Wäscheabwurfschacht einbauen: Anleitung zum selber machen

Weil uns die Vorteile des Wäscheabwurfschachts überzeugt haben, haben wir diesen eingebaut. Doch wie geht das? Was muss gemacht werden und worauf sollte man achten? In diesem Artikel erhaltet ihr einige Tipps und eine kurze Anleitung zum Wäscheabwurfschacht einbauen.

1. Vorbereitung während des Rohbaus

Wir haben uns also entschieden einen Wäscheabwurfschacht einzubauen. Bereits bei der Bestellung der Filigrandecke haben wir einen Deckenauslass von 40 x 40 cm gelassen, um später durch diesen ein 30er Kunststoff-Rohr zu führen. Das wird dann unserer Wäscheabwurfrohr. Unseren Einwurf wird es vom Flur aus geben. Das Rohr selbst ist im Schlafzimmer und führt direkt runter in den Hauswirtschaftsraum wo die Waschmaschine stehen wird. Wir haben dem Architekten also die Maße für Deckenauslass zugesandt und er in die Zeichnungen für den Filigrandeckenlieferanten weitergeleitet.

Deckenauslass in der Filigrandecke

Deckenauslass in der Filigrandecke

Wäscheabwurf Loch beim Decke betonieren

Wäscheabwurf Loch: So sah es nach dem Betonieren aus

Insgesamt hat das mit der Aussparung gut geklappt. Allerdings musste ich das Loch doch etwas versetzen, weil wir den Bewegungsmelder (für das Licht) im HWR nicht berücksichtigt haben. Dessen Platzierung war so in der Ecke, dass das Wäscheabwurfrohr sonst beim Betreten des Raumes diesen abgedeckt hätte. Das Rohr wurde daher etwa um 10 cm versetzt. Wie umständlich es ist 10 cm Decke wegzustemmen und entsprechend Stahl zu flexen könnt ihr euch sicher denken. Bedenkt daher die Platzierung gut! Ihr könnt euch natürlich dafür eine Firma holen, die so einen Lochausschnitt nachjustieren kann.

Loch für Wäscheabwurf

Loch für Wäscheabwurf: So sah es aus dem HWR aus

Sobald verputzt wurde, habe ich mich daran gemacht ein Loch in die Wand zu machen – und zwar genau dort, wo die Einwurftür später sein wird. Weil wir das Rohr generell um 10 cm versetzen wollten, musste natürlich das Loch in der Wand ebenfalls seitlich vergrößert werden. Wundert euch daher nicht über den Ytong-Stein.

2. Material für Wäscheabwurf-Einbau besorgen

Zunächst braucht ihr Material. Wir haben uns eigentlich fast alles bei Waescheabwurfanlagen.com (Diana Rieger) bestellt. Besonders gut hat mir die Beratung und Hilfestellung gefallen. Man konnte sie wirklich alles rum um den Wäscheabwurfschacht fragen und hat einige Tipps bekommen. Ihr braucht also folgendes Material:

Wäscheabwurf Material

Wäscheabwurf Material

  • Türschurrenrohr
  • 2000 mm Längenelement
  • KG Muffenstopfen
  • Wäscheabwurf Schachtauflager
  • Teleskop Wandhalterung
  • Dübel (10er oder 12er)
  • passende Schrauben mit Sechskant Kopf
  • Ratsche oder passender Maulschlüssel
  • Holzlatten + OSB-Platte zum Betonieren
  • Material zum Mischen von Beton (Zement, Sand oder fertigen „Estrich + Beton“ aus dem Sack)
  • Gleitmittel für Kunststoff-Rohre
  • Dachpappe besandet
  • eventuell PU-Schaum/Montageschaum


PVC-Rohr und Kasten selbst basteln?

Wäscheabwurf PVC-Rohr mit Kasten

Wäscheabwurf Kunststoffrohr mit Kasten (sog. Türschurrenrohr) für den seitlichen Einwurf

Ich hatte zunächst mit dem Gedanken gespielt mir im Baumarkt ein PVC-Rohr zu kaufen und den Kasten für die Einwurftür selbst zu bauen. Da würde man einiges sparen, weil so ein fertiges System bis 250 Euro kostet. Ich habe es dann aber sein lassen. Ohne Übung würde man es nicht schaffen das so genau hinzubekommen. Das fertige System war sauber verklebt und gerade. Daher würde ich hier nicht am falschen Ende sparen.

An Werkzeug braucht ihr mindestens:

  • Zollstock, Bleistift, Wasserwaage
  • Schlagbohrmaschine, Bohrer (je nach Dübel)
  • Wäscheabwurf Schachtauflager
  • Teleskop Wandhalterung
  • Holzkeile + Hammer


3. Wäscheabwurfschacht einbauen

1.) Zunächst habe ich um den Kunststoffkasten besandete Dachpappe geklebt (siehe Foto oben), damit der Kasten keinen direkten Kontakt mit Putz/Beton hat. Das ist zwar vom Wäscheabwurf-Hersteller nicht vorgeschrieben, allerdings denke ich, dass ein direkter Kontakt nie gut ist (Schall, mögliche Bewegungen) – schaden kann es zumindest nicht.

2.) Nun brauchen wir in der Innenwand einen Durchbruch für das Türschurrenrohr. Hier solltet ihr die für euch optimale Höhe bestimmen. Zeichnet den Durchbruch ein (1 – 2 cm umlaufend Platz lassen) auf das Mauerwerk und schneidet mit einem großen Winkelschleifer ein. Anschließend alles heraus stemmen bis das Loch vorbereitet ist. Hier hätte man natürlich auch bereits beim Mauern den Bereich auslassen können.

Wand flexen

Wand flexen

Poroton Wand stemmen

Poroton Wand stemmen


Wäscheabwurf Teleskop Wandhalterung

Wäscheabwurf Teleskop Wandhalterung – hier bereits verschraubt

3.) Um das Rohr mit Kasten gegen seitliches Kippen zu sichern, habe ich eine Teleskop Wandhalterung drüber geschoben. Das Rohr habe ich dann probehalber in die Wandöffnung gesteckt, mit der Wasserwaage provisorisch ausgerichtet und mir Bohrlöcher für die Wandhalterung eingezeichnet. Anschließend muss das Rohr wieder raus, um Löcher zu bohren und Dübel einzustecken. Dann könnt ihr das Rohr wieder einsetzen und über die Teleskop-Wandhalterung mit der Wand fixieren.

300mm PVC-Rohre verbinden durch Hebeln

300mm Längenlemente verbinden durch Hebeln

4.) Das Türschurrenrohr und die 2 Meter Verlängerung haben bei mir wegen der Dachschrägen nicht am Stück durch das Loch gepasst. Daher musste zunächst das 2 Meter PVC-Rohr durchgesteckt und unten abgestützt werden. Vergesst nicht gleich das Schachtauflager auf das 2-Meter Längenelement zu stecken. Anschließend habe ich das Türschurrenrohr eingesetzt. Am besten geht das natürlich zu zweit. Nun müssen die beiden Kunststoff-Rohre verbunden werden. Bei Rohren mit 30 cm Durchmesser ist das natürlich nicht ganz so einfach. Wir haben daher ein paar Steine gestapelt und mit einer Dachlatte gehebelt. Die Muffe müsst ihr vorher natürlich gut mit Gleitmittel einschmieren – sonst flutscht da nichts. 🙂

Wäscheabwurf Schachtauflager

Wäscheabwurf Schachtauflager: Hier bereits einseitig mit der Rohbetondecke verschraubt

5.) Sind beide Rohre verbunden, könnt ihr das gesamte Rohr wieder in Waage bringen (mit Holzkeilen fixieren) und Bohrlöcher für das Schachtauflager einzeichnen. Warum eigentlich in Waage – ist es der Wäsche nicht egal, wie sie fällt? Achtet auch darauf, dass vor allem der Kasten in Waage ist. Zwar lassen sich wenige Millimeter mit der Einwurftür ausgleichen, aber kein komplett schief eingebauter Wäscheabwurf! Bei mir konnten wir – wie ihr auf dem Foto sehen könnt – nur die eine Seite des Schachtauflagers (3 Schrauben) verschrauben. Ging leider nicht anders, weil wir den Wäscheabwurfschacht verschoben haben. Die andere Seite wurde nach dem Betonieren gebohrt und verschraubt.

Holzschalung für den Wäscheabwurf - Vorbereitung zum Betonieren

Holzschalung für den Wäscheabwurf – Vorbereitung zum Betonieren

6.) Nun kann man die Holzschalung zum Betonieren fertig machen. Dazu schneidet ihr in eine OSB-Platte ein rundes Loch. Die OSB-Platte schiebt man von unten über das Rohr nach oben und fixiert es mit Holzlatten. Ihr werdet das Loch in der OSB-Platte bestimmt nicht 100% genau schneiden. Füllt die Lücken mit z.B. Glaswolle aus und drückt diese eher etwas zu weit nach oben rein. Ansonsten steht der Beton nachher an eurer Decke hervor und erschwert das Spachteln der Decke nur unnötig. Die OSB-Platte kann man hier ganz gut mit z.B. einem Randdämmstreifen auslegen.

KG Muffenstopfen

KG Muffenstopfen

7.) Nun kann auf das Türschurrenrohr ganz oben ein KG Muffenstopfen gesetzt werden. Wozu dient dieser, wenn der Schacht sowieso mit Trockenbau Gipsplatten verkleidet wird? Er dient der Schalldämmung. Lasst ihr ihn weg, könntet ihr Lärm aus dem Geschoss darunter sonst wahrnehmen. Tipp: Den Schacht würde ich mit Glasfaser bzw. Mineralwolle dämmen und dem Trockenbauer sagen, dass er unbedingt doppelt beplanken soll. Das dämpft Lärm ebenfalls weiter ein.

Wäscheabwurf Einwurf-Kasten abschneiden

Wäscheabwurf Einwurf-Kasten abschneiden

8.) Auf der Seite der Einwurftür steht der Kasten wahrscheinlich bei euch über. Schneidet diesen mit z.B. einer kleinen Flex bündig mit dem Gipsputz (oder eher etwas in die Wand hinein) ab. Wie man auf dem Foto erkennen kann, muss nun noch nachgeputzt und gespachtelt werden. Wenn ihr vorher genau arbeitet und den Schacht (nicht wie wir) nachträglich versetzt, spart ihr euch das natürlich.

Nach dem Betonieren habe ich auch gleich die Trockebau-Konstruktion aus verzinktem Stahl-Ständerwerk fertig gemacht. Die Verkleidung habe ich bis zur Dachschrägen hoch gezogen. Bei einer Ablagefläche über dem Schacht würde sich sonst nur unnötig Staub sammeln. Vor dem Estrich habe ich (hier nicht zu sehen) noch im Fußbereich für einen sauberen Estrich-Abschluss zwei Lagen etwa 30 cm hoch Gipskartonplatten dran geschraubt.

Wäscheabwurf Trockenbau

Wäscheabwurf Trockenbau

4. Fazit: Wäscheabwurfschacht selber einbauen

Der Einbau des Wäscheabwurfschachts ist keine große Sache. Im Neubau kann man bereits in der Decke beim Betonieren Löcher lassen, um später ein Schachtlängenelement durch zu schieben. Hätten wir die Position nicht um einige Zentimeter verschieben müssen, wäre der Schacht in 2 Stunden eingebaut gewesen. Gedauert hat die Stemmerei des Rohbetons und die Schlitzerei der Wand. Insgesamt ist die Arbeit schnell und leicht gemacht – als Eigenleistung würde ich den Einbau des Wäscheabwurfschachts daher empfehlen.


Nachdem der Wäscheabwurf eingebaut und die Rohre des Zentralstaubsaugers verlegt sind, geht es mit der Estrichdämmung weiter. Es wird Zeit einen ebenen Boden im Haus zu bekommen. Wegen den ganzen Kabeln und Rohren bricht man sich beim Durchlaufen fast die Beine. 😉

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