Außenbereich Bodenbeläge im Vergleich: Keramik, Naturstein, WPC, Beton und Echtholz

Welche Bodenbeläge gibt es für den Außenbereich? Der Bodenbelag lag bei uns nicht etwa bereits beim Stellen des Bauantrags fest. Vielmehr haben wir uns im Internet schlau gelesen und diverse Baustoffhändler besucht. Jeder Bodenbelag für Terrasse, Wege und Auffahrt hat seine Vorteile. Wir haben daher eine Tabelle mit allen Vor- und Nachteilen zusammengestellt.

Bodenbelag Vorteile Nachteile

Echtholz

Echtholz Terrasse

Echtholz Terrasse (Foto: #26774846 © mahey – Fotolia.com)
  • wirkt warm
  • natürlich
  • angenehme Haptik
  • auch bei hohen Temperaturen nicht heiß
  • je nach Holzart und Herkunft sehr günstig möglich
  • Holzdielen lassen sich sehr einfach verlegen
  • Pflege und Wartung erforderlich – selbst wenn sie wetterfest sind (Saubermachen, Reinigen und Ölen erforderlich)
  • Verletzungsgefahr wegen Splittern
  • nasses Holz ist rutschig – besonders wenn sich darauf Algen und Pilze gebildet haben
  • Aufquellen bei Feuchtigkeit möglich
  • mit der Zeit entstehen kleine Ritzen in denen sich Unkraut und Ungeziefer breit machen

WPC

WPC Dielen als Bodenbelag

WPC: Wood Plastic Composite (Foto: #64488385 © WoGi – Fotolia.com)
  • Große Auswahl an Farben und Formen
  • Hohe Farbbeständigkeit
  • je nach Qualität sehr günstig möglich
  • lange haltbar (bei hochwertigen WPC-Terrassendielen)
  • pflegeleicht (Einölen wie bei Holzdielen nicht erforderlich)
  • einfarbig (fehlende natürliche Holzoptik)
  • 30-40% Kunststoffanteil und dadurch hoher Rohstoff- und Energieverbrauch
  • nicht so haltbar wie oft beworben: UV-Strahlung, Regen und starke Temperaturschwankungen fügen Schaden hinzu
  • bei direkter Sonneneinstrahlung sehr starkes Aufheizen

Naturstein

Naturstein Terrasse

Naturstein Terrasse (Foto: #34921445 © Markus Bormann – Fotolia.com)
  • einige verschiedene natürliche Farben
  • antiallergisch und frei von Giftstoffen
  • harmonischer und natürlicher Eindruck
  • frostbeständig (allerdings nicht alle – z.B. Schiefer nicht)
  • rutschhemmend (Rutschsicherheitsklasse R11 bis R13 wählen)
  • Sanierung alter Platten möglich
  • sehr widerstandshähig
  • dauerhaft
  • Beschränkte Auswahl an Formen
  • je nach Stein pflegeleicht und wartungsarm bzw. wartungsfrei
  • teuer
  • bei glatten Natursteinen schnell rutschig
  • Umgestaltung einer Naturstein-Terrasse umständlich und häufig nur mit einem erfahrenen Experten möglich
  • Verlegung ist umständlich und mit einem erheblichen Aufwand verbunden
  • In schattigen, feuchten Stellen ist mit Moosbewuchs zu rechnen

Beton

Beton Steinpflaster (Foto: #66669480 © Wilm Ihlenfeld - Fotolia.com)

Beton Steinpflaster (Foto: #66669480 © Wilm Ihlenfeld – Fotolia.com)
  • relativ günstig, da industriell produziert
  • viele Farben und Formen
  • Verlegung ist im Sandbett, Splitt oder auf Stelzlagern relativ einfach und schnell
  • langfristig und relativ unkompliziert sauber haltbar
  • Natursteinimitate möglich
  • auch bei (gefrierender) Nässe rutschfest (leicht poröse Oberfläche)
  • sehr maßgenau
  • gute Langzeiterfahrungen (Vermutung, da noch nicht so lange auf dem Markt)
  • Glatte Unterseite: dadurch bei starker Belastung verrutschen möglich
  • Erst seit ca. 50 Jahren auf dem Markt und daher fehlen Langzeiterfahrungen

Fliesen (Keramik/Feinsteinzeug)

Kerramik Terrassenplatten beim Baustoffhändler

Kerramik Terrassenplatten beim Baustoffhändler
  • sehr geringe Wasseraufnahme der Fliesen (ca. 0,05 %)
  • hohe mechanische Beständigkeit (Biegefestigkeit)
  • Tiefenabrief- und Trittbeständigkeit
  • Beständig gegen Säuren, alkalische Substanzen, Salze
  • frostbeständig
  • feuerfest
  • rutschfest (siehe Rutschfestigkeitsklasse)
  • fleckenbeständig (z.B. Rotwein)
  • geringer bzw. kein Reiniguns-/Pflegeaufwand (Hochdruckreiniger möglich)
  • teuer in der Anschaffung
  • je nach Verlegeart aufwendige Verlegung
  • fehlende Langzeiterfahrungen

Welchen Bodenbelag wählen wir im Außenbereich?

Wie man an der Tabelle unschwer erkennen kann, hat jeder Beläge seine Vor- und Nachteile. Während Echtholz sehr natürlich wirkt und im Sommer beim Barfuß laufen seine Vorzüge voll ausspielt, sind andere Materialien wie Naturstein und Keramikplatten sehr robust und pflegeleicht. Es bleibt einem nichts anderes übrig als sich vor Ort die einzelnen Bodenbeläge anzuschauen. Ich würde euch empfehlen im Sommer auch mal barfuß die Oberfläche zu betreten. Bedenken würde ich auch immer, dass sich dunkle Natursteinbeläge, Beton oder Fliesen in der Mittagshitze extrem aufheizen. Auf so einer Terrasse laufen gerade Kinder sehr ungerne. Zwar lassen sich solche Beläge mit Wasser abkühlen aber nervend ist es dennoch.

Echtholz kam für uns nicht in Frage, weil es sehr pflegeintensiv ist und das Holz jederzeit splittern kann. Außerdem ist nasses Holz sehr rutschig. WPC wäre hier die Alternative und war langer unser Favorit. Davon abgewichen sind wir allerdings, weil WPC doch nicht so langlebig ist, wie die Verkäufer und Hersteller propagieren. Davon abgesehen erhitzt sich WPC wegen den darin befindlichen Kunststoffteilen in der Sonne sehr stark. Naturstein ist teuer und passt vom Stil her wie auch Beton nicht zu unserem Haus. Wir wollten eine Terrasse haben, die einen Holzcharakter hat und gemütlich wirkt. Es bleiben folglich nur noch Keramikfliesen bzw. Keramik-Terrassenplatten. Diese sind auch in größeren Formaten möglich und es gibt diverse Farben und Muster. Außerdem ist das unserer Meinung nach der pflegeleichteste und robusteste Bodenbelag im Außenbereich. Für unsere Einfahrt wählen wir Pflasterklinker. Dieser Belag ist langlebig und die Farbe soll lange halten.

Der Bodenbelag steht fest. Im nächsten Artikel geht es daher um die verschiedenen Verlegearten von Keramik Terrassenplatten. Sie können nämlich nicht nur klassisch geklebt werden, sondern auch anderweitig schnell und günstig verlegt werden.

[Foto (Titelbild ganz oben): #106271742 Bodenbelag © Christian Schwier – Fotolia.com]


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