Außenbereich Bodenbeläge im Vergleich: Keramik, Naturstein, WPC, Beton und Echtholz

Welche Bodenbeläge gibt es für den Außenbereich? Der Bodenbelag lag bei uns nicht etwa bereits beim Stellen des Bauantrags fest. Vielmehr haben wir uns im Internet schlau gelesen und diverse Baustoffhändler besucht.

Jeder Bodenbelag für Terrasse, Wege und Auffahrt hat seine Vorteile. Wir haben daher alle Vor- und Nachteile zusammengestellt.

Bodenbelag im Außenbereich - der Vergleich

Bodenbelag im Außenbereich – der Vergleich (Foto: #106271742 © Christian Schwier)

Echtholz

Echtholz als Bodenbelag wird vor allem bei der Terrasse eingesetzt. Da Holz als Werkstoff anpassungsfähig ist und eine angenehme Haptik bietet, ist der Bodenbelag sehr beliebt. Zu den beliebtesten Holzarten zählen Nadelhölzer wie Lärche oder Douglasie. Tropische Laubhölzer wie Bangirai oder Ipé sind ebenfalls ehr beliebt.

Echtholz Terrasse

Echtholz Terrasse (Foto: #26774846 © mahey – Fotolia.com)

Vorteile

  • wirkt warm
  • natürlich
  • angenehme Haptik
  • auch bei hohen Temperaturen nicht heiß
  • je nach Holzart und Herkunft sehr günstig möglich
  • Holzdielen lassen sich sehr einfach verlegen

Nachteile

  • Pflege und Wartung erforderlich – selbst wenn sie wetterfest sind (Saubermachen, Reinigen und Ölen erforderlich)
  • Verletzungsgefahr wegen Splittern
  • nasses Holz ist rutschig – besonders wenn sich darauf Algen und Pilze gebildet haben
  • Aufquellen bei Feuchtigkeit möglich
  • mit der Zeit entstehen kleine Ritzen in denen sich Unkraut und Ungeziefer breit machen

WPC

WPC steht als Abkürzung für „Wood Plastiv Composite“. Es handelt sich dabei um einen „Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff“. In der Regel werden die Verbundstoffe aus 60 % Holz (Holzspäne und Sägemehl) und 40 % Kunststoff hergestellt. Wie bei der Echtholzdielen lassen sich die Terrassendielen aus WPC auf einer Unterkonstruktion befestigen. Es gibt sogar schon spezielle Klicksysteme, die die Verlegung vereinfachen.

WPC Dielen als Bodenbelag

WPC: Wood Plastic Composite (Foto: #64488385 © WoGi – Fotolia.com)

Vorteile

  • Große Auswahl an Farben und Formen
  • Hohe Farbbeständigkeit
  • je nach Qualität sehr günstig möglich
  • lange haltbar (bei hochwertigen WPC-Terrassendielen)
  • pflegeleicht (Einölen wie bei Holzdielen nicht erforderlich)

Nachteile

  • einfarbig (fehlende natürliche Holzoptik)
  • 30-40% Kunststoffanteil und dadurch hoher Rohstoff- und Energieverbrauch
  • nicht so haltbar wie oft beworben: UV-Strahlung, Regen und starke Temperaturschwankungen fügen Schaden hinzu
  • bei direkter Sonneneinstrahlung sehr starkes Aufheizen

Naturstein

Mit Naturstein-Bodenbelägen lässt sich der Außenbereich hochwertig gestalten. Jede Terrasse wirkt durch Natursteinböden unverwechselbar. Es gibt moderne Natursteine wie Blaustein und Schiefer. Aber auch Sandstein-Platten und Travertin sind sehr beliebt, da sie ein Flair wie am Mittelmeer erzeugen. Der Klassiker ist natürlich Granit als Bodenbelag im Außenbereich. Weitere Naturstein-Beläge sind Kalkstein und Marmor.

Naturstein Terrasse

Naturstein Terrasse (Foto: #34921445 © Markus Bormann – Fotolia.com)

Vorteile

  • einige verschiedene natürliche Farben
  • antiallergisch und frei von Giftstoffen
  • harmonischer und natürlicher Eindruck
  • frostbeständig (allerdings nicht alle – z.B. Schiefer nicht)
  • rutschhemmend (Rutschsicherheitsklasse R11 bis R13 wählen)
  • Sanierung alter Platten möglich
  • sehr widerstandshähig
  • dauerhaft
  • Beschränkte Auswahl an Formen
  • je nach Stein pflegeleicht und wartungsarm bzw. wartungsfrei

Nachteile

  • teuer
  • bei glatten Natursteinen schnell rutschig
  • Umgestaltung einer Naturstein-Terrasse umständlich und häufig nur mit einem erfahrenen Experten möglich
  • Verlegung ist umständlich und mit einem erheblichen Aufwand verbunden
  • In schattigen, feuchten Stellen ist mit Moosbewuchs zu rechnen

Beton

Während früher noch Beton als Bodenbelag als unfertig, kalt und unattraktiv galt, ist das heute anders. Im Innenraum gilt die Beton-Optik bereits als angesagt. Im Außenbereich ist das nicht anders. Durch spezielle Versiegelungen und Oberflächen kann der Bodenbelag aus Beton auch lange schön und widerstandsfähig gehalten werden. Hervorzuheben ist hier der polierte Betonboden. Durch das Polieren wird der Bodenbelag abriebfest, kratzfest und durch den satten Seidenglanz optisch ein Highlight.

Beton Steinpflaster (Foto: #66669480 © Wilm Ihlenfeld - Fotolia.com)

Beton Steinpflaster (Foto: #66669480 © Wilm Ihlenfeld – Fotolia.com)

Vorteile

  • relativ günstig, da industriell produziert
  • viele Farben und Formen
  • Verlegung ist im Sandbett, Splitt oder auf Stelzlagern relativ einfach und schnell
  • langfristig und relativ unkompliziert sauber haltbar
  • Natursteinimitate möglich
  • auch bei (gefrierender) Nässe rutschfest (leicht poröse Oberfläche)
  • sehr maßgenau
  • gute Langzeiterfahrungen (Vermutung, da noch nicht so lange auf dem Markt)

Nachteile

  • Glatte Unterseite: dadurch bei starker Belastung verrutschen möglich
  • Erst seit ca. 50 Jahren auf dem Markt und daher fehlen Langzeiterfahrungen

Fliesen (Keramik/Feinsteinzeug)

Keramische Terrassenplatten sind härter als andere Bodenbeläge und sie nehmen sehr wenig Wasser auf. Dadurch sind sie langlebig. Je nach Händler hat man mehr als 200 Sorten zur Auswahl. Sie lassen sich in verschiedenen Farben und Mustern bestellen. Durch die rektifizierten Formate können die Platten sehr genau verlegt werden. Das Beste: Keramik-Terrassenplatten können in verschiedenen Designs bestellt werden. Es lassen sich Steinbodenbeläge und Holzoptik nachempfinden ohne deren Nachteile zu haben.

Kerramik Terrassenplatten beim Baustoffhändler

Kerramik Terrassenplatten beim Baustoffhändler

Vorteile

  • sehr geringe Wasseraufnahme der Fliesen (ca. 0,05 %)
  • hohe mechanische Beständigkeit (Biegefestigkeit)
  • Tiefenabrief- und Trittbeständigkeit
  • Beständig gegen Säuren, alkalische Substanzen, Salze
  • frostbeständig
  • feuerfest
  • rutschfest (siehe Rutschfestigkeitsklasse)
  • fleckenbeständig (z.B. Rotwein)
  • geringer bzw. kein Reiniguns-/Pflegeaufwand (Hochdruckreiniger möglich)

Nachteile

  • teuer in der Anschaffung
  • je nach Verlegeart aufwendige Verlegung
  • fehlende Langzeiterfahrungen

Welchen Bodenbelag wählen wir im Außenbereich?

Wie man an der Auflistung oben unschwer erkennen kann, hat jeder Beläge seine Vor- und Nachteile. Während Echtholz sehr natürlich wirkt und im Sommer beim Barfuß laufen seine Vorzüge voll ausspielt, sind andere Materialien wie Naturstein und Keramikplatten sehr robust und pflegeleicht. Es bleibt einem nichts anderes übrig als sich vor Ort die einzelnen Bodenbeläge anzuschauen.

TIPP

Ich würde euch empfehlen im Sommer auch mal barfuß die Oberfläche zu betreten. Bedenken würde ich auch immer, dass sich dunkle Natursteinbeläge, Beton oder Fliesen in der Mittagshitze extrem aufheizen. Auf so einer Terrasse laufen gerade Kinder sehr ungerne. Zwar lassen sich solche Beläge mit Wasser abkühlen aber nervend ist es dennoch.

Warum es kein Echtholz, WPC oder Naturstein wird

  • Echtholz kam für uns nicht in Frage, weil es sehr pflegeintensiv ist und das Holz jederzeit splittern kann. Außerdem ist nasses Holz sehr rutschig.
  • WPC wäre hier die Alternative und war langer unser Favorit. Davon abgewichen sind wir allerdings, weil WPC doch nicht so langlebig ist, wie die Verkäufer und Hersteller propagieren. Davon abgesehen erhitzt sich WPC wegen den darin befindlichen Kunststoffteilen in der Sonne sehr stark.
  • Naturstein ist teuer und passt vom Stil her wie auch Beton nicht zu unserem Haus. Wir wollten eine Terrasse haben, die einen Holzcharakter hat und gemütlich wirkt.

Keramikfliesen in unserem Garten

Es bleiben folglich nur noch Keramikfliesen bzw. Keramik-Terrassenplatten. Diese sind auch in größeren Formaten möglich und es gibt diverse Farben und Muster. Außerdem ist das unserer Meinung nach der pflegeleichteste und robusteste Bodenbelag im Außenbereich. Für unsere Einfahrt wählen wir Pflasterklinker. Dieser Belag ist langlebig und die Farbe soll lange halten.

Der Bodenbelag steht fest. Im nächsten Artikel geht es daher um die verschiedenen Verlegearten von Keramik-Terrassenplatten. Sie können nämlich nicht nur klassisch geklebt werden, sondern auch anderweitig schnell und günstig verlegt werden.

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Konstantin Matern

Bauherr & Heimwerker bei Hausbauen24.eu
Konstantin (Jahrgang 1984) lebt bei Hannover und ist seit 2013 Gründer und Autor dieser Webseite. Zusammen mit seiner Frau Anna und mit Unterstützung von Familie und Freunden hat er sich sich bereits sein erstes Traumhaus gebaut. Er hat nicht nur beim Hausbau eine Menge Eigenleistungen eingebracht, sondern ist auch im Alltag handwerklich sehr geschickt. Seine Stärke sind technische Dinge.
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5 Kommentare
  1. Barbara sagte:

    Hallo Konstantin,

    beim Recherchieren komme ich immer wieder auf Deinen Blog :-)

    Wir hätten gerne eine Terrasse in Holzoptik, sind uns aber noch unschlüssig ob Beton oder Keramik. Du hast ja Keramikplatten verlegt. Welche Erfahrungen hast du bzgl. Aufheizen gemacht?

    Ich würde mich sehr über deine Einschätzung freuen, da du dich mit dem Thema so intensiv beschäftigt hast.

    Lieben Dank und viele Grüße
    Barbara

    Antworten
    • Konstantin sagte:

      Hallo Barbara,

      freut mich, dass Du so oft hier landest ;)

      Also bzgl. Aufheizen und Staub/Schmutz kann ich Dir folgendes empfehlen: keine dunklen Fliesen! Der Unterschied ist riesig. Bei 30°C können wir auf den dunklen (anthrazit) Fliesen kaum barfuß laufen. Auf unserer hellen Terrasse in Holzoptik kann mann ohne Probleme barfuß laufen.

      Beste Grüße,
      Konstantin

      Antworten
  2. Klaus sagte:

    Hallo Konstantin,

    erstmal Glückwunsch zum gelungenen Blog.

    Du schreibst „Naturstein ist teuer und passt vom Stil her wie auch Beton nicht zu unserem Haus. Wir wollten eine Terrasse haben, die einen Holzcharakter hat und gemütlich wirkt.“
    Stehen gerade vor einer ähnlichen Entscheidung, sehen aber in Sachen Beton Dinge, die noch viel stärker den Holzcharakter (Stichwort Bahnschwellen) hervorheben – hattet Ihr die nicht auf dem Schirm oder warum habt Ihr Euch dagegen entschieden? Bei manchen muss man wirklich dreimal schauen, um sich zu vergewissern, dass es Beton und kein Holz ist…

    Grüße
    Klaus

    Antworten
    • Konstantin Matern sagte:

      Es gibt tatsächlich auch Betonsteine, die stark nach Holz aussehen. Für uns war es wichtig, dass die Oberfläche beständig und robust ist.

      Antworten

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