Laminat: Vorteile, Kaufberatung und unsere Auswahl (Teil 1)

Im Rahmen des Innenausbaus gehört das Laminat verlegen zu den typischen Eigenleistungen beim Hausbau. Auch für uns stand von Anfang an fest, dass wir den Bodenbelag selbst verlegen, weil man so natürlich ordentlich sparen kann und die Arbeit auch von Laien gut erledigt werden kann. In diesem Beitrag möchte ich vorab einige fachliche Informationen rund um Laminat geben. Worauf sollte man beim Kauf achten? Wo gibt es Laminat zu kaufen? Welche Qualitätsmerkmale hat ein Laminatboden? Wofür haben wir uns entschieden?

1. Laminat kaufen: Wo?

Laminat haben wir im gesamten 1. Obergeschoss und im Spitzboden. Mit 10% Verschnitt sind das dann 120 m² Bodenbelag, welches wir bestellen mussten. Wo bekommt man Laminat? Wir haben vier Wege genutzt, die ich mit einer Schulnote jeweils bewerten würde:

  • Baumarkt: Im Baumarkt ist die Auswahl ganz gut. Wir haben Obi, Bauhaus und Hornbach angesteuert bzw. uns dort Laminatböden angeschaut, wenn wir andere Dinge kaufen/bestellen mussten. Im Baumarkt kann man auch das ein oder andere Schnäppchen machen. Aufpassen muss man hier auf die Ecken der Laminatbretter – diese können unter Umständen angeschlagen sein (durch häufiges Umstappeln) Gesamtnote: 3
  • Holzfachmarkt: Große Auswahl an Bodenbelägen. Preise sind allerdings etwas höher. Vorteil war hier, dass viele Laminatmuster auf größeren Flächen verlegt waren und man sich die Optik gut vorstellen konnte. Die Beratung war hier 1a. Gesamtnote: 2
  • Laminat Fachgeschäft: Hier gab es eine akzeptable Auswahl an Laminatböden. Für uns war leider nichts dabei. Die Preise sind – wie erwartet – deutlich höher als in anderen Läden. Die Beratung war allerdings miserabel bzw. nicht vorhanden. Die Mitarbeiter waren scheinbar überfordert (zu viele Kunden?). Wir warteten eine halbe Stunde. Als dann ein Mitarbeiter einem potenziellen Kunden aus dem Laden hinterher lief, sind wir dann endgültig raus. Gesamtnote: 4
  • Online Laminathändler: Hier hat man eine große Auswahl an Laminatböden. Der Preis ist vergleichsweise gering. Das größte Problem ist, dass man das Laminat nicht sofort anfassen und real sehen kann. Man muss sich daher Probemuster anfordern – das dauert und kann unter Umständen kosten. Ein weiterer Nachteil ist, dass Händler zu viel bestellte Laminatpakete und z.B. Trittschalldämmung nicht zurücknehmen (wollen). Gesamtnote: 2

Letztendlich hatte fast jedes Geschäft die gleichen Laminatmodelle und Hersteller. Der Holzfachmarkt hat unter eigenem Namen auch Laminat verkauft. Baumärkte wie Obi verkaufen ebenfalls unter eigener Marke Laminat. Leider ist es schwierig da zur Qualität Informationen zu bekommen.

Wir bestellen beim Laminat Online-Shop!

Ich möchte hier nicht unnötig Werbung machen: Entschieden haben wir uns letztendlich für einen Online-Shop für Laminat bzw. Bodenbeläge. Dieser hatte Online einen recht guten FAQ-Bereich, der uns viele Fragen rund um Bodenbeläge und die Verlegung bereits vor dem Kauf gut beantworten konnte. Wir hatten uns drei verschiedene Laminatmuster bestellt, die uns in etwa gefallen haben und diese im neuen Haus hingelegt, um sie vor Ort zu testen (Kratz-Test, Optik, Farbe, Reinigung). Der m²-Preis war beim Online-Händler am besten und lag bei etwas über 10 €/m² zzgl. Steuer. Es gab hier für die gewünschte Menge einen Rabatt und zusätzlich 2% Skonto.

2. Welche Vorteile/Nachteile hat Laminat?

Vorteile vom Laminat Nachteile vom Laminat
  • robust
  • strapazierfähig
  • hohe Abriebfestigkeit
  • einfache Verlegung auch durch Laien
  • diverse Dekore dank digitalem Druck möglich
  • meistens für Fußbodenheizungen geeignet
  • Gegen Feuchtigkeit geschützt
  • deutlich günstiger als z.B. Vinyl oder Parkett
  • hitzebeständig
  • Nachbesserungen von Macken (Abschleifen) nicht möglich
  • Laminat selbst dämmt Schall kaum -> Schalldämmung nötig

3. Worauf beim Kauf von Laminat achten?

Beim Kauf von Laminat haben wir auf einige Sachen geachtet. Natürlich sollte es uns optisch gefallen. Hier sind die Dekore sehr vielseitig und wegen der aufwendigen Holzmaserung von echten Dielen kaum zu unterschieden. Sogar die Oberflächenstruktur haben die Hersteller derart angepasst, dass sich Laminat fast wie eine echte Holzdiele anfühlt. Gefallen hat uns vor allem die umlaufende V-Fuge. Dadurch wirkt das Laminat wie ein echter Holzboden, hat aber nicht dessen Nachteile. Laminat sollte abrieb- und stoßfest sein. Es sollte dauerbelastbar sein, wenn man sich die Klickverbindungen anschaut – vor allem wenn ihr öfter schwere Sachen verschiebt (Möbel). Was die Beanspruchung angeht, geben alle Hersteller Nutzungsklassen an. Empfehlen würde ich euch die Nutzungsklasse 23/31. Sie ist im privaten Bereich mit hoher Nutzung und im öffentlichen/gewerblichen Bereich mit geringer Nutzung geeignet. Hier eine Übersicht:

Private Bereiche und Wohnbereiche Gewerbliche und öffentliche Bereiche
NK21 (mit geringer Nutzung):
Schlafzimmer, Gästezimmer
NK31 (mit geringer Nutzung):
Hotelzimmer, kleine Büros
NK22 (mit mittlerere Nutzung):
Kinderzimmer, Wohnzimmer, Esszimmer
NK32 (mit mittlerer Nutzung):
Konferenzraum, große Büros, Arztpraxis, kleinere Läden
NK23 (mit hoher Nutzung):
Eingangsbereiche, Küche, Diele, Büro
NK33 (mit hoher Nutzung):
Verkaufsraum, Empfangsraum, Kaufhäuser, Foyers

Eine weitere Qualitätskriterie ist die Stärke des Laminats. Sie reicht von 6 bis 12 mm. Je dicker das Laminat, desto höher die Strapazierfähigkeit und Lebensdauer – sagt man. Im Fachhandel werden meistens 7 bis 9 mm angeboten. 7 mm können im privaten Wohnbereich durchaus ausreichen. Da Laminat häufig nass (oder wie es richtig ist: nebelfeucht) gewischt wird, sollte die Feuchtigkeitsresistenz hoch sein. Was heißt das genau? Die Kanten sind gerade früher die Schwachstelle gewesen. Sie waren schlecht imprägniert. Die heutigen Fugen sind dagegen viel besser, so dass das Problem nicht mehr so stark besteht. Zuletzt sollte auf die Umweltverträglichkeit geachtet werden. Da sich Laminat auf Gesundheit und Umwelt auswirken kann, sollte man auf Qualitätssiegel achten. Einige Laminatsorten haben den „Blauen Engel“.

4. Unsere Auswahl: Laminat, Trittschalldämmung & Zubehör

4.1 Unser Laminat: Parador Eco Balance Eiche Schiefergrau

Parador Laminat Eco Balance Eiche Schiefergrau

Parador Laminat Eco Balance Eiche Schiefergrau

Unsere Entscheidung fiel auf „Eco Balance Eiche Schiefer“ von Parador (siehe Produktseite). Jede Laminatdiele hat eine umlaufende rundum imprägnierte Minifuge – so wie wir es wollten. Die Nutzungsklasse wird als NK 23/32 angegeben. Der Hersteller vergibt im geschäftlichen Bereich eine 5-jährige und im privaten eine 20-jährige Garantie. Geeignet ist das Laminatmodell für Fußbodenheizungen. Eine weitere positive Eigenschaft ist, dass das Material „microkratzfest“. Zahlreiche Zertifizierungen bestätigen außerdem die Qualität und Nachhaltigkeit des Laminats: Der Blaue Engel, LGA Qualitätszertifikat, LGA schadstoffgeprüft, PEFC, EPD. Der m²-Preis lag bei 10,36 EUR zzgl. 19% Steuer abzgl. 2% Skonto.

4.2 Unsere Trittschalldämmung für’s Laminat

Parador Akustik Protect 100 Trittschalldämmung

Parador Akustik Protect 100 Trittschalldämmung

Bei den Beratungen und im Netz bin ich immer wieder auf eine Trittschalldämmung gestoßen. Als ich ein Gespräch mit einem Mitarbeiter des Online-Shops geführt habe bei dem wir später unser gesamten Laminatfußboden samt Zubehör bestellt haben, wurde es mir ebenfalls empfohlen, weil es bei Kunden gut ankommt: „Parador Akustik Protect 100“. Es handelt sich dabei um eine Hightech-Akustikmatte, die raum- und trittschalldämmend wirkt und eine Dampfsperre beinhaltet. Gerade im Neubau ist eine Dampfsperre wichtig, weil der Estrich bzw. der gesamte Rohbau noch Restfeuchte hat, die entweichen muss. Zieht dieser in die Laminatbretter, ist Schimmel vorprogrammiert.

4.3 Material Checkliste: Das brauchst du!

Die Materialliste sollte dir helfen. Wir haben folgende Positionen in unserem Angebot:


  • Laminat: m² + ca. 6 bis 10% Verschnitt
  • Trittschalldämmung: m² + max. 5% Verschnitt
  • Fußbodenleisten: Genau ausrechnen wie viele man braucht + max. 2 Stück wegen möglichen Fehlschnitten
  • Leistenclips für Fußbodenleisten: Je nach System (am besten beim Händler fragen wie viele zur Befestigung der Fußbodenleisten notwendig sind).
  • Übergangskappen: Verbinden von Fußbodenleisten wo es nötig ist (Wandlänge > 2,5m).
  • Abschlusskappen: An allen Türen und überall wo Fußbodenleisten enden.
  • Innen- und Außenecken: Mit Hilfe des Grundrisses genau ausrechnen wie viele nötig sind.
  • Übergangsprofile: Sie werden zwischen den Türen eingesetzt, um das Laminat zu trennen.
  • Abschlussprofile: Diese habe ich verwendet, um einen sauberen Abschluss zu erhalten. Eingesetzt habe ich sie da wo Laminat und Granitablagen sich treffen, bei bodentiefen Fenstern und beim Übergang von Fliesen zu Laminat (großes Bad im OG).
Das Material war hiermit ausgesucht und bestellt. Geliefert wurden kurze Zeit nach Bestellung zwei Paletten von einer Spedition. Die Verlegung konnte beginnen. Im nächsten Artikel gibt es daher einen 2. Teil mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Verlegen von Laminat, die jedem Heimwerker helfen sollte den Bodenbelag im Eigenheim zu verlegen.

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17 Kommentare

  1. Hallo…bei welchen Online-Händler hast du denn das Laminat bestellt?

    Gruss Carsten

    • Hallo Carsten,

      ich habe dir eine E-Mail geschrieben.

      Viele Grüße,
      KonstantinM

  2. Hallo Konstantin,
    euer Blog ist ja toll. Super ausführlich und genau beschrieben. Quasi die Bibel für angehende Häuslebauer 🙂

  3. ha, nun hab ich doch tatsächlich zu früh abgeschickt. Uns würde auch der Onlineshop interessieren …

  4. Hi Konstantin,
    würde auch gerne wissen bei welchen Onlineshop du bestellt hast?
    Vielen Dank!

    Gruß

  5. Hi Konstantin,

    könntest du mir auch den Onlineshop nennen bei dem Ihr bestellt habt?

    Gruß

  6. Hallo Konstantin.

    Mich würde zum vergleichen auch einmal der Online Shop interessieren, kannst Du ihn mir per Mail schicken?

    Danke.
    Daniel

  7. Mich würde auch super brennend interessieren wo du das Laminat gekauft hast.
    Vielen Dank Holger

  8. Hallo..sehr schöne Seite, gute und klare Infos. Danke!
    Also, ich hätte auch gern so eine Mail mit dem online Shop ;o)
    Sind zwar noch im Rohbau (Ende), aber gucken kann man nie früh genug

  9. Hallo Konstantin,
    erst einmal tausend Dank für die vielen Infos, die du uns Häuslebauern lieferst. Ich schaue seit Monaten bei Fragen immer mal wieder vorbei und werde häufig fündig.
    Aktuell steht das Thema Laminat an,und mich würde auch der Onlineshop interessieren,bei dem ihr bestellt habt. Preis/Leistung scheinen dort ja echt zu stimmen.
    Gruß Sven

  10. Hi Konstantin,
    tolle Beschreibung die sehr weiterhilft und Zeiz spart. Kannst du mir per Mail den Onlinehändler nennen?
    Danke,Gruß Karlheinz

  11. Christian Scholz Reply

    Super Beschreibung!

    Auch ich suche gerade nach der passenden Bezugsquelle.
    Und auch mich würde der Online-Händler brennend interessieren.
    😉
    Ich würde mich sehr über eine Mail freuen.

    VG
    Christian

  12. Hallo Konstantin, bin heute auf deinen Blog gestossen, muss sagen wühle mich seit Wochen durch das Inet und Hausbau Blogs, aber dein Blog ist wirklich super!! Sehr informativ, sehr fundiert ohne in unverständliches Fach-Chinesisch abzugleiten. Top!
    Jetzt zu meiner Frage, seid ihr mit dem Laminat immer noch zufrieden ? Der Preis ist ja wirklich sehr günstig, da hätte ich normalerweise Bedenken gehabt, schlechte Qualität zu kaufen. Optisch gefällt er mir sehr gut. An der Info zu dem Onlineshop wäre ich natürlich auch sehr interessiert… 😉
    Viele Grüße
    Gerd

    • Hallo Gerd,

      mit dem Laminat sind wir immer noch sehr zufrieden. Den bisherigen Alltag steckt er Top weg. Ist total unempfindlich und fühlt sich angenehm an. Würden wir daher wieder kaufen. Für alle, die noch Interesse am Laminathändler haben, habe ich jetzt auch öffentlich einen Link: https://www.hausbauen24.eu/go/laminathaendler – das werden mir sonst langsam zu viele E-Mails, die ich losschicken muss. 🙂

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