Bodenplatte betonieren: Bewehrung verlegen und Beton gießen

Auf den Fotos im Beitrag über die Kanalarbeiten könnt ihr bereits die Schalung für die Bodenplatte erkennen. Doch wie kann man so eine Bodenplatte betonieren? Bewehrung verlegen und Beton gießen war einfacher als ich zunächst gedacht habe. Wie es funktioniert ist in diesem Beitrag beschrieben.

Bewehrung verlegen: So geht’s

Wichtiges Werkzeug/Material:
  • Flechtzangen
  • Bolzenschneider
  • Rödeldraht
  • Teppichmesser

Zunächst hatte ich mir bereits bei der Lieferung von Material für unser Streifenfundament Stahlmatten Q257 und Q188 bestellt. Die Bewehrungsmatten Q257 sind für unser Haus, während die etwas dünneren Q188 Stahlmatten für die Doppelgarage sind. Unser Bauleiter hat uns einen Bewehrungsplan ausgehändigt (Berechnung vom Statiker) nach dem wir die Stahlmatten platzieren sollten. Wir waren fünf Mann vor Ort und bis Mittag mit den Arbeiten durch. Die Bewehrungsmatten kann man aber auch zu zweit gut verlegen.

Aufbau der Bewehrung in unserem EFH

  • PE-Folie wird flächendeckend ausgelegt (Streifenfundamente bleiben frei). Sie dient dazu, dass Beton und Untergrund (Füllsand) sich nicht zu schnell vermischen und der Sand dem Beton das Wasser entzieht.
  • Drunterleisten werden im Abstand von 70 cm ausgelegt. Sie sorgen dafür, dass Stahlmatten vom Beton umschlossen werden.
  • 1. Lage Q257 und Q188 Stahlmatten nach Bewehrungsplan verlegen.
  • Zulage untere Lage im Bereich der Tragenden Wände verlegen.
  • Erdungsband umlaufend im Haus und Garage verlegen.
  • Abstandhalter (Schlangen) im Abstand von 50 cm verlegen.
  • 2. Lage Q257 und Q188 Stahlmatten (wie 1. Lage) verlegen.
  • Verbinden vom Bewehrungsmatten und Abstandhaltern mit Rödeldraht, so dass keine Stahlmatten beim Beton gießen aus dem Beton kommen können.

PE-Folie auslegen für die Bodenplatte

PE-Folie auslegen für die Bodenplatte

Bewehrung auf Drunterleisten

Bewehrung auf Drunterleisten


Bewehrung für Bodenplatte

Bewehrung für Bodenplatte fertig

Bodenplatte betonieren und bewässern

Wichtiges Werkzeug/Material:
  • Flaschenrüttler
  • Betonabzieher (Eigenbau)
  • Schaufel
  • Harke

Das Betonieren der Bodenplatte war wieder ein mal ein einfaches Vorhaben. Ich hatte hierfür 32 m³ WU-Beton (WU – wasserundurchlässig) und eine Betonpumpe bestellt (Menge wieder perfekt vom Bauleiter abgestimmt). Zur Vorbereitung hatte ich alle drei Meter dünne Plöcke mit Nägeln eingeschlagen. Anhand der Höhe der Nägel kann man zentral auf der Bodenplatte gut erkennen wie hoch der Beton gegossen werden muss. So verhindert man, dass unnötige Beulen entstehen, die beim Mauern problematisch werden. Nachdem der Beton geliefert wurde, sind wir mit dem Flaschenrüttler durchgegangen und eine Person hat den Beton glatt gezogen. Ein Betonrüttler ist sehr wichtig für einen verdichteten und damit guten Beton. Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass Bläschen aufsteigen, die sonst Hohlräume bilden würden. Die Schalung hat gehalten! 🙂 Soweit ich mich erinnere, waren wir nach 2,5 Stunden durch und konnten unser Bierchen genießen.

Bodenplatte betonieren

Bodenplatte betonieren: So sieht die fertige Bodenplatte aus

Bodenplatte bewässern

Bodenplatte nachbehandeln: Bewässern des Betons

Bodenplatte nachbehandeln: Bewässern des Betons

Nach dem Betonieren der Bodenplatte sollte diese regelmäßig bewässert (oder mit Folie abgedeckt) werden. Immer dann, wenn 3/4 der Fläche trocken sind, kann bewässert werden. Damit verhindert man übermäßiges Verdunsten von Wasser über die Betonoberfläche. Wie lange? Die ersten Tage sollte die Bodenplatte – besonders bei starker Sonnenstrahlung – mehrmals (alle 2 bis 3 Stunden) gewässert/geflutet werden. Bei einer gut nachbehandelten Bodenplatte gibt es keine Risse. Bei uns konnte ich keinen einzigen Riss erkennen – so kann es weiter laufen!


Wie geht es weiter?

Steine für die Außenwände sind bereits bestellt und geliefert worden. Im nächsten Artikel geht es um das Mauern: Hier ist besonders die erste Schicht Steine wichtig. Der Rest wird geklebt.

Hier weiterlesen...

Geschrieben von

Konstantin (Jahrgang 1984) lebt bei Hannover und ist Autor dieses Blogs. Zusammen mit seiner Frau Anna und mit Unterstützung von Familie und Freunden baut er sich sein Traumhaus.

6 Kommentare

  1. Hallo Konstantin,

    ich habe deine Seite gestern gefunden und mir sind ein paar Fragen eingefallen. Ich bin aktuell in der Bauplanung und nicht wirklich begeistert von der Möglichkeit ein Haus mit Styropor einzupacken. Eine Ausnahme wäre für mich die Bodenplatte die immer mit dem Erdreich verbunden ist. Hier hätte ich eigentlich gedacht dass man immer eine Isolierung zwischen Beton und Boden einzieht und ebenfalls am Rand die Isolierung vor dem Gießen einbringt.

    Welche Gedanken habt ihr euch dazu gemacht?

    Dass einer Bodenplatte Wasser nichts ausmacht habe ich auch schon gehört, aber dass man gleich den Wasserschlauch anschließt? Gerade im Winter wäre ich davon ausgegangen dass die Bodenplatte nicht zu schnell trocknet?

    Viele Grüße aus Baden

    Thorsten

  2. Hallo Thorsten,

    auch im Winter trocknet die Bodenplatte – wenn man sie nach dem Betonieren so stehen lässt – zu schnell aus. Man sollte sie daher immer bewässern oder mit Folie abdecken.

    Die Isolierung wird oberhalb der Bodenplatte sein. Man kann natürlich auch unterhalb dämmen. Die Bodenplatte wäre dann auf der “warmen” Seite und die Wände stehen warm. Dann würde man die Dämmung etwas abstehen lassen und die Perimeterdämmung an den Wänden direkt darauf anbringen. Die Lösung wäre wärmebrückenfrei.

    Das ist aber auch eine Preisfrage: Unterhalb ist deutlich teurer (z.B. Foamglas). In der Realität soll die Dämmung unterhalb aber weniger bringen, weil die Wärmeverluste da eher gering sind. Besser ist es eine gute Dämmung oberhalb (unter dem Estrich) zu verwenden. Dann würde ich das Geld lieber in besser Dachdämmung investieren.

    Weiterer Punkt: Bei Dämmung unterhalb verstößt man oft gegen DIN 18014 (Fundamenterder) – das kann lebensgefährlich sein – also aufpassen.

  3. Hi Konstantin,

    wie habt ihr eure Baustelle mit Wasser versorgt? So ein Bauwasseranschluss ist ja nicht gerade billig wenn man selber baut. Da steht er dann ja ein paar Tage. Habt ihr euch den gegönnt? Oder habt ihr das über einen Wassertank gemacht? Wenn ja wie habt ihr den befüllt?

    Gruß Denis

  4. Hallo,
    Bei Perimeterdämmung unterhalb der Bodenplatte verstößt man NICHT gegen die DIN 18014. Hier sind lediglich andere Vorgehensweisen zu beachten. Bei Perimeterdämmung ist ein zusätzlicher Ringerder (V4A) unterhalb der Isolierung zu errichten und nach Norm mit dem vorhandenen Fundamenterder zu verbinden.
    Dies ist auch bei WU-Beton, weiße- u. schwarze Wanne sowie spez. Schüttungen zwingend zu beachten.
    DIN 18014 ist bezüglich EVU (TAB) und EnWG §49 anzuwenden.

    Gruß Daniel
    Sachverständiger Elektrotechnik

  5. Hallo Konstatin,

    einen tollen Blog hast du hier, ich finde es sehr gut das du viele Sachen sehr Detailliert schreibst.

    Ich hab mal eine Frage zu eurem Bauleiter, war dieser der Architekt oder woher habt ihr den?

    Ich habe auch vor selber zu bauen mit viel Eigenleistung und ich kann auch sehr viel alleine nur würde ich halt gerne einen “Profi” an meiner Seite wissen der mir bei ein paar Details mit Rat zur Seite steht, deswegen die Frage.

    Vielleicht wäre euer Bauleiter auch was für mich da ich nur 80km von euch weg wohne 😉

    Gruss
    Timo

  6. Hallo Timo,

    vielen Dank. Bauleiter und Architekt waren bei uns eine Person. Wir haben mit ihm einen speziellen Bauleitungsvertrag abgeschlossen. Er war auch ständig bei uns auf der Baustelle. Das hat viele Vorteile. Heutzutage musst du auch einen Bauleiter benennen und angemessen honorieren.

    Unser Architekt hat mich übrigens drum gebeten, dass ich ihn nicht öffentlich nenne, weil er auch so schon genug Werbung bekommt. Gegen eine persönliche Empfehlung hat er aber nichts, denke ich.

    Viele Grüße,
    KonstantinM

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