Wäscheabwurfschacht: Pro und Kontra Wäscheabwurf im Neubau

Bei der Hausbauplanung haben wir uns auch mit Wäscheabwurfsystemen beschäftigt. Mit so einem Wäscheabwurfschacht landet die Wäsche direkt da wo sie hingehört: Bei der Waschmaschine. Doch was sind die Vor- und Nachteile eines Wäscheabwurfs? Werden wir den Wäscheabwurfschacht in unserem Neubau installieren? Damit soll sich dieser Artikel beschäftigen. Ich würde mich über eine Diskussion zum Thema „Pro und Kontra Wäscheabwurfschacht“ sehr freuen.

So ein Wäscheabwurfschacht ist eine tolle Sache: Angefallene Wäsche aus dem Dachgeschoss wird in einen Schacht geworfen und landet im Hauswirtschaftsraum oder Keller direkt bei der Waschmaschine. Der Einwurf ist mit einer Einwurftür verkleidet und sieht schick aus. Meist befindet er sich im Badezimmer oder im Flur wo ihn alle Familienmitglieder erreichen können. Die Kosten für ein solches (fertiges) System liegen bei 800 bis 2.500 Euro – je nach Anzahl der Stockwerke, verwendetem Material und Geldbeutel.

Vorteile eines Wäscheabwurfschachts

Alle Vorteile in der Übersicht:
  • Es muss im Badezimmer (und auch in anderen Räumen wie z.B. Kinderzimmern) keine Aufbewahrungsmöglichkeit für Wäsche geben.
  • Wäsche landet direkt bei der Waschmaschine
  • Kein lästiges Schleppen des Wäschekorbs (besonders im Reihenhaus)
  • Weniger Staub und Haare im Badezimmer
  • Beim Neubau relativ einfach zu realisieren

Nachteile eines Wäscheabwurfschachts

Alle Nachteile in der Übersicht:
  • Wäsche könnte im HWR oder Keller ungesehen wachsen
  • Grundriss müsste oder könnte geändert werden (z.B. Bad über HWR)
  • Platz im Bad/Flur und im HWR erforderlich
  • Bei nicht schallgedämmten Systemen könnte man z.B. Waschmaschine oder Zentralstaubsauger im Bad oder Flur hören.
  • Bei Einwurftüren ohne Dichtung könnte es Zugluft geben + evtl. Problematik bei kontrollierter Wohnraumlüftung.
  • Bei der Planung müssen entsprechende Deckendurchbrüche (40x40cm) berücksichtigt werden.
  • Wenn es aufräumen heißt, könnten Kinder Wäsche einfach den Schacht hinunter werfen, statt sie einzusortieren.

Fazit zum Wäscheabwurfschacht

Auf den ersten Blick überwiegen die Nachteile. Allerdings lassen sich viele von ihnen beheben. Etwa wenn man sich früh genug über den Einbau des Wäscheabwurfsystems Gedanken macht. Wer z.B. eine Einwurftür mit Dichtung verwendet, beseitigt damit das Problem mit der Zugluft. Bei Verwendung eines Schallschutzes wie z.B. einen Wäscheauffangsack kann man den HWR-Lärm in den Griff bekommen. Wichtig ist es sich frühzeitig damit zu beschäftigen und bereits beim Gießen der Bodenplatte die entsprechenden Deckendurchbrüche anzulegen. Wenn das Bad gefliest ist, wird es sonst schwierig nachträglich einen Durchbruch zu stemmen. Der wichtigste Vorteil ist die gewonnene Lebensqualität durch den Wäscheabwurfschacht. Er erspart einem täglich/wöchentlich das Heruntertragen der Wäsche in den Waschraum und das Jahr für Jahr.

Was ich nicht machen würde ist das Haus um den Wäscheabwurf zu bauen. Daher kommt es für uns nicht in Frage Räume wegen des Wäscheabwurfschachts zu tauschen nur damit wir vom Bad die Wäsche in den HWR werfen können.

Wie sieht es bei uns aus? Derzeit hätten wir noch die Möglichkeit in unserem Grundriss den Wäscheabwurfschacht zu integrieren. Allerdings würde dieser nicht vom Bad aus in den HWR führen, sondern vom Flur aus. Grund: Wir wollen das Schlafzimmer nicht in den Süden legen, sondern dort das Badezimmer belassen. Eine endgültige Entscheidung steht bei uns noch aus.

Ich würde mich über Diskussionen zu dem Thema freuen. Was spricht eurer Meinung nach Pro und was Kontra einen Wäscheabwurfschacht? Vielleicht melden sich ja auch einige Hausbesitzer, die bereits einen Wäscheabwurfschacht haben, zu Wort.


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Geschrieben von

Konstantin (Jahrgang 1984) lebt bei Hannover und ist Autor dieses Blogs. Zusammen mit seiner Frau Anna und mit Unterstützung von Familie und Freunden baut er sich sein Traumhaus.

20 Kommentare

  1. Ich denke für das Geld was der Wäscheschacht kostet kann man viele viele anderen deutlich nützlichere Sachen an einem Haus kaufen/bauen. Daher würde ich es eher weglassen.

    Falls Ihr aber eh nicht wisst wohin mit dem ganzen Geld dann ist Wäscheschacht zumindest ein nettes extra Gimmick…

  2. Hallo Stefan,

    klar. Die Kosten sind nicht ohne – vor allem wenn man fertige Systeme nimmt. Wenn man ein einfaches PVC-Rohr einbaut und sich eine vernünftige Tür kauft, dann sieht das von den Kosten her schon anders aus. Danke für deinen Kommentar. 🙂

  3. Wir gehen gerade in die Planung unseres Hauses und abgesehen von meinem ‚heimlichen Traum‘ des Wäscheschachtes, hat eine Freundin mir gerade die Tage geraten einen Wäscheschacht einzubauen. Sie kennt das aus ihrem Elternhaus und es ist eine enorme Erleichterung. Man wird ja auch nicht jünger…
    An unserem Grundriss ändert das nichts, weil das Bad ohnehin über dem HWR geplant ist. Wir werden auf jeden Fall mal mit dem Architekten über den Preis sprechen. Ansonsten soll er eben ein 40×40 großes Loch im Boden einplanen und wir bauen uns den Wäscheschacht selber. Ich denke auch, dass das mit einem Handelsüblichen PVC-Rohr und einer Holzverkleidung preislich absolut im Rahmen liegt. Das ist mir die gewonnene Lebensqualität auf jeden Fall wert. lg

  4. hallo konstantin,
    wir wohnen jetzt seit einem jahr in unserem neuen haus, in dem wir einen wäscheschacht haben.
    für mich bringt er nur vorteile,
    die wäscheklappe ist bei unserem haus in allen 3 stöcken immer im flur, das finde ich für uns ideal denn so haben alle zugang zur wäscheklappe auch wenn das bad mal besetzt ist.
    es ist immer aufgeräumt, den keiner lässt die wäsche liegen wenn es so einfach ist sie zu verräumen, auch unsere kinder sind da schon recht selbständig.
    nirgends sind wäschekörbe im weg und
    den schweren wäschekorb über 2 stockwerke zu schleppen bleibt mir auch ersparrt.
    in unserem haus verursacht der wäscheabwurf weder zugluft (wir wohnen in einem haus mit kontrollierter wohnraumlüftung)
    noch leitet er den lärm aus dem keller in die oberen stockwerke.
    von den angegebenen nachteilen trifft bei uns keines zu.
    allerding muss ich schon zugeben dass ich oft echt überrascht bin wenn ich sehe dass sich schon wieder so viel wäsche angesammelt hat, aber bei einem 5 köpfigen haushalt wie bei uns wird ohnehin fast jeden tag gewaschen.
    ich würde mich sofort wieder für einen wäscheabwurfsschacht entscheiden, er wird jeden tag mehrmals gebraucht und das über viele jahre.
    mein fazit: nie wieder ohne.
    lg ruth

    gewaschen.

  5. Hallo Ruth,

    vielen Dank für deinen Kommentar und die Anregungen. Damit hast du einige der möglichen Nachteile bereits entschärft. Wir haben den Wäscheschacht jetzt auch fest eingeplant. Was mich interessieren würde ist, ob ihr den Wäscheschacht selbst gebaut habt oder ein Unternehmen damit beauftragt habt. Falls selbst: Habt ihr da ein Komplettpaket genommen oder die einzelnen Komponenten selbst zusammengesucht?

    Viele Grüße,
    Konstantin

    • hallo konstantin,
      wir haben unseren hydrauliker damit beauftragt uns einen wäscheschacht mit 30 cm. durchmesser zu bauen.
      verwendet hat er aber KEIN komplettpaket, er hat die einzelnen komponenten selbst zusammengesucht, es ist ein infaches PVC-Rohr mit einer klappe am ende des rohres im keller und türen an den einwürfen.

      grüße aus südtirol
      ruth

  6. Hallo!

    Ich bin auch gerade einen Neubau am planen und nun am Thema wäscheschacht angelangt! Habt ihr inzwischen euer Bauvorhaben mit wascheschacht abgeschlossen? Passiert es bei PVC nicht, das sich verschiedene Wäschestücke statisch aufladen?

    MfG

    • Hallo Stefan,

      wir sind noch dabei. Zur Realisierung des Wäscheabwurfschachts werde ich noch etwas schreiben. Das mit der statischen Aufladung ließt man öfter als möglicher Nachteil. In der Praxis soll man damit aber keine Probleme haben. Bei uns wird es wohl eine Kombination aus PVC und Edelstahl – mehr dazu später.

      Viele Grüße,
      Konstantin

  7. Hallo,

    auch wenn meine Eindrücke wohl etwas verspätet kommen, möchte ich sie trotzdem schreiben.

    Unser Haus ist nun seit 6 Jahren fertig. Es ist ein 2-Familien Haus und wir haben alles selbst geplant und gebaut. Erdgeschoß bewohnen meine Eltern und Ober- wie Dachgeschoß gehört zu unserem Reich.

    Wir sind auch stolze Besitzer eines Wäscheschachtes und wollen es auch nicht mehr missen. Unser Schacht führt also über 3 Stockwerke in den Keller. Wir haben ihn aus PVC Rohren 300 mm gemacht.
    Die Aussparung in den Bodenplaten haben wir bewußt etwas grösser genommen (400 x 600) und haben diesen Extraplatz für Kabel, Wasserrohre und Abwasser genutzt.
    Einwurf ist im Gästebad im Obergeschoß und im Hauptbad im Dachgeschoß. Im Obergeschoß haben wir ein T-Stück eingesetzt. Im Dachgeschoß das Rohr auf der Höhe von 75 cm so belassen.
    Ich muss gestehen, dass es uns wichtig war, diese in den Bädern zu haben (Die Kleidung vor dem Duschen nach unten zu werfen, ist ziemlich bequem…). Es gab auch kein Gedränge mit den Kindern, wenn das Bad mal kurz besetzt war.

    Da beide unsere Bäder übereinander liegen, hatten wir diesbezüglich auch kein Problem. Allerdings mussten wir uns etwas einfallen lassen bezüglich unseres HWR-Raumes. Es liegt nicht genau drunter, sondern an der anderen Seite der tragenden Wände (Bäder liegen rechts davon und HWR links). Also haben wir einen kleinen Durchbruch für das Rohr in der Wand gemacht und mit einem Bogen von 30° den Schacht in den HWR-Raum geführt und davor eine Kiste gestellt. Ist zwar nicht ganz so, wie es üblich ist, aber sehr bequem.

    Mit guten Abdeckungen gibt es auch kein Problem mit Luftzug oder Lärm.

    Was ich allerdings noch ändern würde, wenn ich es noch mal bauen würde: Ich würde mir Gedanken machen wie die saubere und gebügelte Wäsche wieder nach oben kommt 😉 Denn der Wäscheschacht verhindert das Schleppen der Wäsche nur in eine Richtung…

  8. Barbara Bachmann Reply

    Ich lebe seit Jahren mit einem Wäscheabwurf, und der hat nur Vorteile.
    Jetzt bauen wir ein neues Haus, und Wäsche Abwurf ist ein wichtiger Bestandteil dabei. Kein Treppe laufen mit schmutziger Wäsche. Keine schmutzige Wäsche liegt im Schlafzimmer, Ankleide oder Bad herum, kein Schmutz, kein Staub, keine Wäsche häuft sich mehr. Lohnt sich zu 100%!

    Kann ich nur empflen.

  9. Schallschutzseitig eine Katastrophe!

    • Hallo Fritz,

      das kann ich nicht bestätigen. Wir hören im Schlafzimmer kein Geräusch von Waschmaschine, Trockner oder Wärmepumpe. Andersherum hört man auch nichts aus dem Schlafzimmer im HWR. Im Flur ist ebenfalls nichts zu hören.

  10. Hallo zusammen,

    wir haben die Rohre schon in unserem Haus drin. Ich suche noch nach einer passen Klappe für die Wäsche, weil wir im Moment noch ein Loch im Bad haben. In einem anderen Forum habe ich schon nach erfahrungen mit einer Edelstahl Wäscheklappe gefragt aber keine Antwort erhalten. Hat hier schon jemand Erfahrungen mit dieser von ********* [WERBUNG ENTFERNT]?

    Habt Ihr welche aus Edelstahl eingebaut oder vom Schreiner?

    Schönen Gruss Robert

    • Hallo Robert,

      ich hab mal den Link rausgenommen. In Kombination mit deiner E-Mailadresse sieht das etwas nach Werbung aus. Ich kann Deine Frage dennoch beantworten. Wir haben eine pulverbeschichtete Klappe gewählt, die sehr robust und stabil ist. Bisher sieht sie trotz täglicher Benutzung immer noch wie neu aus und das Beste: Sie verschließt dank der Dichtungen optimal (keine Zugluft und schalldämmend).

      Viele Grüße,
      Kontstantin

  11. Hallo Konstantin,

    in unserer Firma ist auch eine pulverbeschichtetes Treppengeländer, bei der auch die Beschichtung am Treppenlauf leider schon weg ist. Aber ich denke bei der Wäscheklappe ist das kein Problem weil diese ja viel weniger benutzt wird als das Treppengeländer in einer Firma. Ich denke auch, dass eine Klappe aus Metall viel besser in unser Bad passt.

    Was ich auch wichtig finde ist, dass die Schachtabwurfanlage wirklich ziemlich dicht abschliessen sollte, da es sonst zu Zugluft kommen könnte.

  12. Wie steht es mit dem Wäsche Aufwurf? Oder wie kommt die Wäsche wieder hinauf? Wir haben deshalb unseren Waschturm im Badezimmer und schleppen gar keine Wäsche die Treppe hoch. Getrocknet wird über der Badewanne oder gedeckten Balkon mit je einem Juwel Deckentrockner (oder mit dem Wäschetrockner).

  13. Hallo Konstantin,

    meine Frau und ich stecken zur Zeit auch voll in den Planungen für den Bau eines Eigenheims. Allerdings noch SEHR weit am Anfang. Ich bin froh das es Leute wie dich gibt, der seine gemachten Erfahrungen mit anderen Teil. Vielen Dank dafür.

    Meine Frage zu dem Wäscheabwurf: Wir haben auch über einen Abwurf nachgedacht. Auch weil ein Freund von mir ebenfalls einen eingebaut hat. In der Liste der Nachteile hast du geschrieben:

    „Wenn es aufräumen heißt, könnten Kinder Wäsche einfach den Schacht hinunter werfen, statt sie einzusortieren.“

    Wie genau ist das gemeint. Wie soll man auch mit einem Wäscheabwurf einsortieren? Genau das ist es auch was mich daran stört. Ich möchte die benutzte Wäsche schon beim Ausziehen direkt vorsortieren. (Bund, Hell, Dunkel) Das geht nun mit einem Abwurf nicht. Stehe ich auf dem Schlauch sodass ich dafür eine Lösung übersehe?

    • Eine Sortiermöglichkeit wird tatsächlich schwierig. Was ich meinte ist: Das Kinder einmal kurz getragene Wäsche (die noch sauber ist) der Einfachheit wegen den Wäscheabwurf runterwerfen (Mama/Papa waschen und bügeln), statt sie in den Schrank zurück zu legen.

  14. Hallo Konstantin,

    same here, nur kein Neubau. Hälst Du es auch in einem Altbau nachträglich für möglich, wenn das Bad ohnehin neu gekachelt wird? Loch in die Decke hört sich so brachial an… 😉 Darf ich fragen, was Ihr für Euer selbstgebautes Projekt dann schließlich bezahlt habt?

    Vielen Dank!

    • Hallo Verena, ich müsste genau nachschauen was die einzelnen Komponenten gekostet haben. Fragt doch einfach an. Angebot ist kostenlos. 🙂

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