird, schrumpft das Holz mit der Zeit, so dass eh kleine Fugen entstehen. Daher mit Keilen die Bretter möglichst ohne Fuge verlegen.

Fazit und Ergebnis

Wir haben in drei Tagen die Rauspundbretter komplett verlegt. Teilweise habe ich aber auch alleine gearbeitet. Würde ich das wieder in Eigenleistung machen? Ja! Es ist etwas mühsam, macht aber auch Spaß. Für das Material (60 m² Rauspund und 1.400 Schrauben) haben wir inkl. Lieferung etwa 740 Euro bezahlt. Hätten wir das über einen Bauträger machen lassen, hätte das locker doppelt so viel gekostet. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.


Stauraum im Giebel

Stauraum im kleinen Giebel: Hier wollen wir z.B. übriggebliebene Dachziegel, Fliesen und anderes Baumaterial lagern

Spitzboden Giebel nutzen

Hier erkennt man den kleinen Giebel mit der Stellfläche. Dort wollen wir eine kleine Tür platzieren


Rauspund im Spitzboden verlegt

Rauspund im Spitzboden verlegt: Sichtbar sind hier die Verschraubungen

Rauspund ohne Fugen

Rauspund ohne (große) Fugen


Wie geht es weiter? Einen Klinkermaurer haben wir bereits gefunden, der auch schon angefangen hat. Es läuft zwar nicht so schnell wie wir es gerne hätten, aber es geht voran.

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Geschrieben von

Konstantin (Jahrgang 1984) lebt bei Hannover und ist Autor dieses Blogs. Zusammen mit seiner Frau Anna und mit Unterstützung von Familie und Freunden baut er sich sein Traumhaus.

10 Kommentare

  1. Hallo Konstantin und Anna!

    Einen tollen Blog habt ihr hier! Es macht Spaß, Eure Baufortschritte zu verfolgen und zu sehen, was sich bei Eurem Eigenheim alles tut. Wir finden es großartig, wie viel Ihr selber macht, ganz nach Euren Vorstellungen.

    Wie man’s am Bericht oben erkennt, macht Ihr Euch viel Gedanken, bevor Ihr drauf los baut. Danke, dass Ihr SPAX empfohlen habt! Damit habt Ihr übrigens auf Qualität made in Germany gesetzt. Wenn Ihr mögt, berichtet uns doch gern auch auf unserer Facebookseite (facebook.com/SPAX) über Eure weiteren Projekte im Haus. Wir würden uns freuen!

    Viele Grüße aus Ennepetal,

    Euer SPAX-Team

  2. Toller Bericht, Danke!

    Wie hattest di unter den Brettern ausgeglichen oder waren die Sparren alle auf der gleichen Höhe?

    Ich stehe auch vor einem solchen Dachausbau, allerdings im „schrägen“ Altbau 🙂

    • Hi Alex,

      nein – es waren nicht alle Sparren auf gleicher Höhe. Allerdings ist nur zur einen Ecke der Boden etwas abgefallen (auf 3 Meter ca. 1,5 cm). Ich habe das dann in Kauf genommen. Hätte sonst mit Holzstücken/Keilen ausgleichen können…allerdings habe ich bei so etwas immer bedenken, dass die ganze Sache nach einiger Zeit anfängt zu quietschen.

      Beim Kumpfel (ebenfalls Altbau) haben wir mit Holz erstmal grob ausgeglichen. Alternativ kann man auch eine Trockenschüttung zum Ausgleich auf den Rauspund bzw. die OSB-Platten machen.

  3. Hallo Konstantin,

    hast du die ganzen Dämmung erst hinterher gemacht also auch die Rigipsplatten?

  4. Hallo Alex,

    ja. Dämmung Rauspund usw. habe ich später von unten gemacht. Da fällt dir zwar ein Teil davon ins Gesicht, aber dafür musst du später mit der Dämmung nicht oben auf den Balken balanzieren und das Risiko eingehen durch die Decke zu krachen.

  5. Wir machen das jetzt auch, auf der halben Fläche, aber ansonsten unter sehr ähnlichen Verhältnissen. Nur werde ich Dielenschrauben schräg in die Federn eindrehen, weil es ja kein Sportraum oder Stellplatz für schwere Gegenstände ist.

  6. Danke für die Auflistung der Eigenschaften der OSB Platten.
    Ich bin dabei ein älteres Häuschen etwas wohnlich für die Frau zu machen. Einer der vorherigen Eigentümer war offensichtlich ein OSB Freund. Diese wurden u.A. auch im EG als Bodenbelag eingebaut. Bin mal gespannt, was sich darunter verbirgt, wenn ich mich traue die rauszureißen…

  7. Guter Beitrag, hat mir sehr geholfen! Nur hast du wohl Nut und Feder verwechselt, die Nut ist die »Rille« und die Feder ist die »Nase«. 😉

  8. Hi Konstantin,
    toller Blog ! Habe mir nun auch 28mm Rauhspund geholt und diese schon mal auf dem Dachboden verteilt. Nun mal eine Frage zur Verlegung…

    Mein Balkenabstand ist ca. 80cm zwischen den Balken und die Balken sind 6cm breit. Nun habe ich 210 cm lange Bretter. Nun die Frage!

    Müssen die Bretter immer bei einem Balken abschließen oder kann ich diese auch zwischen Balken enden lassen ?
    Die nächste Reihe würde man dann versetzt legen, sodass durch Nut und Feder alles wieder stabil ist …

    Oder muss ich immer zum Balken hin absägen, sodass ich mehr Stabilität erhalte?

    VG
    Mario

    • Hallo Mario,

      mir hatte mal ein Dachdecker gesagt, dass die Enden der Bretter auch in der Luft enden können, wenn genug Versatz da ist. Wir haben sie auf den Balken enden lassen, weil dann eh nicht groß Verschnitt da war.

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