Automatische Gartenbewässerung: Bewässerungscomputer einstellen [Teil 3]

Eine automatische Gartenbewässerung ist nicht nur vorteilhaft, wenn man zuhause auf der Terrasse sitzt und die Bewässerung selbst mit einem Knopfdruck einschaltet. Sie soll gerade dann auch automatisch laufen, wenn man nicht Zuhause ist. In dem Fall muss ein Bewässerungscomputer die Steuerung der Bewässerung übernehmen. Wir haben uns dazu die Gardena Bewässerungssteuerung Comfort 4040 modular gekauft. Wie wir sie verdrahtet und konfiguriert haben, beschreibe ich in dem dritten Teil meiner Artikelserie zur Gartenbewässerung.

1. Allgemeines zur Bewässerungssteuerung Gardena Comfort 4040 modular

Entschieden habe ich mich für die Bewässerungssteuerung von Gardena (Comfort 4040 modular). Damit lassen sich samt Erweiterung bis zu 12 Ventile ansteuern. In unserem Garten haben wir 4 Ventile, die gesteuert werden müssen. Für die Bewässerungssteuerung benötige ich eine 240V-Steckdose. Des Weiteren wird eine 9V-Blockbatterie in das Gerät eingesetzt. Sie greift ein, wenn die Stromversorgung nicht vorhanden bzw. unterbrochen ist.

Geht es auch ohne Bewässerungssteuerung?

Nein. Ohne Bewässerungssteuerung geht es nur kompliziert. Das Problem ist: Das bei einem Garten mit wie bei uns z.B. ca. 200 m² der Wasserdruck aus der Leitung (ca. 3 bis 4 bar) nicht ausreicht. Die Folge: Die Versenkregner würden beim Betrieb ohne Computer alle unten bleiben. Daher muss die einzelnen Gartenteile nacheinander bewässert werden. Unser vorheriger Artikel zur Planung der Gartenbewässerung hilft übrigens den Garten entsprechend des Wasserdrucks zu verrohren.

1.1 Montage der Bewässerungssteuerung von Gardena

Edelstahl Staubox / Staukiste

Edelstahl Staubox / Staukiste für die Bewässerungssteuerung (abschließbar) – hier Preis anzeigen

Normalerweise ist der Bewässerungscomputer von Gardena für den Außeneinsatz konzipiert. Er kann neben einer Außensteckdose an die Hauswand gebohrt werden. Da ich auf das Bohren verzichten wollte und gleichzeitig die Steuerung nicht der Witterung aussetzen wollte, habe ich mir bei Amazon eine Edelstahl Staubox bestellt (hier anzeigen). An die Seite habe ich Löcher gebohrt, um Steuerungskabel, Stromkabel und das Kabel für einen Bodenfeuchtesensor einzuführen. Dadurch kann ich eine Steckdose und den Bewässerungscomputer darin platzieren und die Box unter dem Außenwasserhahn in den Spritzschutzstreifen setzen.

1.2 Gardena Bodenfeuchtesensor (1188-20)

Gardena Bodenfeuchtesensor (trocken oder feucht)

Gardena Bodenfeuchtesensor (trocken oder feucht – hier leuchtet feucht)

Durch den Gardena Bodenfeuchtesensor ermittelt die Bewässerungssteuerung in etwa 15 cm Tiefe die Bodenfeuchtigkeit. Dadurch startet die Gartenbewässerung immer nur dann, wenn der Boden zu trocken ist. Wie erfolgt dies? Es werden Temperaturdifferenzen im Erdreich elektrisch gemessen. Über einen Drehknopf stellt man den Feuchtegrad ein – also ab wann die Steuerung den Boden als feucht oder trocken ansieht. Mittlerweile konnte ich den Bodenfeuchtesensor bereits ein Jahr lang testen. Daher hier die Vorteile und Nachteile:

Vorteile Nachteile
  • Bewässerung abhängig vom Feuchtegrad des Bodens, der unterschiedlich das Wasser speichern kann (lehmiger/sandiger Boden).
  • Kleine und kurze Regenschauer könnten dafür sorgen, dass die Bewässerung Bei Einsatz eines Regensensors nicht startet, obwohl der Boden trocken bleibt.
  • Der Feuchtegrad ist per Drehknopf entsprechend der Pflanzen/des Rasens einstellbar.
  • Bei einsetzendem Regen und feuchtem Boden während der Bewässerung wird die automatische Gartenbewässerung deaktiviert.
  • Teils negative Kritik, weil Bodenfeuchtesensoren nach kurzer Zeit nicht mehr zuverlässig funktionieren.
  • Bei schlechter Platzierung zeigt der Bodenfeuchtesensor immer „feuchten“ Boden an -> Folge ist keine Bewässerung.
  • Auch ein Bodenfeuchtesensor kann das Wetter und damit 1 Stunde nach Bewässerung einsetzenden Regen nicht vorhersagen.

Besonders wenn man im Urlaub ist und der Bodenfeuchtesensor nicht korrekt funktioniert, kann es im Hochsommer dazu kommen, dass alle Pflanzen bei der Wiederkehr vertrocknet sind und das trotz automatischer Bewässerung. Daher würde ich vor dem ersten Sommerurlaub unbedingt die Gartenbewässerung ausgiebig testen oder zumindest einen Freund darum bitten regelmäßig nachzuschauen.

2. Verkabelung der automatischen Gartenbewässerung

Ist die Box am richtigen Platz, können alle Kabel eingeführt werden. Folgende Kabel werden von außen in die Staubox eingeführt:

  • Gardena Verbindungskabel (1280-20): 24V-Kabel zum Anschluss der Gardena Bewässerungsventile. Es hat 7 Adern mit einem Querschnitt von 0,5 mm² und ist 15 Meter lang. Falls nötig, könnt ihr es natürlich mit entsprechenden Kabelklemmen (auch von Gardena) beliebig verlängern. Der Verbindungskabel habe ich in einem Kabelschutzrohr in der Erde verlegt.
  • Anschlusskabel vom Bodenfeuchtesensor: Das Anschlusskabel, welches dem Bodenfeuchtesensor beiliegt, ist 5 Meter lang. Für 12 Euro das Stück kann man es um 10 Meter verlängern.
  • Strom 240V Kabel: Bereits vor dem Verlegen der Keramik Terrassenplatten hatte ich ein Erdkabel aus der Garage zum Außenwasserhahn gelegt. An dieses hatte mein Schwager (gelernter Elektriker) eine Außensteckdose für die Bewässerung geklemmt.
Gardena Ventile anschließen

Gardena Ventile anschließen (aus der Anleitung)

Im nächsten Schritt werden die Kabel alle an die Gardena Bewässerungssteuerung Modular 4400 gesteckt. Ihr solltet euch die Farben der Kabel an der Ventilbox gut merken, um später die Ventile den Programmen im Bewässerungscomputer zuordnen zu können. Das Schaubild rechts zeigt wie die Ventile angeschlossen werden.

Das folgende Schaubild zeigt wie die Bewässerungssteuerung bei uns aussieht.

Gardena Bewässerungssteuerung anschließen

Gardena Bewässerungssteuerung anschließen

3. Programmierung: Bewässerungscomputer einstellen

Gardena Bewässerungscomputer einstellen

Gardena Bewässerungscomputer einstellen

Wie bedient man die automatische Gartenbewässerung von Gardena? Letzten Herbst hatte ich die Bewässerungssteuerung getestet und muss sagen, dass ich dieses Jahr im Sommer sofort wieder mit der Programmierung der einzelnen Ventile/Programme zurecht kam. Beim ersten Einstellen geht ihr wie folgt vor:

  1. Uhrzeit und Wochentag einstellen: Nach Einstecken des Netzteils (ohne Batterie) stellt ihr zunächst die Uhrzeit und den aktuellen Wochentag ein.
  2. Bewässerungsprogramme einstellen:  Jetzt können die Bewässerungsprogramme definiert werden. Je Kanal könnt ihr 4 Bewässerungsprogramme definieren. Falls „ERROR“ angezeigt wird, haben sich die eingestellten Programme überschnitten. Sie werden dennoch gleichzeitig ausgeführt. Also nicht wundern. So geht’s:
    1. Channel-Taste drücken (z.B. Kanal 1)
    2. Mit den hoch/runter-Tasten den Programmspeicherplatz wählen und mit OK bestätigen
    3. Jetzt stellt ihr die Bewässerungsstartzeit ein und bestätigt mit OK.
    4. Die Bewässerungsdauer kann im Stunden- und Minutentakt jetzt eingestellt werden.
    5. Im nächsten Schritt stellt ihr den Bewässerungszyklus ein. Es wird definiert an welchen Wochentagen (oder z.B. jeden 2/3 Tag) bewässert werden soll.
  3. Manuelle Bewässerung einstellen: Wollt ihr außerhalb der Programmzeiten eine Bewässerung manuell starten? Das geht über die „Man.“-Taste. Dannach einfach die Channel-Taste drücken und bei „RUN TIME“ die Dauer einstellen. Ideal ist das, um kurz einen Bewässerungsstrang zu testen.

Tipp: Beschriftet die Ventile mit den jeweiligen Programmen und legt euch eine Liste mit den Programmen und Beschreibungen der jeweiligen Gartenabschnitte an damit ihr auch nach zwei Jahren wisst, mit welchem Programm ihr z.B. ein bestimmtes Beet für 10 Minuten auch manuell bewässern oder aber die Gießdauer regulieren könnt.

Am Ende sah es dann wie auf folgendem Foto in der Box aus:

Automatische Bewässerungssteuerung programmiert

Automatische Bewässerungssteuerung programmiert (hier in der Edelstahlbox platziert)

Unsere Einstellungen für den Rasen

Doch wie lange sollte der Rasen per automatische Gartenbewässerung bewässert werden?

Während der Neuansaat: Morgen, Mittags, Abends je 20 Minuten

Danach: Jeden Tag morgens und abends 45 Minuten

Die automatische Gartenbewässerung startet natürlich nur dann, wenn der Boden zu trocken ist. Den Bodenfeuchtesensor habe ich auf die mittlere Stufe reguliert. Da wir lehmigen Boden haben, der die Feuchtigkeit gut speichert, wird nur selten gewässert. Natürlich gilt die Bewässerung nur für den Rasen im Garten. Die Beete sind bislang nicht angelegt und da werde ich zunächst experimentieren müssen. Als Faustregel gilt: Wenn ihr lockeren Sandboden habt, so solltet ihr 10 bis 15 Liter pro m² für die Bewässerung ansetzen. Bei lehmigem oder tonigem Boden müssen 15 bis 20 Liter beregnet werden. Dann reicht auch eine Beregnung pro Woche. Rasenflächen auf Sandboden brauchen in Trockenzeiten alle drei bis vier Tage Wasser. Wichtig ist, dass genügend Wasser pro Gießvorgang in den Boden sickern kann. Da die Wurzeln des Rasens etwa 15 cm tief sind, muss entsprechend viel Wasser beregnet werden, damit dieses bis in die Tiefe durchsickern kann.


Damit steht die automatische Gartenbewässerung. Mir war es wichtig diese noch vor der Rasen-Neuansaat fertig zu haben. So kann der neue Rasen gesät werden und wird optimal gewässert. Im nächsten Artikel geht es daher um die Neuansaat unseres Rasens. Auch da wird es wieder viele nützliche Tipps geben.

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