Hausautomation mit Light-Manager Air: Smart Home günstig per Funk nachrüsten

Eine Hausautomation ist eine feine Sache, wenn man elektrische Geräte im Eigenheim oder in der Wohnung praktisch und einfach bedienen möchte. Ein vernetztes und „intelligentes“ Heim (sogenanntes Smart Home) spart dem Eigenheim-Besitzer Zeit, senkt Energiekosten und sorgt für mehr Sicherheit. Da auch bei uns die Entscheidung für oder gegen die Hausautomation stand, werde ich euch in einem Spezial unsere Lösung mit dem Light Manager Air vorstellen. Vorab: Es ist eine günstige Möglichkeit per Funk ein Smart Home nachzurüsten und ich würde das System immer wieder wählen.

1. Smart Home Bus-System – Überlegungen während der Hausplanung

Noch bevor wir den ersten Termin mit dem Elektroinstallateur hatten, haben wir uns Gedanken über ein Smart Home gemacht. Die Vorteile sind klar: vernetzte und intelligente Geräte erleichtern den Alltag. Es gibt zig Systeme, die Steuerdaten von Tastern und Sensoren über eine Datenleitung übertragen (den „Bus“). Hier habe ich einige Bus-Systeme für das intelligente Haus herausgesucht:

  • Gira HomeServer, Gira S1, Gira X1
  • Jung KNX, Jung Smart Visu Server, Jung Visu Pro Server
  • Theben LUXORliving
  • Ambihome
  • Basalte KNX-Taster und Sensoren
  • Busch-free@home, Busch-Jaeger KNX-System
  • Creston Smart Home
  • DIVUS KNX Control
  • hager/Berker Gebäudesteuerung Domovea
  • ELSNER Elektronik Corlo Touch KNX
  • KNX-System allgemein
  • Legrand My Home
  • Local Control Network
  • Loxone Smart Home
  • Merten KNX System
  • myGrekko
  • NSC ViciOne und VNX
  • Siemens KNX
  • Vimar By-Me

Dabei hat sich KNX als Standard etabliert. Als Übertragungsmedium können eine verdrillte Kupferleitung, die Netzspannung (Power Line), ein Flachleitungssystem, Ethernet oder Funkwellen verwendet werden. Die KNX-Haussteuerung war uns ganz einfach zu teuer. Dafür sorgen vor allem folgende Komponenten bzw. Gegebenheiten: es müssen grüne Kabel verlegt werden, spezielle Sensoren (Schalter, rtc.), Aktoren im Schaltschrank, der größere Schaltschrank und die komplizierte Programmierung. Beim Einfamilienhaus können das schnell Mehrkosten von 18.000 Euro oder mehr sein. Wir haben daher darauf verzichtet die Kabel legen zu lassen und uns entschieden nach einer einfacheren bzw. günstigeren Nachrüstung umzuschauen.

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2. Smart Home nachrüsten: Warum wir den Light-Manager Air genommen haben

In unserem Neubau haben wir also auf ein kabelgebundenes System verzichtet. Dabei haben diese auch Ihre Vorteile. Folgende Tabelle soll euch dabei die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme verdeutlichen:

Vorteile Nachteile
Kabelgebundenes Bussystem:
  • Abgeschirmte Datenkabel sorgen für sichere Datenübertragung
  • Im Rahmen des Neubaus können Kabel zusammen mit der Elektrogrundinstallation verlegt werden
  • Nachträgliche Installation nur hohem Aufwand verbunden
  • Hohe Kosten
  • Bei komplexen Gebäuden und Wünschen eine detaillierte Planung notwendig
(kabelloses) Funksystem:
  • vergleichsweise günstiger
  • einfache Installation
  • Nachrüstung möglich
  • begrenzte Reichweite (dadurch evtl. Verstärker notwendig)
  • regelmäßiger Batterientausch bei batteriebetriebenen Systemen notwendig
  • Störanfällige Datenübertragung

Für uns waren vor allem der günstige Preis, die einfache Installation und die Möglichkeit der Nachrüstung ausschlaggebende Gründe für ein kabelloses Funksystem. Zu den aufgeführten Nachteilen gehe ich weiter unten in meinem zwei jährigen Test vom Light Manager Air ein.

Es gibt verschiedene auf Funk basierende Systeme für die Hausautomation. Wir wollten uns bei den zu bedienenden Geräten und Aktoren nicht auf einen Hersteller festlegen. Bei der Recherche nach Lösungen bin ich auf den Light Manager Air gestoßen. In dem kleinen Gerät wurden zwei Transceiver (433 MHz und 868 MHz) und ein Infrarot Sender und Emfpänger eingebaut. Dadurch lassen sich quasi alle Geräte, die per Infrarot oder Funk mit den Frequenzen senden und empfangen bedienen. Auf dem nachfolgendem Foto könnt ihr eine Auswahl an Fernbedienungen sehen, die ich bereits bei der Einrichtung vom Light Manager Air eingebunden hatte.

Light Manager Air Fernbedienung Ersatz

Light Manager Air Fernbedienung Ersatz

Hinweis: Beachtet bitte, dass der Light Manager Air nicht den vollen Funktionsumfang ersetzt.

Mittlerweile (2018) sind noch viele weitere Geräte und Beleuchtungen dazu gekommen (mehr dazu unter Punkt 3.), die wir in unserem Eigenheim per Smartphone oder Tablet bedienen.

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3. Light-Manager Air: Welche Funktionen hat das Gerät?

Light Manager Air Hausautomation

Light Manager Air für die Hausautomation

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau wo ich anfangen soll, wenn es um den Funktionsumfang des Light Manager Air geht. Es gibt derart viele Möglichkeiten, so dass ich sicher nicht alles aufführen werden. Daher beginne ich zunächst mit den Komponenten, die in dem kleinen Wunder verbaut sind.

  • WLAN-Modukl nach dem Standard 802.11 g (inkl. WPS)
  • 1 x Transceiver für 433 MHz und 1 x Transceiver für 868 MHz
  • 1 x Transceiver für Infrarot (30 bis 40 kHz)
  • Webserver mit 2 MB frei belegbarem Flashspeicher
  • 2 externe Antennen für maximale Leistung (reichen bei uns bis in den Garten)
  • Thermometer mit Aufzeichnungsfunktion
  • LED (Fullcolor) für die Statusanzeige
Light Manager Air günstig kaufen

Den Light Manager Air kann man jetzt günstig bestellen. Der Preis liegt (Stand September 2018) bei 239 Euro. Es ist gut investiertes Geld.

Light Manager Air im Shop aufrufen

Der Light Manager Air hat einen Taster am Gerät. Konfiguriert wird das Gerät allerdings über WLAN. Mehr zur Konfiguration unter Punkt 4.).

3.1 Was kann mit dem Light Manager Air bedient werden?

Aktoren: Der Light Manager Air ist mit vielen Funk-Produktlinien kompatibel. Darunter sind u.a. die Hersteller InterTechno, FS20, Gira, TRUST, Berker, Romotec und viele andere. Es kommen auch immer neue Funkbus-Systeme dazu. Des Weiteren können 433 MHz und 868 MHz-Befehle angelernt werden. Dadurch lassen sich quasi alle Geräte, die mit den Funkfrequenzen Befehle entgegen nehmen, mit dem Light Manager Air bedienen.

Sensoren: Die Einbindung von Sensoren ermöglicht es Zustände abzufragen. Als Sensoren kommen z.B. Magnetsensoren, Rauchmelder oder Bewegungsmelder zum Einsatz. Aber auch Signale von Funkbus-Wandschaltern können beliebige Szenen auslösen.

Mittels Netzwerksteuerung können sogar WLAN basierte RGB-Controller oder andere Beleuchtungssysteme wie Philips HUE gesteuert werden.

3.2 Anwendungsbeispiele für den Light Manager Air

  • Beleuchtung per Smartphone, Smartwatch(!) oder Tablet bedienen
  • Jalousien zeitgesteuert rauf- und runterfahren
  • E-Mailbenachrichtigung bei Öffnung eines Fensters
  • Haus und Grundstück per Webcam beobachten
  • Temperaturen, Wind und Regen außen (und innen) überwachen
  • Alarm bei Rauchmelder-Aktivierung
  • Steuerung der Geräte mit einer Logitech Harmony
  • Heimkino steuern
  • Garagentor bedienen
  • SONOS-System steuern
  • Kraftstoff-Preise im Überblick haben
  • Heizung steuern
  • Wohnraumlüftung steuern

Das sind wirklich nur ein paar mögliche Anwendungsbeispiele. Selbstverständlich sind noch viel mehr Möglichkeiten mit dem Light Manager Air möglich: z.B. kann im Briefkasten ein Sensor eingebaut werden und man erhält eine E-Mailbenachrichtung, wenn ein Brief eingeworfen wird. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. 🙂

3.3 Wie wird der Light Manager Air gesteuert?

Gesteuert wird der Light Manager Air per Smartphone, Tablet, Computer oder sogar per Smartwatch. Dabei ist es unerheblich, ob man im Heimnetzwerk Zuhause oder unterwegs ist. Wer Zuhause eine Harmony-Fernbedienung hat, kann außerdem den Light-Manager auch per Infrarot ansprechen. So lassen sich Steuerbefehle des Light-Managers in Aktionen integrieren. Neu ist die Steuerungsmöglichkeit per Alexa. Dafür wurde ein Alexa-Skill erstellt. Wer Zuhause einen Google Home hat, kann diesen ebenfalls ganz gut nutzen, um den Light Manager Air per Sprache zu bedienen. Dadurch haben wir wirklich einige nette Szenen erstellt.

Google Home: Light Manager Air Sprachsteuerung

„Hey Google, Kino an“ – Sprachsteuerung und Light Manager Air

Light Manager Air per Smartphone bedienen

Light Manager Air per Smartphone bedienen

Die Steuerung kann nicht nur manuell (per Tastendruck oder Sprache) erfolgen, sondern auch zeitgesteuert (+Astrofunktion) oder abhängig von der Temperatur. Bei der zeitgesteuerten Steuerung kann z.B. die Außenbeleuchtung genau definiert werden. So kann sie z.B. um 22.00 Uhr ein- und um 07:00 Uhr wieder ausgeschaltet werden. Auch die Jalousien lassen sich abends herunter und morgens herauffahren. Nützlich ist auch die Astrofunktion: Im Winter lassen wir z.B. die Weihnachtsbeleuchtung der Dämmerung entsprechend ein- und zu einer definierten Zeit (wenn alle schlafen) ausschalten.

Light Manager Air mit dem Tablet steuern

Light Manager Air mit dem Tablet steuern: Dieses Tablet befindet sich bei uns zentral im Flur

Vorteil: Keine App!

Der große Vorteil beim Light-Manager Air ist meiner Meinung nach der integrierte Web-Browser. Für die Bedienung braucht ihr keine App, die dann möglicherweise mit eurem Smartphone nicht kompatibel ist. Der Webserver läuft auf dem Light Manager Air. Ihr braucht euch daher z.B. keine Sorgen zu machen, dass JBMedia (der Hersteller) irgendwann die Benutzung kostenpflichtig macht.

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4. Erste Einrichtung vom Light-Manager Air

Nachdem ich den Light-Manager Air ausgepackt habe, ging es gleich an die Einrichtung. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Gerät selbst noch ein 5V-Netzteil mit Micro-USB-Kabel und die Schnellstart-Anleitung. Ganz schön übersichtlich für ein derart mächtiges Gerät.

Light Manager Air Lieferumfang

Light Manager Air Lieferumfang

Optimalen Platz finden
Light Manager Air und Infrarot-Verlängerung

Light Manager Air und Infrarot-Verlängerung: Optimaler Standort: IR-Signale erreichen den Light-Manager vom Sofa aus

Wichtig ist es einen guten Platz für euren Light Manager Air zu finden. Der Standort sollte zentral gelegen sein. Es sollte auch eine direkte Sichtverbindung zu Infrarot-Geräten vorhanden sein (sonst Infrarot Verlängerung benutzen). Beachtet dabei, dass ihr z.B. bei Einsatz einer Harmony-Fernbedienung direkten Sichtkontakt von Light-Manager Air zur Harmony haben müsst.

Die Einrichtung selbst ist in der Schnellstartanleitung (Link findet ihr hier) sehr gut beschrieben und in 10 bis 15 Minuten abgeschlossen. Im Grunde läuft es nach folgenden Schritten ab:

  1. Prüfe, ob dein WLAN mit dem Standard 802.11 g kompatibel ist und die Verschlüsselung auf WPA2 („WPA2+WPA“ wird nicht unterstützt!) steht. Als Kanal muss auf einem von 1 bis 11 gefunkt werden.
  2. Verbinde den Light Manager Air mit deinem WLAN-Netzwerk per WPS oder durch Zugriff auf das offene WLAN vom Light Manager Air (IP-Adresse 192.168.100.115). Beim WLAN-Setup müssen SSID (WLAN-Name) und der Netzwerkschlüssel eingegeben werden.
  3. Lade die Konfigurationssoftware „airStudio“ von jbmedia.de (siehe hier) herunter.
  4. Definiere die Zugangsdaten (Benutzername & Kennwort) für den Zugriff auf den Light Manager Air.

4.1 So wird der Light Manager Air konfiguriert

Interessant wird dann die Konfiguration für die ihr euch etwas mehr Zeit lassen müsst oder solltet. Die wichtigsten Begrifflichkeiten für die Konfiguration eures Light Manager Air habe ich hier zusammengestellt.

Airstudio Aktorenverwaltung: Um einen neuen Aktor anzulegen auf"Hinzufügen" klicken

Airstudio Aktorenverwaltung: Neuen Aktor anlegen

1 Aktoren anlegen: Lege zunächst alle Aktoren, wie z.B. Funksteckdosen, Beleuchtungen, usw. in airStudio an. Die einzelnen Aktoren können zur Steigerung der Übersichtlichkeit in Zonen (z.B. Wohnzimmer, Schlafen, etc.) gruppiert werden.

2 Szenen anlegen: Im Light-Manager Air lassen sich auch komplexe Szenen definieren, statt nur einzelne Aktoren steuern. Du willst mehrere Aktionen nacheinander ausführen? Dann hast du die Möglichkeit Szenen 1.) manuell, 2.) zeitgesteuert, 3.) temperaturabhängig oder 4.) über einen Funkbus-Sender zu aktivieren.

Airstudio Übersicht: Szenen

Airstudio Übersicht: Szenen

3 Marker definieren: Marker sind variablen, die den Zustand 0 und 1 haben können. Der Zustand „0“ oder „1“ kann in den einzelnen Aktionen der Szenarien geändert werden. Damit lassen sich Zustände signalisieren (z.B. „Tür geöffnet“). Des Weiteren lassen sich Marker auch für Bedingungen an Szenarien und Aktionen knüpfen, so dass diese nur ausgeführt werden, wenn bestimmte Zustände definiert sind. Wer sich mit Programmierung auskennt, wird diese zu schätzen wissen, weil damit komplexe Bedingungen (IF-THEN-Anweisungen) erstellen lassen.

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5. Lichtsteuerung per Funk: Welche Beleuchtung wird bei uns gesteuert?

Nach 4 Jahren in unserem Eigenheim haben wir eine Reihe von Beleuchtungen in unserem Light Manager Air eingebunden. Folgende Beleuchtung wird von uns per Smartphone, Tablet, automatisch oder Sprache geschaltet:

  • Beleuchtung der abgehängten Decke: Das Lichtvouten (indirekte Beleuchtung) lässt sich ein-/ausschalten, dimmen und die Farbe wechseln. Außerdem können die Einbaustrahler im Deckensegel gedimmt sowie ein-/ausgeschaltet werden. Das Ein-/Ausschalten funktioniert jeweils auch per Sprachbefehl über unseren Google Home (Google Assistant).
  • Wandstrahler für unsere Naturstein-Verblender im Multumedia-Wohnzimmer: Drei Strahler werfen schöne Schatten auf unsere Natur-Steinverblender. Die Wandstrahler nutzen wir vor allem, wenn der TV aus ist.
  • TV LED-Beleuchtung: An der Rückseite des TVs habe ich einen LED-Streifen platziert, den wir bei Partys gerne einschalten. Sorgt für indirekte Beleuchtung in einer RGB-Farbe unserer Wahl.
  • Elektrokamin: Da im Lieferumfang unseres Kamineinsatzes eine Funkfernbedienung war, habe ich gleich gecheckt, ob diese im Light Manager angelernt werden kann. Und siehe da: Seitdem wird per Sprachbefehl „Kamin an“ der Elektrokamin eingeschaltet. Unser Google Home quittiert das mit „Knister, Knister.“ 🙂
  • Licht im Spielturm: Unser Spielturm hat einen Lichtschalter. Praktisch für die Kinder, die bei schlechtem Außenlicht sich das Häusschen innen beleuchten können, um dort z.B. zu malen. Unpraktisch für uns Eltern, wenn wir um 22 Uhr in den Garten schauen und bemerken, dass die Kinder das Licht brennen lassen haben. In dem Fall mussten wir früher (auf allen vieren) ins Baumhaus klettern und den Schalter umlegen. Jetzt geht das bequem vom Smartphone aus ohne nach draußen zu gehen.
  • Gabionen: Im Garten sind unsere Gabionen beleuchtet. Hier habe ich LED-Controller genommen, die im Frequenzband 433 MHz funken. So können die Gabionen bei einsetzender Dämmerung eingeschaltet und um 22 Uhr automatisch/zeitgesteuert abgeschaltet werden.
  • Weihnachtsbeleuchtung: All unsere Weihnachtsbeleuchtung klemmen wir an Funksteckdosen. Diese werden dann im Light-Manager eingebunden und entsprechend der Dämmerung (Stichwort Astrofunktion) geschaltet.
  • Weitere Gartenbeleuchtung: Im Garten habe ich beim Pflanzbeet Strahler eingebaut. Diese lassen sich ebenfalls per Smartphone von überall aus ein-/ausschalten. Dazu hatte mein Kumpel im Schaltschrank in der Garage Einbau-Aktoren installiert.
Light Manager Air: Zentrale Lichtsteuerung im Eigenheim

Light Manager Air: Zentrale Lichtsteuerung im Eigenheim

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6. Komplexe Szenen definieren für das Heimkino

Wie ihr bereits im Beitrag über unser Multimedia-Wohnzimmer gelesen habt, habe ich jede Menge Elektronik für Heimkino-Fans verbaut. So haben wir unter anderem eine elektrische Leinwand, einen Beamer mit Beamerlift und eine Heimkinoanlage. Die wollen natürlich bedient werden. Wenn ich alles über den konventionellen Weg mache, muss ich um alles einzurichten insgesamt 4 Fernbedienungen (teilweise im Wechsel) in die Hand nehmen. Außerdem müsste ich das Licht extra über einen Lichtschalter ausschalten – also dafür aufstehen.

Problematisch ist außerdem die elektrische Leinwand. Wenn man die per Fernbedienung nicht rechtzeitig stoppt, fährt sie auf das darunter stehende Lowboard. Man müsste also genau aufpassen. Das muss alles mit dem Light-Manager Air gehen. Ja, es geht – sogar sehr zuverlässig. Ich habe zwei Möglichkeiten, um das Heimkino zu starten. Zum einen hatte ich mir bereits vorher eine Logitech Harmony 950 (siehe hier und nicht von den schlechten Bewertungen abschrecken lassen) gekauft. Außerdem habe ich auch eine Möglichkeit gefunden über einen Sprachbefehl, ein kleines PHP-Script und IFTTT den Einschaltvorgang zu realisieren. Für letzteres sind Programmierkenntnisse und ein Webspace/Webserver notwendig.

Voraussetzungen

Damit das funktioniert, müssen folgende Voraussetzungen bestehen:

  • Alle gewünschten Aktoren (Beamer, Leinwand, TV, Jalousien … je nachdem was man hat) müssen im Light-Manager Air angelegt sein
  • Der Light-Manager Air muss direkte Sichtverbindung zu allen IR-Geräten haben (Alternative: IR-Extender).
  • Die Harmony-Fernbedienung muss direkte Sichtverbindung zu allen IR-Geräten haben
  • Für die zweite Lösung (IFTTT und Sprachsteuerung) muss ein PHP-Script auf einem eigenen Webserver (lokal oder im Internet) angelegt werden und ein IFTTT-Account + Google Home vorhanden sein.

Wie das in einem professionell aufgebautem Heimkino aussehen kann, seht ihr im Video von heimkino-praxis.com. Zu gegebener Zeit werde ich ebenfalls ein Video von meiner Lösung vorstellen.

6.1 Vorbereitung: Szenen im Light-Manager Air anlegen und PHP-Script erstellen

Zunächst hatte ich drei Szenen angelegt:

1

  • Beamerlift herunterfahren
  • Strahler an der Wand ausschalten (falls an)
  • Leinwand herunterfahren
  • Beamer einschalten
  • Heimkinoanlage einschalten *
  • Input der Heimkinoanlage auf HDMI2 (Beamer) schalten *

* (nicht auf dem nachfolgenden Screenshot abgebildet)

2

  • Leinwand stoppen

3

  • Beamer stumm schalten
Airstudio-Szenen: Heimkino vorbereiten

Airstudio-Szenen: Heimkino vorbereiten

Dann ist ein kleines PHP-Script notwendig. Dieses regelt bei mir die Pausen zwischen den drei Szenen. Es sorgt also dafür, dass die Leinwand zum richtigen Moment (nach 49 Sekunden) stoppt. Außerdem lasse ich den Beamer zum Abschluss stumm schalten. Warum erst zum Schluss? Weil der Beamer in der Zwischenzeit startet und der Befehl sonst untergehen würde. Hier ist das PHP-Script:

PHP-Script für Heimkino vorbereiten

PHP-Script für Heimkino vorbereiten

Info: Übrigens führt der Light-Manager Air beim Aufruf der URL „http://XXXX.dns.jbmedia.de/control?key=Y“ die entsprechende Szene Y auf. Die „XXXX“ bitte entsprechend der Adresse eures Light-Manager aus Einstellungen im Programm Airstudio ersetzen.

Das Script kann auf einen Webserver, den Ihr Zuhause betreibt hochgeladen werden oder eben im Internet (falls ihr Webmaster seid).

6.2 Heimkino per Sprachbefehl (Google Home) starten

Etwas cooler ist das Heimkino per Sprache vorzubereiten. Das geht mit dem Google Home erstaunlich gut. Hier die kurze Anleitung:

  1. Du brauchst einen kostenlosen Account bei ifttt.com. Der Trick dabei ist, dass IFTTT bestimmte URLs per Sprachbefehl aufrufen kann. Der Light-Manager kann wiederum Szenen auslösen, wenn eine URL des eigenen Webservers aufgerufen wird.
  2. Klicke auf ifttt.com unter „My Applets“ auf „New Applet“. Suche als Service „Google Assistant“.  Klicke auf „Say a simple phrase“. Auf der nachfolgenden Seite kannst du eigene Phrasen definieren. Bei mir muss ich z.B. „Kino an“ sagen, damit die URL mit dem PHP-Script aufgerufen wird. Ferner kannst du noch definieren, was dein Google Home als Antwort ausgeben soll. Etwas wie „Mache es dir gemütlich auf dem Sofa“. Stelle die Sprache unbedingt auf „German“ ein.
  3. Klicke dann auf das „that“ und wähle „Webhooks“. Klicke auf „Make a web request“. Hier muss jetzt bei URL die Adresse deines PHP-Scripts angelegt werden. Bei „Content Type“ bitte
  4. „text/plain“ auswählen. Klicke dann auf „Create action“ und im Anschluss auf „Finish“. Die Benachrichtigung bei Ausführung des des Applets würde ich abstellen.
JBmedia Light Manager Air per Sprache das Heimkino steuern

JBmedia Light Manager Air: per Sprache das Heimkino steuern

Im Anschluss kann bereits per Sprachbefehl das Heimkino vorbereiten. Der Light-Manager führt die entsprechenden Szenen aus und man kann die Harmony-Fernbedienung in die Hand nehmen, um einen Film anzuschalten. Das Ganze kann noch beliebig erweitert werden: Es können weitere Lichter gedimmt werden, die Musikwiedergabe gestoppt, Jalousien heruntergefahren werden und so weiter … .

6.3 Mit der Harmony Fernbedienung das Heimkino steuern

Harmony 950 Fernbedienung

Harmony 950 Fernbedienung

Hinweis: Die Harmony muss während des Einschaltvorgangs direkte Sichtverbindung zum Light-Manager Air und den anderen IR-Geräten haben.

Das was das PHP-Script oben macht, kann mit einer Harmony-Fernbedienung ebenfalls eingerichtet werden. Bei meiner Harmony 950 drücke ich daher eine „Activity“ mit der Bezeichnung „Kino vorbereiten“ und die Universalfernbedienung führt die entsprechenden Szenen nacheinander zeitversetzt aus. Da die Konfiguration hier den Rahmen sprengen würde, gehe ich hier nicht näher drauf ein. Falls ihr da eine Anleitung wünscht, hinterlasst bitte einen Kommentar.

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7. Light-Manager Air per Alexa/Google Assistant steuern (IFTTT)

Die Lichtsteuerung per Smartphone ist schon eine coole Sache. So richtig „smart“ wird es aber mit der Sprachsteuerung. Besonders bekannt ist als Sprachassistent Amazons Alexa mit einer Bekanntheit von 80 Prozent. 8 Prozent der Verbraucher nutzen diesen auch Zuhause. Ähnlich sieht es bei Apples Siri (15 Prozent) und dem Google Assistant (15 Prozent) aus. Doch wie sieht es mit der Kompatibilität zum Light-Manager Air aus? In Bezug auf Alexa hat der Hersteller JBMedia den Alexa Skill „JBMedia Smarthome“ herausgebracht. Die Einrichtung soll laut Anleitung sehr einfach (intuitiv) sein. Anschließend lässt sich die gesamte Hausautomation per Sprachsteuerung über einen Amazon Echo steuern. Mittelfristig wollte ich auf den Amazon Echo umsteigen.

Hausautomation: Sprachsteuerung per Google Assistant mit Hilfe von IFTTT

Hausautomation: Sprachsteuerung per Google Assistant mit Hilfe von IFTTT

Ähnlich gut, aber etwas komplizierter funktioniert die Sprachsteuerung über den Google Assistant. Da der Light-Manager Air nicht direkt kompatibel ist, behilft man sich mit IFTTT (if this, then that). Der Dienst ermöglicht es einzelne Applets zu erstellen, die bei Aktivierung eine bestimmte URL vom Light-Manager Air aufrufen. Letzterer führt dann die entsprechenden Aktionen aus (siehe Punkt 6.2).

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8. Lüftungsanlage steuern mit dem Light-Manager Air

dezentrale Wohnraumlüftung

dezentrale Wohnraumlüftung

In unserem Neubau hatten wir zunächst keine Wohnraumlüftung geplant, was sich später als Fehler herausstellte (mehr dazu später). Diese haben wir aber nachgerüstet. Nun wollte ich die dezentrale Lüftungsanlage auch über den Light-Manager Air steuern. Es würde also die Infrarot-Fernbedienung entfallen. Wir hatten so die Möglichkeit z.B. die Lüftung von unterwegs oder auch zeitlich nach Wunsch zu steuern.

8.1 Vorteile der Einbindung einer Wohnraumlüftung in die Hausautomation

Im Laufe der Zeit haben sich so einige Vorteile ergeben, nachdem ich die Lüftungsanlage in die Hausautomation eingebunden habe:

  • Man braucht keine Fernbedienung mehr suchen und auch keine Batterien mehr wechseln
  • Die Steuerung ist überall vom Smartphone, Tablet oder PC aus möglich
  • Zeitsteuerung: Lüftungsanlage in den „Nachtmodus“ schalten -> leise.
  • Zeitsteuerung: Morgens die Lüftungsanlage auf Luftfluss-Steuerung (ohne Wärmerückgewinnung), um im Sommer morgens/abends das Haus abzukühlen.
  • Temperatursteuerung: Überschreitet die vom Light-Manager Air gemessene Temperatur einen Wert x, schaltet die Wohnraumlüftung auf den Modus ohne Wärmerückgewinnung (kann im Sommer allerdings auch einen gegenteiligen Effekt haben).

8.2 Wohnraumlüftung und Light-Manager Air

Light Manager Air steuert Wohnraumlüftung

Der Light Manager Air steuert bei uns die dezentrale Wohnraumlüftung.

Bei unserer dezentralen Wohnraumlüftung wird eine Infrarot-Fernbedienung mitgeliefert. Die einzelnen dezentralen Wohnraumlüftungsgeräte sind miteinander per Funk verbunden. Dabei wird ein Gerät als MASTER und der Rest als SLAVE konfiguriert (mehr dazu in einem separaten Beitrag über die dezentrale Wohnraumlüftung). Mit der Fernbedienung bedient man anschließend das gesamte System, indem man die Wohnraumlüftung am MASTER-Gerät einstellt. Für unsere Hausautomation bedeutete dies, dass das MASTER-Gerät direkten Sichtkontakt zum Light-Manager Air haben musste. Das war ohne Probleme im Wohnzimmer möglich.

Wohnraumlüftung zur Hausautomation hinzufügen und per Smartphone steuern

Wohnraumlüftung zur Hausautomation hinzufügen und per Smartphone steuern

Die Einbindung war einfach, da in Airstudio die einzelnen IR-Befehle (Automatikmodus, Überwachung, einströmende Luft, absaugen der Luft, Luftfluss-Steuerung, Luftfeuchtigkeit und Geschwindigkeit) einfach anlernen lassen. Die einzelnen Befehle habe ich in Airstudio unter dem Menüpunkt „LÜFTUNG“ gruppiert wie ihr an dem Foto sehen könnt. Zusätzlich habe ich für einige Befehle noch Szenen angelegt, um per Sprachbefehl (Google Home) die Lüftung zu regeln. „Hey Google, Lüftung auf Stufe 1“ regelt z.B. die Wohnraumlüftung auf die niedrigste Stufe.

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9. Light Manager Air zwei Jahre im Test: gut oder schlecht?

Seit der Einrichtung vom Light-Manager Air sind nun zwei Jahre vergangen. Wie gut oder schlecht ist das Gerät? Wir haben das Gerät jetzt lange genug im Test, so dass ich meine Praxiserfahrungen hier schildern kann. Für mich überzeugt das Gerät vor allem wegen der folgenden Punkte:

  • Ein Smart Home kann jeder damit kostengünstig nachrüsten
  • Neue Geräte lassen sich einfach einbinden
  • Es wird ständig neue Funktionen integriert (Updates)
  • Unterstützt herstellerunabhängig sehr viele Geräte (Funkfrequenzen 433 und 868 MHz).
  • Kostengünstig: 239 EUR für den Light-Manager Air
  • Bedienung der Hausautomation per Sprache möglich
  • Zuverlässig: trotz erster Bedenken bzgl. Funktechnik funktioniert das System sehr zuverlässig
  • Gute Dokumentation mit einem Forum in dem man schnell Hilfe bekommt.
  • Kundensupport reagiert schnell & kompetent auf Fragen.
  • Mit Programmierkenntnissen lassen sich komplexe und mächtige Hausautomationen schaffen
  • Nutzung auch für Laien – selbst meine Frau ohne technische Kenntnisse liebt den Light-Manager Air
Light Manager Air günstig kaufen

Den Light Manager Air kann man jetzt günstig bestellen. Der Preis liegt (Stand September 2018) bei 239 Euro. Es ist gut investiertes Geld.

Light Manager Air im Shop aufrufen

Der einzige Kritikpunkt den ich aufführen könnte, wäre: Man muss sich mit dem Light-Manager Air vertraut machen – aber bei welchem System muss man das nicht? Hier würde ich mit einfachen Lichtsteuerungen anfangen und das System mit der Zeit ausbauen. Ist man mit der Bedienung erstmal vertraut, kann man schnell neue Geräte im Smart Home einbinden. Ach ja: Eine „Mac OS X“-Version von Airstudio wäre auch super. Bisher musste ich mir da mit Wineskin behelfen, um Airstudio auf dem Macbook Pro zu installieren.

Fazit: Den Light-Manager Air hatte ich bereits mehrfach unter Freunden empfohlen und kann jedem, der in die Hausautomation einsteigen möchte, nur empfehlen. Wir nutzen die Funktionen täglich (und nicht nur die zeitgesteuerten Funktionen). Wie sehr uns die Hausautomation fehlen würde, haben wir festgestellt, als bei uns versehentlich die externen Antennen am Light-Manager mechanisch beschädigt wurden. Die abgebrochenen Antennen konnte ich jedoch schnell wieder anlöten – und nun ist wieder alles gut.


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Eure Erfahrungen mit der Hausautomation

Ist das alles Spielerei oder findet ihr eine Hausautomation im Alltag praktisch oder sogar unverzichtbar? Mich würden eure Meinungen zum Smart Home interessieren. Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn ihr den Light-Manager Air kommentiert.

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Bauherr & Heimwerker bei Hausbauen24.eu
Konstantin (Jahrgang 1984) lebt bei Hannover und ist seit 2013 Gründer und Autor dieser Webseite. Zusammen mit seiner Frau Anna und mit Unterstützung von Familie und Freunden hat er sich sich bereits sein erstes Traumhaus gebaut. Er hat nicht nur beim Hausbau eine Menge Eigenleistungen eingebracht, sondern ist auch im Alltag handwerklich sehr geschickt. Seine Stärke sind technische Dinge.
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